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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Elefant stürzt bei Osnabrücker Zirkus-Premiere in die Zuschauerränge
 
Elefant stößt zu: Schrecksekunde in der Zirkusmanege
Zwischenüberschrift:
Sturz in den Zuschauerraum endet glimpflich
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Diese Premiere werden die Besucher des Circus Krone wohl nicht so schnell vergessen: Während der gestrigen Vorstellung in der Osnabrücker Halle Gartlage stieß ein Elefant einen anderen aus der Manege. Er stürzte über die Begrenzung der Manege in die vorderen Zuschauerreihen. Ein Mann wurde dabei leicht verletzt. Die Dompteurinnen, die auf den Elefanten ritten, blieben unverletzt. Nach einem kurzen Moment der Panik unter den Zuschauern beruhigte sich die Lage wieder. Die Show wurde fortgesetzt. Zirkus-Direktorin Jana Mandana Lacey-Krone bedauerte den Zwischenfall. Während eines Auftritts sei etwas Vergleichbares noch nie passiert.

Foto:
Gründel

Bei der Premierenvorstellung des Circus Krone in Osnabrück hat sich am Nachmittag ein Zwischenfall mit drei Elefantenkühen ereignet. Die Tiere gerieten während der Vorführung offenbar aneinander, eines von ihnen stürzte in Richtung des Zuschauerbereiches. Mindestens ein Gast wurde leicht verletzt.

Osnabrück Das Unglück ereignete sich während des zweiten Programmpunktes: Drei Elefantenkühe samt Reiterinnen betraten die Manege, um kleine Kunststücke zu präsentieren. Zu Beginn lief alles glatt, sie drehten sich brav im Kreis, und ein Elefant begeisterte das Publikum mit einem Kopfstand. Am Rande der Manege kam es dann plötzlich zu einem Gerangel unter den Tieren, ein Elefant fiel über den Rand auf die vorderen Plätze des Publikums. Ein Mann, der dort gesessen hatte, erlitt Schürfwunden und eine Prellung.

Ein Sprecher von Circus Krone teilte in einer ersten Stellungnahme mit, dass dank des professionellen Eingreifens der Tiertrainer die Situation sofort unter Kontrolle gewesen sei. Die in den Vorfall verwickelten Dompteurinnen hätten den Vorfall unbeschadet überstanden, für das Publikum habe zu keiner Zeit Gefahr bestanden. Nach Angaben des Sprechers hätten die Elefantenkühe in der Manege ein in der Natur übliches Verhalten″ gezeigt.

Zirkus-Direktorin Jana Mandana Lacey-Krone, die als Dompteurin die Elefantengruppe in der Manege führte, bedauerte den Zwischenfall. Ein Tier habe das andere geschubst, dieser sei blöd rausgefallen″ und habe nicht wieder aufstehen können. Die anderen Elefanten hätten ihm dann helfen wollen. Rangeleien kämen unter den Herdentieren im Gehege gelegentlich vor, während eines Auftritts sei etwas Ähnliches jedoch noch nie vorgekommen.

Einige Zuschauer erlebten das Ereignis aus nächster Nähe, einige rannten aus dem Zelt. Für einen Moment waren die Gäste in Panik: Da ist man schon geschockt″, so eine Zuschauerin. Die Auftaktvorstellung war bei hochsommerlicher Hitze wenig besucht, viele Reihen waren leer, sodass sich die Gäste schnell und problemlos in Sicherheit bringen konnten. Nachdem der Elefant die Manege verlassen hatte, ging die Show kommentarlos weiter. Mit der Ankündigung zur Pause bat ein Sprecher die Besucher um Entschuldigung für den Zwischenfall.

Die Reaktionen der Besucher waren unterschiedlich, nach dem ersten Schreck zeigte sich eine Zuschauerin gefasst: Passieren kann das immer″, sagte sie. Auch der leicht verletzte Mann reagierte eher gelassen: Das war einfach Pech.″ Die Mitarbeiter hätten äußerst schnell und gut reagiert, erklärten mehrere Personen, die nah am Ort des Geschehens saßen. Ein weiterer Besucher äußerte, dass er die Tiere als relativ ruhig erlebt und es für ihn gewirkt habe, als wäre der Elefant nur gestolpert. Andere waren entsetzt und sehen den Vorfall kritisch in Bezug auf die Haltung wilder Tiere.

Schon seit Längerem üben Tierschutzorganisationen wie Peta Kritik an der Wildtierhaltung in Zirkussen, explizit steht dabei auch immer wieder der Circus Krone im Zentrum der Kritik. Peta hatte angekündigt, während der Krone-Vorstellungen mit Protestteams vor Ort zu sein, um auf die ihrer Ansicht nach prekären Zustände in dem Zirkus hinzuweisen. Im Vorfeld der Premiere hatte die Organisation in einer Pressemitteilung speziell auch Elefanten in den Fokus gerückt, diese würden bei Krone mit drakonischen Mitteln dressiert und wiesen Verhaltensstörungen auf.

Die Tierhaltung in Zirkussen wird bei jedem Gastspiel von einem Amtstierarzt überprüft. Die Kontrolle in Osnabrück steht noch aus.

Ein Video aus der Manege auf noz.de/ os

Bildtext:
So ist es passiert. Bei der Premierenvorstellung des Circus Krone an der Halle Gartlage rammt ein Elefant plötzlich ein anderes Tier in die Seite. Das getroffene Tier stürzt in die vordere Stuhlreihe. Für die Besucher habe zu keiner Zeit Gefahr bestanden, sagte ein Zirkussprecher.
Fotos:
Michael Gründel

Kommentar
Zeitgeist und Marktgesetze

Ein paar kaputte Stühle und einige verschreckte Besucher: Gottlob ist der Ausraster des Zirkuselefanten ohne schlimme Folgen geblieben. Er wird trotzdem nicht ganz folgenlos bleiben, sondern der Diskussion um Wildtiere in der Manege neue Nahrung geben. Die traditionellen Zirkusse geraten zunehmend unter Druck, der existenzgefährdend werden kann.

Die Tierrechtsorganisation Peta hat sich schon in Stellung gebracht und Proteste angekündigt. Unbekannte haben an Laternen in der Stadt Zettel aufgehängt, auf denen sie anonym zum Boykott der Zirkusvorstellungen aufrufen. Auch größtmöglicher Tierschutz und vollständige Transparenz über die Tierhaltung in den Zirkussen lassen diese Kritiker nicht verstummen, die nicht immer recht haben, aber durch laute Aktionen Aufmerksamkeit erregen.

Auch politisch stehen die Dompteure unter Druck. Der Stadtrat von Osnabrück beschloss nach dem Vorbild anderer Städte schon 2015, Zirkussen, die Wildtiere zur Schau stellen, keine Heimstatt mehr zu bieten. Zwei Jahre später musste der Rat den Beschluss zurücknehmen, weil ein solches Verbot nur vom Bundestag durch Änderung des Tierschutzgesetzes ausgesprochen werden kann. Berlin macht keine Anstalten, in der Sache aktiv zu werden.

Es ist auch nach diesem Zwischenfall denkbar, dass ein Gesetz gar nicht nötig sein wird. Möglicherweise zwingen Zeitgeist und Marktgesetze die Zirkusse schon bald zum Umdenken und Umschwenken auf ein tierfreies Programm.
Autor:
Julia Schächtele, Markus Pöhlking, Wilfried Hinrichs


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