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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Brandstiftung im Friedensgarten
 
Brandstifter legen Feuer im Friedensgarten
Zwischenüberschrift:
Nicht der erste Übergriff
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Der Verein Friedensgarten an der Haster Straße ist Opfer mehrerer Fälle von Vandalismus geworden. So steckten unbekannte Täter einen Schuppen in Brand, zerrupften Pflanzen und hinterließen Müll nach Trinkgelagen.

Fassungslos stand Doris Kube Anfang Juni vor dem, was das Feuer von der großen Remise am Friedensgarten am Haster Weg übrig gelassen hatte. Die Feuerwehr geht von Brandstiftung aus.

Osnabrück Dass Kube und die anderen Mitglieder des Vereins Friedensgarten Osnabrück sich erst Wochen später entschlossen haben, mit dem Vorfall an die Öffentlichkeit zu gehen, zeigt ihre Ambivalenz zwischen Wut, Ärger, Trotz und dem Glauben an ihre Idee.

Dienstagabends hatten sich die Friedensgärtner noch bis 23 Uhr auf dem Gelände aufgehalten, mittwochs um 4.05 Uhr wurde die Feuerwehr von einer auf dem Haster Weg vorbeifahrenden Autofahrerin alarmiert, wie Polizeisprecher Frank Oevermann auf Anfrage unserer Redaktion berichtete. Bei den Ermittlungen habe der Verdacht auf Brandstiftung nicht ausgeräumt werden können. Der Sachschaden wird von den Friedensgärtnern auf mehr als 5000 Euro beziffert. Es muss ein großes Feuer gewesen sein, denn von der Hitze sind auch entfernter wachsende Bäume braun geworden, hat sich der Kunststoff der großen Zisterne verformt.

Nicht der erste Übergriff

Die mutmaßliche Brandstiftung ist nur der Höhepunkt einer Reihe von Übergriffen, die auf die Anlage verübt wurden. Der Bohnenautomat, eine gemeinsam mit dem Verein Help-Age errichtete Lerngarten-Installation, war nach kurzer Zeit zerstört worden. Einmal wurde die Tomatenernte auf einer Infotafel zermatscht, ein anderes Mal Mobiliar beschädigt, ganz abgesehen von dem Müll und den Scherben, die den Garten verunzieren und die Gartenarbeit erschweren. Jugendliche und junge Erwachsene nutzten die Pergola am Gemeinschaftsraum des Vereins als Treffpunkt, und dabei sei meist Alkohol im Spiel, sagen die Friedensgärtner. Einmal haben wir uns die Mühe gemacht und nachgezählt: Wir kamen auf 22 Flaschen harte Spirituosen″, berichtet Sack.

Der abgeschlossene Schuppen, den der Verein mit von der Heger Laischaft gespendetem Holz errichtet hatte, enthielt gemeinsam angeschaffte und gespendete Gerätschaften, darunter eine Fräse, zwei Rasenmäher, ein Grill und ein Ofen. Der Ofen wird eigentlich an kalten Tagen in unserem Gemeinschaftsraum benutzt, aber da dort ja immer wieder versucht wurde einzudringen, haben wir ihn im Schuppen untergestellt″, berichtet Doris Kube. Dass die Jugendlichen es auf unseren Gemeinschaftsraum und den Bereich der Pergola abgesehen hatten, war ja nicht zu übersehen. Hier hinten am Betriebsgelände war eigentlich der friedlichste Ort″, resümiert Kube.

Über die Motivation der Täter können die Friedensgärtner nur spekulieren. Von der Mutprobe bis hin zu vorsätzlicher Zerstörung alles ist inzwischen für die Friedensgärtner denkbar, zumal das gemeinschaftliche Gärtnern als Prozess des Erschaffens in so krassem Gegensatz zur offensichtlichen Zerstörungswut steht.

Wir sind irgendwie in einen Kampf geraten, und das ist alles andere als das, was wir wollen″, sagt Kube. Und deshalb suchen sie und die anderen Friedensgärtner weiter das Gespräch mit den Jugendlichen und werten die Übergriffe als Zeichen dafür, wie wichtig ein Friedensgarten ist″.

Die zuständige Polizeidienststelle an der Winkelhausenkaserne sei sensibilisiert und habe das Gelände bei ihren Streifen im Auge, so Polizeisprecher Oevermann.

Streife und Container

Vom Einzäunen des Gartens halten die Friedensgärtner nichts. Das wäre Schrebergarten, und schließlich wird ja auch da eingebrochen. Wir wollen entsprechend unserem Konzept weitermachen und damit zeigen, dass man es offen lassen kann″, sagt Wieland Sack. Es gebe immer einzelne Zerstörer, davon wollten sie sich aber nicht entmutigen lassen.

Dennoch planen die Gärtner, ihr Hab und Gut noch besser zu schützen: Wir denken an einen abschließbaren Seecontainer, nach der Holz- kommt jetzt die Stahlvariante″, meint Kube. Heavy Metal eben, und das gebe in etwa ihre inzwischen durchaus etwas trotzige Stimmung wieder. Kube: Jetzt erst recht mit kreativen Lösungen.″

Und so halten die Friedensgärtner an ihrem geplanten Sommerprogramm mit dem Gartencafé an jedem ersten Samstag im Monat fest. So auch am kommenden Samstag, 7. Juli, von 14 bis 17 Uhr. Am selben Abend ab 19.30 Uhr lädt die Kulturinitiative Sommerbühne an der Lerchenstraße″ zu einem Konzert am Friedensgarten ein, bei dem unter dem Namen 4nonDrums″ Musiker aus den umliegenden Stadtteilen aufspielen werden.

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Bildtexte:
Was vom Schuppen übrig blieb: Die Remise am Friedensgarten wurde vermutlich durch Brandstiftung zerstört.
Wollen friedlich weitergärtnern: die Osnabrücker Friedensgärtner.
Fotos:
K. Balks
Autor:
Kerstin Balks


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