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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Klammeräffchen verlässt Ersatzmutti
 
Erfolgreich von Hand aufgezogen
Zwischenüberschrift:
Smiley-Hope gehört jetzt zur Osnabrücker Affenbande
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Die Klammeraffengruppe im Zoo Osnabrück zählt wieder ein festes Mitglied mehr: Nachwuchs Smiley-Hope, der ein Jahr lang von einer Tierpflegerin aufgezogen werden musste, ist jetzt zu seinen Artgenossen zurückgekehrt.

Ein Jahr lang hat Tierpflegerin Heike Läkamp das Braunkopf-Klammeraffen-Weibchen SmileyHope von Hand aufgezogen mit Fläschchen, Windeln und viel Liebe. Aber damit die Artgenossen im Osnabrücker Zoo das Äffchen voll in die Gruppe integrieren, war die Trennung unumgänglich.

Osnabrück Die Windeln waren eher zu meinem Schutz″, erklärt Ersatzmutter Heike Läkamp schmunzelnd. Affen lassen einfach kommen, man kennt das ja von Menschenkindern. Und genau wie diese sind kleine Affen hungrig: Anfangs gab es alle zwei Stunden ein Fläschchen für das Neugeborene. Die Entwöhnung von der Pflegerin und die Eingewöhnung in die Gruppe dauerten lange: Allein drei Monate hatte Smiley-Hope, um sich mit dem Gehege am Schölerberg vertraut zu machen, bevor sie dort auf die anderen Klammeraffen traf.

Weil bei dieser Tierart die sexuelle und soziale Prägungsphase vor der Pubertät abgeschlossen ist, musste der haarige Nachwuchs aber so früh wie möglich zurück in die Affenbande in jedem Fall vor Ablauf des dritten Lebensjahres. Andernfalls wäre es Smiley-Hope wohl nie gelungen, ein Interesse an der Fortpflanzung mit Artgenossen zu entwickeln. Dabei war es ja gerade der Zuchtgedanke, der den Zoo Osnabrück dazu veranlasst hatte, das im Mai 2017 geborene, aber von seiner kranken Mutter vernachlässigte Jungtier von Hand großzuziehen.

Wir versuchen immer, Handaufzuchten zu vermeiden″, sagt Zoodirektor Michael Böer. Wir nehmen es teilweise sogar in Kauf, dass Primaten an der Mutterbrust sterben, wie es in der Wildbahn eben auch passiert.″ Denn die Handaufzucht bringt Schwierigkeiten mit sich: Wichtige Nährstoffe aus der Muttermilch fehlen, die Tiere lernen das normale″ Verhalten nur mit Verzögerung. Für die Kommunikation in der Gruppe ist es entscheidend, dass der Nachwuchs die Affensprache″ mit Mimik und Gestik richtig lernt. Erfolg ist nicht garantiert.

Weil aber Braunkopf-Klammeraffen laut der Weltnaturschutzorganisation IUCN vom Aussterben bedroht sind, fiel ausnahmsweise die Entscheidung, Smiley-Hope von Hand aufzuziehen. Eine recht komplizierte und langwierige Aufgabe für Heike Läkamp: Anfangs saß ich mit ihr in einem separaten Teil der Anlage, dann in der Anlage, und in den letzten Wochen konnte ich Smiley-Hope ein paar Stunden alleine bei ihren Artgenossen lassen.″

Aus Sicht von Zoodirektor Böer ist die Integration aber wirklich toll und vor allem schnell gelaufen″. Das Äffchen verstehe sich gut mit den anderen, bestätigt Läkamp. Sie haben schnell angefangen, miteinander zu spielen und gemeinsam zu fressen.″

Dabei hätten sich aber auch Schwierigkeiten in der Kommunikation gezeigt, wie sie eine Handaufzucht verursacht. Wenn Klammeraffen sich gegenseitig am Schwanz ziehen, ist das eine Aufforderung zum Spielen.″ Smiley-Hope aber hatte erst einmal Angst angesichts der etwas groben Einladung, obwohl sie selbst durchaus selbstbewusst bis frech sei.

Allerdings hat sie auch einen Beschützer in der Gruppe: Vater Neville kümmert sich um die Tochter und geht dazwischen, wenn die anderen sie zu sehr ärgern. Insgesamt sieht es so aus, als würde Smiley-Hope gut zurechtkommen, auch wenn die Sehnsucht nach der menschlichen Ziehmutter nicht weg ist. Sie wird mich nicht vergessen, und ich sie auch nicht″, sagt Heike Läkamp. Das ist eine Bindung, die ein Leben lang besteht.″ Wer Smiley-Hope einen Besuch abstatten möchte: Sie ist das zweitkleinste Tier in der Gruppe und hat ein helleres Gesicht als die anderen.

Bildtext:
Nach einem Jahr ist die Handaufzucht von Klammeraffen-Weibchen Smiley-Hope im Zoo Osnabrück beendet. Das Tier ist nun in die Gruppe seiner Artgenossen integriert.
Foto:
Gert Westdörp
Autor:
Markus Strothmann


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