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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wie sauber soll Osnabrück sein?
Zwischenüberschrift:
Personal und Standards
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
A, B oder C? Wie sauber hätten Sie es denn gerne? Zugegeben, die Frage ist jetzt nicht ganz ernst gemeint, aber diese drei Qualitätsstufen der Straßenreinigung gibt es beim Osnabrücker Servicebetrieb (OSB). Mit dem vorhandenen Personal sind ein A in der Innenstadt und ein B auf den restlichen Flächen zu schaffen, sagt eine jetzt vorgestellte Untersuchung.

osnabrück Bevor beim OSB sauber gefegt werden kann, muss erst einmal sauber gerechnet werden. Die Aufgabenstellung: Was kann oder muss ein Mensch an Reinigungsleistung schaffen, um welchen Sauberkeitsstandard mit dieser Arbeitskraft zu erreichen? Mengengerüste und Kalkulationsmethoden bilden die Grundlage für die Personalbedarfsermittlung in der Straßenreinigung, die die Firma Gris Consult im Auftrag des OSB erstellte. Das von Gris-Ingenieur Hans Gageler vorgestellte Ergebnis durfte der OSB-Ausschuss diskutieren. Eine Diskussion, die die unterschiedlichen Ansichten zum Thema bei Betriebsleitung und Personalvertretung deutlich machte.

Nun ist es so, dass anstelle der drei genannten Standardstufen eigentlich sogar fünf zur Verfügung stehen. Allerdings entfällt die Stufe A+ (das dürfte so ungefähr ein klinischer sauberer Gehweg sein) ebenso wie die Stufe D, bei der Unrat und Begleitgrün (der neue Euphemismus für Unkraut) fröhliche Urständ feiern. Beide Stufen sind nicht gewollt, erstere, weil zu teuer, die zweite, weil unerträglich.

Reinigen nach Bildern

Mithin konzentrieren sich die Überlegungen von Gris Consult, Betriebsleitung und Ausschuss auf die verbleibenden Stufen A, B und C. Wie aber und diese Frage ist weder neu, noch vor allem aus Sicht des Betriebsrates bislang erschöpfend beantwortet soll oder kann das vorhandene Personal die geforderten Standards schaffen?

Definiert werden die Standards anhand von Bildern. Was bei Hobbykünstlern das Malen nach Zahlen, ist beim OSB sozusagen das Reinigen nach Bildern, dem sogenannten Konzept Pflege in Bildern″. So lassen sich Verschmutzungsgrade öffentlicher Flächen für alle Beteiligten transparent darstellen. In den Niederlanden werden schon seit Jahren positive Erfahrungen mit dieser Kategorisierung gemacht. Auf diesem System basiert die Leistungsbeschreibung der Handreinigung. Abhängig vom gewählten Standard, erhöht bzw. vermindert sich der zeitliche Pflegeaufwand und damit der Personalbedarf.

Personalbedarf

Um den tatsächlichen Personalbedarf ermitteln zu können, bedarf es auch einer genauen Betrachtung der Mitarbeiter. Dazu wurden nicht nur die Sollstunden, sondern die tatsächlichen Ist-Stunden, also die realen Krankheits- und Urlaubszeiten sowie zum Beispiel Arbeitszeitreduzierungen durch Schwerbehinderung und andere Faktoren in die Berechnungen einbezogen. Dazu zählen auch Mehraufwendungen für Veranstaltungen wie die Maiwoche, Ossensamstag und andere.

Gris Consult und mit ihr die Betriebsleitung kamen zu dem Ergebnis, dass mit dem vorhandenen Personal die gewünschten Standards A mit 21 752 Stunden für die Innenstadtreviere zu erreichen sind. 11 483 Stunden bleiben für die übrigen Reviere und den Reinigungsstandard B. Das ermittelte, mit dem derzeitigen Mitarbeiterbestand zu realisierende Qualitätsniveau entspricht dem gewünschten Qualitätsniveau des OSB″, so das Fazit.

Das sah die Personalvertretung der OSB-Belegschaft anders. Die Beschäftigten sind nicht der Meinung, dass die Standrads A und B erreicht werden können″, gab Willi Koppelmann zu Protokoll. Ihn wie auch Giesela Brandes-Steggewentz (Linke) störte die Diskussion um die Produktivität″ der OSB-Mitarbeiter. Es fehlten objektive Kriterien, so der Tenor, um überhaupt eine solche Produktivität erfassen zu können, kritisierten sie das Gis-Consult-Papier und die daraus von der Betriebsleitung gezogenen Schlüsse.

Ich sehe im Moment nicht, dass wir mehr Personal brauchen″, hielt OSB-Chef Axel Raue dagegen. Jetzt seien zunächst einmal die Vorgaben gemacht. Die Zeit werde zeigen, wie diese umzusetzen seien.
Autor:
Dietmar Kröger


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