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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Seit 100 Jahren im Dienst von Kindern
Zwischenüberschrift:
Evangelische Jugendhilfe am Schölerberg besteht seit 1918
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Evangelische Jugendhilfe am Schölerberg feiert dieses Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Zu so einem Anlass gehören ein großes Fest das fand in dieser Woche statt und ein Rückblick auf die bewegte Geschichte der Einrichtung.

Osnabrück Im großen Festzelt auf dem Parkplatz sprach Frank Becker, seit rund 100 Tagen Geschäftsführer der evangelischen Jugendhilfe Osnabrück, zu den zahlreichen Gästen. Seit einem Dreivierteljahr hätten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Jubiläumsfeier geplant, sagte Becker. Parallel arbeitete eine Untergruppe daran, eine Chronik zu erstellen, die die Entwicklung seit dem Beginn nachzeichnet. Das Team um den ehemaligen Mitarbeiter Horst Patzer dampfte die Geschichte der Jugendhilfe auf die wichtigsten Meilensteine ein.

Die begann mit der Gründung des evangelischen Kinderheims in der Gaststätte Blumenhalle im Mai 1918. Das Projekt war aus der Not geboren″, so heißt es in der Chronik, denn weil so viele Menschen dem Krieg zum Opfer fielen, waren Hunderttausende Kinder verwaist.

1926 folgte der Umzug an den Schölerberg, der Pflegesatz betrug damals 1, 50 Mark pro Tag. 1931 wurde in der Richtlinie zum Betrieb von Kinderheimen″ unter anderem die Betreuung durch Fachpersonal und ärztliche Versorgung festgelegt.

Im Zweiten Weltkrieg wehrte sich die Einrichtung erfolgreich gegen die Übernahme durch die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt″. 1944 kam es zur Tragödie: Der Bunker des Kinderheims kassierte einen Bombentreffer. Mehr als 100 Menschen starben.

Nach dem Krieg bezog das Kinderheim die Villa Elstermann, 1964 wurde ein Neubau am Schölerberg fertig. 1982 begann die Geschichte des Eltern-Kind-Hauses mit dem ersten Einzug von Familien mit Kindern anstatt einer klassischen Heimunterbringung.

Die Dezentralisierung der Unterbringung begann 1986 mit der Gründung von Außenwohngruppen in verschiedenen Stadtteilen. 1997 übernahm das Evangelische Kinderheim am Schölerberg die WG Neelmeyerstraße und die ambulante Betreuung BeWo″ (heute: Vamos). 2006 erfolgte der Einstieg in den Kita-Bereich, 2008 der Zusammenschluss von Diakonie und evangelischer Jugendhilfe und 2016 die Fusion mehrerer Dienste zur gemeinnützigen GmbH Dios (Diakonie Osnabrück Stadt und Land).

Der Stand von heute, zusammengefasst in einem knappen Absatz auf der Schautafel: Heute umfasst das Kinder- und Jugendwohnen am Schölerberg 27 stationäre Jugendhilfeplätze in vier Wohngruppen, zwölf Plätze im Eltern-Kind-Haus und alle Formen der ambulanten Jugendhilfe der Ev. Jugendhilfe der Diakonie Osnabrück Stadt und Land.″

Matthias Westermann, Leiter des Kinder- und Jugendwohnens am Schölerberg zur Entwicklung der Jugendhilfe: Wir sind darauf ganz schön stolz, und wir finden, dass das ein Grund zum Feiern ist.″

Die Kernaufgaben von Jugendhilfe bleiben grundsätzlich gleich, aber die Methoden wandeln sich, und weitere Herausforderungen kommen dazu: Von der notdürftigen Unterbringung von Kriegswaisen vor 100 Jahren ging die Arbeit stark in die Breite bis zur professionellen Beratung und Betreuung von heute.

Angesichts steigender Kosten und damit oft verbundenem Rechtfertigungsdruck erklärte die Leiterin des Eltern-Kind-Hauses Ute Albers: Wir wollen als Träger vermitteln, dass dieses Geld nicht einfach verbraucht wird, sondern dass es sich auch lohnt. Wir wollen eine Gesellschaft sein, in der es diese Hilfe gibt.″

Bildtexte:
Die Baustelle des Neubaus am Schölerberg auf einem Foto vom 20. November 1962.
Feiern 100-Jähriges: Frank Becker (Geschäftsführer der evangelischen Jugendhilfe der Diakonie) und die Geschäftsbereichsleiter Ute Albers und Matthias Westermann (von links).
Fotos:
Kurt Löckmann, Swaantje Hehmann
Autor:
Markus Strothmann


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