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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Klinikum wird ein Stück größer
Zwischenüberschrift:
Investor baut weiteres Ärztehaus / 2017 Überschuss von 1,6 Millionen Euro
Artikel:
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Originaltext:
Das Klinikum hat 2017 einen Überschuss erwirtschaftet, 100 neue Arbeitsplätze geschaffen und die Weichen für den Bau eines weiteren Ärztehauses gestellt.

Osnabrück Der Aufsichtsrat segnete jetzt die Bilanz 2017 ab, die unterm Strich einen Überschuss von 1, 6 Millionen Euro ausweist. Das ist ordentlich″, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Fritz Brickwedde (CDU) unserer Redaktion. Das Ergebnis wäre ohne einige Sondereffekte aber noch deutlich besser ausgefallen. Pech fürs Klinikum: Es muss einen Fixkostendegressionsabschlag″ von etwa 2, 5 bis drei Millionen Euro an die Krankenkassen abführen, wie Geschäftsführer Martin Eversmeyer erklärte. Der Hintergrund: Wenn Krankenhäuser mehr leisten und mehr Patienten behandeln, werden ihnen diese zusätzlichen Leistungen nur zu 75 Prozent von den Kassen erstattet. Die Differenz muss das Klinikum jetzt zurücküberweisen. Die Regelung, festgelegt im Krankenhausstrukturgesetz von 2016, dient dazu, das Wachstum medizinischer Leistungen zu regulieren.

Unser strategisches Ziel ist ein moderates Wachstum″, so Brickwedde. Das zeige sich in der Patientenzahl, die 2017 die 100 000er-Grenze überschritt. Das zeige sich auch in der steigenden Mitarbeiterzahl. 100 neue Arbeitsplätze sind im vergangenen Jahr vor allem im medizinischen und pflegerischen Bereich entstanden. Für 2018 peilt die Klinik-Leitung einen Überschuss von drei bis vier Millionen Euro an. In den Folgejahren sollen jeweils vier bis sechs Millionen erreicht werden. Das Haus benötige die Überschüsse, um die hohen Investitionen stemmen zu können, die das Land nicht im vollen Umfang gegenfinanziere.

Eine hohe zweistellige Millionensumme wird in den nächsten vier Jahren am Klinikum investiert. Größter Posten ist die Erneuerung des Operationstraktes, die allein 55 Millionen Euro verschlingen und vier Jahre dauern wird. 35 Millionen schießt das Land zu. Um die OP-Kapazitäten nicht einschränken zu müssen, will das Klinikum eventuell auf OP-Container zurückgreifen.

Sechs bis sieben Millionen Euro steckt das Klinikum in den kommenden drei Jahren in die Digitalisierung. Zwei neue Rechenzentren werden gebaut und das Leitungsnetz auf Glasfaser umgestellt. Wir haben da großen Nachholbedarf″, räumte Eversmeyer ein. In den letzten Jahren sei zu wenig in die IT-Infrastruktur investiert worden, weil das Haus andere Sorgen hatte″, wie Brickwedde ergänzte. Für die Radiologie werden hochmoderne Computertomografen angeschafft. Investitionssumme: 3, 5 Millionen Euro.

Auch äußerlich wird sich das Klinikum sichtbar verändern: An prominenter Stelle, vor dem heutigen Ärztehaus I am Haupteingang, wird ein weiteres Ärztehaus entstehen. Investor ist das Osnabrücker Bauunternehmen Echterhoff, dessen Entwurf dem Aufsichtsrat am besten gefiel. Der Neubau wird die Pathologie und Arztpraxen aufnehmen. Über die Baukosten schweigen sich alle Seiten aus. Der Bauantrag werde jetzt gestellt, der Start der Bauarbeiten sei noch nicht terminiert.

Im Bau ist zurzeit die Akademie, in die das Klinikum acht Millionen Euro investiert. Mein Lieblingskind″, sagte Brickwedde. Das Klinikum brauche diese Ausbildungsstätte, um langfristig leistungs- und wettbewerbsfähig zu bleiben. Es gibt einen großen Wettbewerb um das beste Personal″, so Brickwedde weiter. Daher sei es enorm wichtig″, selbst auszubilden und die jungen Menschen an das Haus zu binden.

Am Bilanzgespräch nahm auch Rückkehrer Frans Blok teil, der bis Ende des Jahres Eversmeyer in der Geschäftsführung unterstützt. Blok ersetzt Alexander Lottis, den der Aufsichtsrat freigestellt hat. Über die Modalitäten der endgültigen Trennung von Lottis werde weiter verhandelt, so Brickwedde.

Bildtext:
Das geplante Ärztehaus II am Klinikum. Es wird an prominenter Stelle am Haupteingang entstehen.
Grafik:
Kolde

Kommentar
Mehr Geld

Das Klinikum kommt wieder zu Kräften. Der Überschuss 2017 ist nicht überschäumend, aber solide. In den kommenden vier Jahren werden um die 70 Millionen Euro in Haus und Technik investiert. Alles sehr ermutigende Signale, die auch die Mitarbeiter mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen werden. Denn die leisten mit ihrem Gehaltsverzicht einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Genesung ihres Arbeitgebers. 2020 läuft der zweite Zukunftssicherungsvertrag aus. Dann dürfen die Mitarbeiter mit gutem Recht erwarten, dass sie wieder an der allgemeinen Einkommensentwicklung teilhaben können. Die Stadt steht im Wort.

Aber da ist noch eine Sache, die Aufsichtschef Brickwedde zu Recht anmerkt: Der Wettbewerb um gutes Personal wird in den kommenden Jahren zunehmen. Daher sollte es auch eine Überlegung wert sein, die Phase des Lohnverzichts vorzeitig zu beenden. So profitierten auch die Mitarbeiter vom Aufschwung, den sie schließlich mit in Gang gebracht haben.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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