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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Grüne wollen Zahl der Parkplätze begrenzen
Zwischenüberschrift:
Große Mehrheit im Rat dagegen / Andere Fraktionen fürchten Einschränkungen beim Neumarkt-Center
Artikel:
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Originaltext:
Die Grünen wollen die Zahl der öffentlichen Parkplätze in der Innenstadt einfrieren. Wenn die Stadt den Klimaschutz und die nachhaltige Mobilität voranbringen wolle, sei das unerlässlich, lautet ihr Argument. Den Rat konnten sie damit nicht überzeugen. Ein entsprechender Antrag wurde gestern abgelehnt.

Osnabrück Je mehr Parkplätze, desto mehr Autofahrten in die Innenstadt, meinen die Grünen. In ihrem Antrag heißt es, die Zahl der Parkplätze im Postleitzahlenbezirk 49074 solle auf das aktuelle Niveau begrenzt werden. Bis zu 30 Prozent des innerstädtischen Verkehrs kämen durch die Parkplatzsuche zustande. Die Zahl der zugelassenen Pkw und die Zahl der Fahrten in die Stadt nähmen dramatisch zu. Und die Unzufriedenheit wachse gleichermaßen bei Handwerkern, Einzelhändlern und Autofahrern, bei Anwohnern, Radlern und Fußgängern.

Wir brauchen ein Limit″, forderte Ratsherr Volker Bajus in seinem Plädoyer, weil unsere Straßen nicht mehr können und unsere Menschen nicht mehr wollen″. Die anderen Fraktionen ließen sich allerdings nicht für den Vorschlag der Grünen erwärmen. Ein schlechter Antrag″, meinte SPD-Ratsherr Heiko Panzer, denn er widerspreche der Planung für das Einkaufszentrum am Neumarkt und mache den Bau eines Parkhauses am Berliner Platz unmöglich. Es sei zwar richtig, Zukunftskonzepte zu schmieden, aber die Initiative der Grünen komme zur Unzeit.

Wir teilen diese Idee ausdrücklich nicht″, erklärte die Beigeordnete Katharina Pötter für die CDU. Es gebe Menschen, die darauf angewiesen seien, mit dem eigenen Auto in die Stadt zu fahren. Neue Bauprojekte erforderten zwangsläufig neue Parkplätze. Der Antrag der Grünen gehe an der Lebenswirklichkeit der Menschen vorbei.

Auch Kerstin Albrecht vom Bund Osnabrücker Bürger (BOB) sprach sich entschieden gegen ein Parkplatzlimit aus. Neue Wohnprojekte und Hotels würden den Parkdruck erhöhen. Da gehe der Antrag der Grünen in die falsche Richtung. Wenn es weniger Parkplätze gebe, heiße das ja nicht, dass es weniger Autos gebe. Ziel müsse ein flüssiger Individualverkehr sein, vermerkte Albrecht.

Ein wenig versöhnlicher klang das Statement der FDP. Ratsherr Oliver Hasskamp meinte, die Idee von einer Festschreibung des Status quo gehe in die richtige Richtung, sei zum jetzigen Zeitpunkt aber falsch und verantwortungslos″, weil sie dem Investor für das Einkaufszentrum am Neumarkt Steine in den Weg lege.

Inhaltliche Zustimmung zum Antrag der Grünen signalisierte zwar Heidi Reichinnek von der Linken-Fraktion, sprach sich aber für eine Verweisung an den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt aus.

So hatten sich die Grünen das allerdings nicht vorgestellt. Bei der Abstimmung votierten lediglich ihre neun Fraktionsmitglieder für den Antrag. Die beiden Politikerinnen der Linken enthielten sich, von den anderen Fraktionen kam ein klares Nein.

Bildtext:
Sie stehen im Stau, um einen Parkplatz bei L& T zu ergattern: Am kleinen Westfalentag″ vor zwei Wochen entstand dieses Bild an der Herrenteichsstraße. Die Grünen wollen die Zahl der öffentlichen Parkplätze begrenzen.
Foto:
Gert Westdörp

Kommentar
Störfaktor

Da fährt man schon dreimal um den Block, um das Auto zu parken. Und die Grünen wollen die Zahl der Parkplätze begrenzen. Geht′s noch? So werden viele Autofahrer reagieren, wenn sie vom neuesten Vorstoß aus dem Rathaus erfahren. Ja, beim Blick durch die Windschutzscheibe liegt es vielleicht nahe, dass es mehr Parkplätze geben müsste. Aber das Stand-by-Blech ist jetzt schon der begrenzende Faktor für die Lebensqualität im Stadtzentrum.

Bitte einmal aussteigen und tief durchatmen! Der heiß geliebte Pkw mag noch so segensreich für seinen Besitzer sein, aber in der urbanen Enge ist er für den größeren Teil der Menschheit nur ein Störfaktor. Ein Fahrzeug, das so viel Platz beansprucht, um eine Person zu transportieren, kann nicht das Verkehrsmittel der Zukunft sein. Es gibt intelligentere Lösungen für die Fahrt von A nach B. Zumindest für die Innenstadt gilt: Weniger ist mehr.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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