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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Vorsicht, giftig!
Zwischenüberschrift:
Eichenprozessionsspinner breiten sich auch in Stadt und Landkreis aus
Artikel:
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Originaltext:
Der Eichenprozessionsspinner breitet sich derzeit in Stadt und Landkreis Osnabrück ungewöhnlich stark aus. Grund dafür ist die Witterung.

Osnabrück In diesem Jahr haben wir es im Landkreis Osnabrück witterungsbedingt mit einem ungewöhnlichen heftigen Befall zu tun″, sagt Landkreis-Sprecher Burkhard Riepenhoff. Denn die Tiere mögen es warm und das war es in den vergangenen Wochen überdurchschnittlich für die Jahreszeit.

Daher häufen sich auch die Meldungen: Am Montag hat eine junge Mutter den Befall eines Baumes an einem Spielplatz im Stadtteil Voxtrup der Stadt Osnabrück gemeldet und ein Foto des Befalls bei Facebook gepostet. Der Baum sei abgesperrt worden und werde nun von einem spezialisierten Schädlingsbekämpfer von den Tieren befreit, berichtete Katrin Hofmann vom Osnabrücker Servicebetrieb auf Nachfrage unserer Redaktion.

Im nordrhein-westfälischen Velbert hatten am Dienstag sogar 400 Schüler freibekommen, weil der Eichenprozessionsspinner an 17 Bäumen auf dem Gelände der Grundschule entdeckt worden war.

Auf keinen Fall sollte man versuchen, die Eichenprozessionsspinner selbst zu vertreiben. Stattdessen sollte man den Befall eines Baumes dem OSB entweder unter der Telefonnummer 05 41/ 323-33 00 oder online über das Osnabrücker Meldesystem Emsos (geo.osnabrueck.de/ emsos) melden. Wir kümmern uns dann darum″, so Hofmann.

Auch Riepenhoff warnt davor, selbst tätig zu werden: Bei öffentlichen Flächen ist die jeweilige Gemeinde zuständig, bei privaten Grundstücken die Eigentümer. Reichen eine Sperrung und Hinweisschilder nicht aus, sollte die Beseitigung professionellen Schädlingsbekämpfern übertragen werden. Das früher verbreitete Abfackeln ist auf keinen Fall angezeigt und gefährlich, da die Brennhärchen dabei großflächig verteilt werden.″

Gemeint sind die feinen Härchen der Raupen der Eichenprozessionsspinner, die bei Kontakt zu Hautjucken, Atemnot oder sogar einem allergischen Schock führen können. Die Brennhaare werden auch vom Wind verbreitet und verursachen unangenehme Ausschläge an unbedeckten Körperstellen.

Im Landkreis sind die Raupen des Eichenprozessionsspinners unter anderem schon in Voltlage entdeckt worden und das ausgerechnet auch dort an einer Grundschule. Die Samtgemeinde Neuenkirchen hat die Nester an einer Eiche in der Nähe der Sporthalle und an einem Baum in der Knappstraße im Voltlager Ortsteil Höckel noch am selben Tag fachgerecht beseitigen lassen.

Der Eichenprozessionsspinner macht seinem Namen alle Ehre: Die Raupen mögen am liebsten das frische Laub der Eichen, deren Stämme sie meist zu Hunderten bevölkern und deren Baumkronen sie in einer Prozession erreichen. Die Bäume reagieren besonders auf mehrmaligen Befall negativ: Dann wird ihre Vitalität geschwächt, was sie gegenüber anderen Schädlingen angreifbarer macht. Im schlimmsten Falle können sie absterben.

Die nachtaktive Schmetterlingsart hat sich in den vergangenen Jahren, begünstigt durch die Klimaerwärmung, auch in den Wäldern Niedersachsens immer weiter ausgebreitet. Auf der Nahrungssuche nach Eichenblättern bewegen sich die zahlreichen Raupen hinter- oder nebeneinander und bilden so die namensgebende Prozession.

Bildtexte:
An einem Spielplatz in Voxtrup entdeckte und fotografierte eine junge Mutter dieses Raupennest.
Als Schmetterling nicht unbedingt hübsch, aber ungefährlich: der Eichenprozessionsspinner.
Ein Nest mit Eichen-Prozessionsspinnern hängt an einem Baum.
Fotos:
Manuela Riedel Dreher, imago/ blickwinkel, Stadt Lingen

Tipps zum Umgang
Grundsätzlich sollten die direkte Nähe und ein direkter Kontakt zu befallenen Bäumen vermieden werden. Dies ist die beste vorbeugende Schutzmaßnahme.Sollte es dennoch zu einem Kontakt gekommen sein, sollten die Augen nicht gerieben, sondern gründlich mit sauberem Wasser gespült werden.Um die Härchen von der Haut zu beseitigen empfiehlt sich, zeitnah zu duschen und die Haare zu waschen sowie einen Kleidungswechsel vorzunehmen. Mit kaltem Wasser kann den Juckreiz gelindert werden. Die Wäsche sollte anschließend bei 60 Grad gewaschen werden.Bei stärkeren gesundheitlichen Problemen sollte ein Arzt aufgesucht werden, bei schweren allergischen Reaktionen mit Atemnot auch der Rettungsdienst.Auch Haustiere können betroffen sein und sollten von befallenen Bereichen ferngehalten werden.

Quelle: Landkreis Osnabrück
Autor:
Corinna Berghahn, dpa, jup


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