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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wenn Autos Bräuten die Schau stehlen
Zwischenüberschrift:
Teilnehmer eines Horch-Treffens präsentieren ihre Lieblinge vor St. Marien
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der Horch-Club feiert an diesem Wochenende sein jährliches Treffen in Osnabrück. Im Mittelpunkt stehen dabei die Fahrzeuge des Autopioniers August Horch. 25 Oldtimer kamen am Freitag zu Beginn des Treffens auf dem Markt zusammen.

Osnabrück Da wurden sogar die Bräute vor dem Standesamt zur Nebensache: 25 stattliche Oldtimer aus den Fabriken der Firma Horch waren am Freitag in Osnabrück zu Gast.

Der Horch-Club verbringt sein traditionelles Frühsommer-Wochenende in der Region. Gemeinsam mit ihren Vorkriegswagen waren seine Mitglieder aus ganz Deutschland und der Schweiz angereist. Stadtführungen, Gespräche über die Technik der geliebten Oldtimer und natürlich auch Ausfahrten mit den historischen Autos standen auf dem Programm. Zunächst aber kamen alle Oldtimer auf dem Markt vor dem Rathaus zusammen und wurden schnell zum begehrten Fotomotiv von Hochzeitspaaren und Passanten.

Nach Osnabrück eingeladen hatte Conrad Engel. Er restauriert die beeindruckenden Fahrzeuge bereits seit den 80er-Jahren. Viele der Horch sind durch seine Hände gegangen. Er selbst fährt einen Horch 830 BL. Die Cabrio-Limousine, Baujahr 1938, gehörte einst dem bayerischen Königshaus und war später in Besitz einer Filmfirma. Dieser kaufte Engel den Wagen ab und restaurierte ihn liebevoll.

Jedes der Autos hat eine Geschichte″, ist sich Engel sicher. Einige Fahrzeuge habe er aus den USA zurückgeholt, ein anderes einem russischen General abgekauft. Das Restaurieren eines Horch dauert selbst bei einem Fachmann wie Engel einige Jahre. Gläser für die Scheinwerfer habe er auch schon mal neu gießen lassen, wie er berichtet. Bei manchen Modellen habe es auch schon mal zehn Jahre gedauert, bis sie wieder fahrtüchtig waren.

Das Hauptproblem: Ersatzteillager gibt es bei Fahrzeugen, die fast immer mehr als 80 Jahre alt sind, natürlich nicht mehr. Alles muss also selbst angefertigt und liebevoll zusammengesetzt werden. Dafür ist der Osnabrücker der absolute Spezialist vom glänzenden Lack bis zum originalen Gaspedal.

Und auch die Geschichte der Marke Horch ist geschichtsträchtig. Die Horch-Pkw waren im Deutschen Reich der 1930er-Jahre die meistverkauften Wagen in der Oberklasse. Das in Zwickau 1904 von August Horch gegründete Unternehmen baute ab 1927 nur noch Pkw mit Achtzylindermotoren. 1932 erfolgte der Zusammenschluss von Horch, Audi, DKW und der Autosparte von Wanderer zur Auto Union AG. Seitdem hatten auch die Horch die vier Ringe auf dem Kühler, wie es heute noch bei Audi der Fall ist. Nur Modelle, die vor dieser Zeit gebaut wurden, haben nur die Horch-Flügel″ als Markenzeichen.

Nach dem Krieg hatte es die Marke schwer. In Ostdeutschland wurden zunächst Lastfahrzeuge unter dem Namen Horch gebaut. Der Name gehörte aber der im Westen neu gegründeten Auto Union. Später wurde in den Werken der volkseigene Trabant produziert kein Vergleich zu den feinen Achtzylindern der Vorkriegszeit.

Den Horch-Club gibt es seit 1981. Gut 80 Mitglieder sind es laut Engel heute. Großes Wachstumspotenzial hat der Verein allerdings nicht mehr. Immerhin gehört zu den Grundvoraussetzungen für die Aufnahme ein eigener Horch. Und davon gebe es wohl nicht mehr viele weitere, meint Engel.

Aus der Schweiz oder Garmisch-Partenkichen fährt man natürlich nicht mit dem Horch bis nach Osnabrück. So weite Strecken legen die Oldtimer dann doch lieber auf einem Hänger zurück. Einige Kilometer gehen aber immer noch problemlos, trotz der über 80 Jahre, die die Fahrzeuge jeweils auf dem Buckel haben. Und die fahren die Horch-Freunde am liebsten auf Landstraßen.

Bildtexte:
Schon einen einzigen Horch sieht man heute normalerweise nicht mehr. Dass gleich gut zwei Dutzend von ihnen auf einem Platz stehen, dürfte da absoluten Seltenheitswert haben.
Die Oldtimer sind perfekt gepflegt, und in ihren verchromten Radkappen kann man sich buchstäblich spiegeln.
Fotos:
David Ebener
Autor:
Robert Schäfer


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