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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Mit den Osnabrücker Stadtspielern auf Zeitreise
Zwischenüberschrift:
„Große historische Stadtführung″ durch die Geschichte der Ha(n)sestadt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Degen werden gekreuzt, Tuchhändler feilschen, und der Zorn Karls des Großen muss besänftigt werden willkommen auf einer Zeitreise durch die bewegte Osnabrücker Geschichte! Interessierte hatten nun wieder die Gelegenheit, das Ensemble der Osnabrücker Stadtspieler auf eine szenische, historische Stadtführung an Originalschauplätzen zu begleiten. Die aufwendig kostümierten Laiendarsteller überzeugten ihr Publikum durch schauspielerische Klasse, humorvolle Dramaturgie und sichtlich großen Spaß am Spiel.

Osnabrücks über tausendjährige Historie ist überaus reich an bemerkenswerten Ereignissen und spannender Alltagsgeschichte. Diese auf humorvolle Art schauspielerisch bei Stadtführungen zu vermitteln, hat sich das Ensemble der Stadtspieler auf die Fahnen geschrieben. Nachdem die talentierten Laienschauspieler in der seit Ende April laufenden Saison bereits die Verhandlungen zum Westfälischen Frieden und ein großes mittelalterliches Spektakulum inszeniert hatten, folgte nun die viel erwartete große historische Stadtführung″: Bei traumhaftem Maiwetter wurden den circa 25 Teilnehmern in knapp zwei Stunden insgesamt sechs historische Szenen mit amüsanter Dramaturgie dargeboten.

Vor und nach jeder Darbietung erläuterte Stadtführer Martin Hegge kenntnisreich den jeweiligen historischen Kontext. Chronologisch in der Zeit rückwärts reisend, begann die Führung im 17. Jahrhundert, als die Hasestadt im Zuge der Friedensverhandlungen von Gesandtschaften aus ganz Europa bevölkert wurde. Am fremden Ort kamen sich der französische Mönch Joly und seine Begleiterin Emelie näher und zeigten augenzwinkernd, dass Vergnügen in den Jahren des Kongresses einen hohen Stellenwert einnahm.

Wirtschaftliche Basis Osnabrücks war über Jahrhunderte der Tuchhandel, der hohe Gewinne versprach. Dass dieser Umstand neben ehrbaren Kaufleuten natürlich auch Betrüger anzog, wurde in der nächsten Szene verdeutlicht. Eine äußerst resolute Kundin wehrte sich darin erfolgreich gegen einen Händler, der ihr trotz Qualitätssiegel minderwertige Ware verkauft hatte und als Konsequenz zum Tragen des Schandsteines verurteilt wurde.

Die beiden folgenden Szenen befassten sich mit dem von den Bürgern nicht immer sehr pflichtbewusst ausgeführten Wachdiensten auf der Stadtmauer und den mitunter sprichwörtlich mit dem Degen ausgefochtenen Konflikten zwischen Stadtrat und Bischof.

Die gotische Bauphase der Marienkirche am Markt wurde sodann von einem mittelalterlichen Baumeister direkt vor Ort erläutert, wobei das Publikum ganz praktisch der Funktionsweise der filigranen Strebebögen nachspüren konnte.

Die letzte Szene führte zu den Anfängen Osnabrücks in das 8. Jahrhundert. Die Löwenpudel-Sage von einem Hund, der durch sein Opfer den Zorn Karls des Großen besänftigte, wurde von allen acht Schauspielern gemeinsam aufgeführt. Mit ihrer großen Spielfreude konnten die Stadtspieler ihr Publikum wieder restlos überzeugen und wurden zum Dank mit einem lang anhaltenden Applaus bedacht.

Im Internet auf stadtspieler-os.de gibt es weitere Infos zu den Stadtspielern sowie eine aktuelle Terminliste. Die nächsten Führungen sind demnach am Freitag, 15. Juni, 19.30 Uhr (Westfälischer Frieden), und am Samstag, 30. Juni, 15.30 Uhr (Historisches Spektakulum mit Musik) sowie am Sonntag, 15. Juli, 15.30 Uhr (Große historische Stadtführung). Erwachsene zahlen jeweils 10 Euro, Kinder 5 Euro (Familienkarte: 20 Euro). Treffpunkt ist vor der Rathaustreppe, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bildtexte:
Raue Sitten: Der betrügerische Tuchhändler muss einen Schandstein durch die Gegend schleppen.
Kommen sich in der Fremde näher: der französische Mönch Joly und seine Begleiterin Emelie.
Fotos:
Thomas Osterfeld
Autor:
adam


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