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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
225 Jahre für die Stadt engagiert
Zwischenüberschrift:
Der Osnabrücker Club als Nachfolger des Großen Klubs fördert gemeinnützige Projekte
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Einen passenderen Ort als die Osnabrück-Halle für die Jubiläumsfeier am heutigen Mittwoch hätte man kaum finden können. Denn Osnabrücks Stadthalle nimmt in Teilen die Stelle ein, wo von 1793 bis zur Kriegszerstörung das Gebäude des Großen Klubs stand.

Osnabrück. Osnabrücks ältester noch fortbestehender Verein war 1793 von angesehenen Osnabrücker Bürgern gegründet worden, unter ihnen Justus Möser. Fabrikanten, Ärzte, Kaufleute, höhere Beamte und Offiziere sorgten in den folgenden Jahrzehnten dafür, dass das aus einem noch älteren Adelssitz durch mannigfache Umbauten und Erweiterungen hervorgegangene Klubhaus durch eine Vielzahl kultureller und unterhaltsamer Veranstaltungen zu einem Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens der Stadt wurde. Aktive Mitglieder, die Stadtgeschichte schrieben, waren neben Möser unter anderen Johann Carl Bertram Stüve, Ludwig Windthorst, Johannes Miquel und Felix Schoeller.

Der NS-Herrschaft war der freiheitliche Bürgersinn der Klubmitglieder ein Dorn im Auge. 1942 kaufte die gleichgeschaltete Stadtverwaltung die Liegenschaft mit erpresserischen Methoden zu einem Preis weit unterhalb des Verkehrswerts auf und lähmte damit die Vereinsaktivitäten. Dem letzten Klub-Präsidenten Hans Künsemüller gelang es 1951, in einem Entschädigungsverfahren einen Ausgleichsbetrag von 25 000 DM zu erstreiten. Den spendeten die verbliebenen Klubmitglieder dem Kinderhospitalverein und lösten sich damit informell auf.

Etwa zeitgleich aber formierte sich aus der Söhne-Generation der alten Klub-Honoratioren der Osnabrücker Club″, der sich in die Tradition des Großen Klubs stellte. Er wollte ebenfalls nicht nur Geselligkeit pflegen, sondern auch Gutes für die Stadt und ihre Bewohner tun.

Ein großer Schritt war 2011 die Gründung der Stiftung Osnabrücker Club″. In der Tradition seiner über 200-jährigen Geschichte und seiner engen Beziehungen zur Entwicklung von Stadt und Region hat der Osnabrücker Club jetzt eine gemeinnützige Stiftung gegründet, um die Identifikation der Bürger mit Osnabrück zu fördern und stärkeres Engagement für das Gemeinwohl zu erreichen.″ Das erklärte der Vorstandsvorsitzende Fritz Brickwedde vor sieben Jahren und leitete damit eine noch stärkere Gemeinwohlorientierung des Osnabrücker Clubs ein.

Die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements zugunsten gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke liegt der Stiftung besonders am Herzen. Es können Kultur-, Bildungs-, Umwelt- und Jugendprojekte ebenso unterstützt werden wie Vorhaben der Altenhilfe, des Denkmalschutzes oder der Völkerverständigung.

Aus den Mitgliedsbeiträgen jedes Mitglied zahlt pro Jahr 75 Euro in den Verein und 75 Euro in die Stiftung ein können Jahr für Jahr um die 20 000 Euro ausgeschüttet werden. Über namhafte Fördersummen konnten sich bislang etwa das Jugendtheater Oskars Freunde, das Christliche Kinderhospital, das Kinderhospital am Schölerberg und die Arbeitslosenselbsthilfe freuen. Neue Fenster für die Bergkirche, die Restaurierung der Ausmalungen der Josephskirche, die Friedensorgel in St. Katharinen und die Sanierung des Ständebrunnens an der Johanniskirche wurden ebenso unterstützt wie die Wiederaufstellung des Steckenpferdreiterbrunnens, eine Lichtstele für den Künstler Vordemberge-Gildewart oder die Osnabrücker Dampflokfreunde und die Stadtteil-Initiative Wir in Atter″. Jüngster Zuwendungsempfänger ist die Selbsthilfegemeinschaft Elrond″, die ehemals Drogenabhängige in die Gesellschaft zurückholen will.

Wer Mitglied im Osnabrücker Club werden möchte, muss in Osnabrück oder Umgebung wohnen, einen Lebenslauf mit Begründung des Mitgliedschaftsbegehrens einreichen und zwei Bürgen aus dem Kreis der Mitglieder benennen. Die Mitgliederzahl ist auf 300 begrenzt. Wir haben ständig mehr Bewerber als Abgänge, sodass wir auswählen können″, sagte Brickwedde. Der Vorstand achte darauf, dass genügend Jüngere zum Zuge kämen, damit die Generationenabfolge gesichert sei.

Der Festakt zum 225-jährigen Bestehen beginnt heute um 19 Uhr in der Osnabrück-Halle. Hauptredner ist Museumskurator Thorsten Heese. Er ist auch Verfasser des 2009 erschienenen Standardwerks über den Großen Klub: Gesellschaft im Aufbruch: der Club zu Osnabrück und die Entwicklung des Osnabrücker Vereinswesens″.

Bildtext:
Das Vereinshaus des Großen Klubs″ nahm bis 1942 die Fläche am Neuen Graben/ Ecke Schloßwall ein, auf dem später das Gewerkschaftshaus, die Stadthalle und kürzlich das Arcona Living″-Hotel errichtet wurden. Das Bild eines unbekannten Fotografen wurde entnommen aus: Heinrich Tötter, Dem dritten Jahrhundert entgegen, Großer Club und Osnabrücker Club seit 1793, Lengerich, 1985.
Autor:
Joachim Dierks


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