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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Kleiner Baum, große Aufgabe
Zwischenüberschrift:
19. Bonsaitage im Botanischen Garten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ein Fest für Liebhaber von Miniatur-Bäumen: Unter dem Motto Die Kleinen kommen ganz groß raus″ fanden am sonnigen letzten Mai-Wochenende im Botanischen Garten der Universität auf dem Westerberg die 19. Bonsaitage statt.

Osnabrück. Weit mehr als 100 ganz unterschiedliche und mitunter seltene Exemplare der Gewächse im Kleinformat waren in der Ausstellung im Bohnenkamp-Haus zu sehen, die der vor 33 Jahren gegründete, in der Baumschule Trentmann an der Bramscher Straße ansässige, gemeinnützige Club der Bonsaifreunde in Kooperation mit dem Freundeskreis des Botanischen Gartens präsentiert hat. Ein würdiger Rahmen für jene Pflanzen, die durchaus nicht unumstritten sind. So standen die mehr als zwei Dutzend Vereinsmitglieder den vielen neugierigen Besuchern auch Rede und Antwort, um die vielen Klischees, die rund um den Bonsai ihre Blüten treiben, ins rechte Licht zu rücken.

Zeitintensives Hobby

Dass es sich etwa um eine Vergewaltigung″ handele, Bäume in eine Schale zu zwängen, weist der Vereinsvorsitzende Ralf Kolkhorst entschieden zurück. Deren Wachstum werde dadurch zwar bewusst begrenzt, nichtsdestotrotz würde es aber genauso artgerecht mit Licht und Luft stattfinden und gefördert werden wie bei den großen Exemplaren auch. Die den heimischen Bäumen so natürlich wie möglich″ nachempfundenen Outdoor-Varianten würden alle vier Jahreszeiten mitmachen″, betont er. Dazu bedürfe es allerdings hoher Fachkenntnis und täglicher, sorgfältiger Pflege. Wer sich für solche Pflanzen entscheide, benötige einen langen Atem″, müsse ständig am Ball bleiben″ und viel Zeit mitbringen″, beschreibt Kolkhorst die Bonsaihaltung als Lebensaufgabe″, die man mit der Verbundenheit mit einem Haustier vergleichen könne. Dabei gebe es aber durchaus auch etwas robustere″ Einsteigerexemplare wie etwa die kleine Lerche oder die Rothainbuche, die einem nicht gleich jeden anfänglichen Pflegefehler″ übel nehmen würden. Bei einer großen Preisspanne″ sei für jeden etwas dabei, wandte sich auch Vereinsmitglied Lothar Wehleit gegen das Vorurteil, dass die Bonsais ein elitäres Hobby seien, das sich nicht jeder leisten könne.

Große Auswahl

Neben Miniaturversionen klassischer heimischer Waldbaumarten waren auch Importe aus Japan zu sehen. Besonders viel Aufmerksamkeit erhielten die zahlreichen farbenfroh und mitunter üppig und opulent ins Auge stechende Sazuki-Azaleen. Neben der Ausstellung boten ein Gartencafé und eine Pflanzenbörse im Überwinterungshaus des Botanischen Gartens die Möglichkeit, sich auszutauschen und nicht nur frische Stecklinge oder ausgewachsene Bäume in allen Größen von ein- bis vierhändig zu erwerben, sondern auch Fachliteratur und Zubehör wie Präsentationstische oder Schalen. Denn der ästhetische Aspekt spielt eine große Rolle bei der Bonsaizucht- und Haltung. Nicht nur, was die bewusst asymmetrische Gestaltung der Pflanze an sich vom stabilen Wurzelwerk über die Rinde bis hin zu den Blättern oder Nadeln angeht, sondern auch in Bezug auf die Gefäße als wichtiges künstlerisches Element.

Der Osnabrücker Töpfer und Bonsaifreund Martin Englert zeigte eigene handbemalte und mit der seltenen Technik des Holzbrandes angefertigte Keramik- und Porzellan-Töpfe. Beispiele dafür, dass es hier auch auf die richtigen Proportionen und nicht zuletzt die Frostfestigkeit des Materials ankommt.

Bildtext:
Bunte Mischung: Die Osnabrücker Bonsaifreunde stellten am Wochenende im Bohnenkamp-Haus des Botanischen Gartens ihre liebevoll aufgezogenen und gepflegten Bäumchen zur Schau.
Foto:
Philipp Hülsmann
Autor:
Matthias Liedtke


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