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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Der gehörnte Prinz
Zwischenüberschrift:
Wie Fritz Wolf eine königliche Hochzeit und ihr trauriges Nachspiel ins Bild setzte
Artikel:
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Originaltext:
Zu Pfingsten hielt das königlich-britische Jawort von Prinz Harry und Meghan Markle die (Damen-) Welt in Atem. Bereits 37 Jahre zuvor hatte der Karikaturist Fritz Wolf den europaweiten Hochzeits-Hype zur Trauung von Harrys Eltern ins Bild gesetzt.

Osnabrück. Mit einem breiten Grinsen führt der 33-jährige royale Junggeselle Charles seine 19-jährige Braut zum Traualtar. Der Prince of Wales″ ist säbelrasselnd und mit stolzgeschwellter Brust in seine Gala-Uniform gewandet, während Lady Di mit einem Strauß prächtiger Rosen im Arm eine lange weiße Schleppe hinter sich herzieht.

Begeisterte Damen huldigen ihr, indem sie einen Zipfel des royalen Tuches zu erhaschen suchen und dieses ehrfürchtig über dem Boden schweben lassen. Europas Frauen grüßen Charles und Lady Di″ vermeldet ein Schild, das eine von ihnen voller Inbrunst geschultert hat. In Erinnerung an Otto Nicolais 1849 uraufgeführte komische Oper untertitelte Fritz Wolf seine Zeichnung Die lustigen Weiber des Hauses Windsor″. Mit Sprach- und Bildwitz setzte er hier jene überbordende Begeisterung ins Bild, die zuvor internationale Boulevardmedien und Klatschblätter kräftig angeheizt hatten.

Allerdings stellte sich das Eheglück im Hause Windsor in den folgenden anderthalb Jahrzehnten nicht im erträumten Maße ein. Mitte der 1990er-Jahre erregten spektakuläre Interviews weltweites Aufsehen, in denen sich das bereits getrennt lebende königliche Paar wechselseitig zur eigenen Untreue bekannte. Während der Thronfolger im Juni 1994 mit einer Reminiszenz Camilla Parker-Bowles das Scheitern seiner Ehe verkündete, gestand seine Noch-Ehefrau im November 1995 ausgerechnet am 48. Hochzeitstag der Schwiegereltern Queen Elizabeth und Prinzgemahl Philipp einen Seitensprung mit ihrem Reitlehrer.

Diese öffentliche Beichte inspirierte Fritz Wolf erneut: Der passionierte Jäger Charles mutiert in seiner Karikatur zum gehörnten Ehemann, dessen Schläfen ein beachtliches Geweih entwächst. Missmutig bis entsetzt betrachten zumeist typisch englisch gekleidete Untertanen ihren Prince of Wales″, der selbst lamentiert: „ … und wie stehe ich jetzt in den Augen der britischen Öffentlichkeit da?

Den Schlusspunkt setzte der Karikaturist nach dem Unfalltod der Königin der Herzen″ im Spätsommer 1997. Die Zeichnung Trauer um Diana″ zeigt eine zutiefst betrübte, weinende Dame vor dem Fernsehschirm, die in der Rechten ein Taschentuch und in der Linken eine Abschiedsrose hält. Während die Blume noch einmal einen Bogen zurück zur Hochzeit schlägt, symbolisiert die Weltkugel als Kopf der Trauernden jenes innige Mitgefühl für die Verstorbene, dass damals den ganzen Erdball erfasste. Sicher würde Fritz Wolf den königlichen Söhnen William und Harry heute ein glücklicheres Eheleben wünschen, als es ihren Eltern Charles und Diana vergönnt war.

Zur Person: Hermann Queckenstedt ist Sprecher des Fritz-Wolf-Kuratoriums und Direktor des Diözesanmuseums Osnabrück.

100 Jahre Fritz Wolf Ausstellungen im Jubiläumsjahr

Die Neue Osnabrücker Zeitung″ widmet ihrem langjährigen Hauskarikaturisten Fritz Wolf anlässlich seines 100. Geburtstags eine Karikaturen-Serie. Im Osnabrücker Kreishaus am Schölerberg eröffnet der Landkreis Osnabrück am heutigen Donnerstag um 18 Uhr eine Ausstellung mit seinen Karikaturen zu den Themen Fußball″ und Politik″. Das Diözesanmuseum am Dom zeigt noch bis zum 15. Juli in der Sonderausstellung Er war ein Osnabrücker! Karikaturen des Altmeisters zu regionalen Themen. Weitere Fritz-Wolf-Ausstellungen sind im Stadtmuseum Quakenbrück, im Kunstverein Melle, im Ludwig-Windthorst-Haus in Holthausen-Biene bei Lingen sowie im Osnabrücker Museum am Schölerberg zu sehen, während das Museum Industriekultur derzeit 24 Zeichnungen in seiner Sonderausstellung Prost! zur Osnabrücker Kneipenkultur präsentiert. Infos erteilt Medienwissenschaftler Sebastian Scholtysek unter Tel. 01 76/ 31 11 06 63 oder per E-Mail an post@ Fritz-Wolf.de
Autor:
Hermann Queckenstedt


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