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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Besondere Begegnungen
 
Marschrutka und der russische Verkehr
 
Auch Samstag ist Unterricht angesagt
 
In der Fremde wie zu Hause
 
Schüler schreiben für Klasse!-Projekt
Zwischenüberschrift:
Drei Fragen an die Osnabrücker Städtebotschafterin Natalie Knaub
 
Anekdoten von einer achttägigen Twerreise
 
Ein Besuch in der Schule Nr. 35 in Twer
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Seit 1991 besteht eine Partnerschaft zwischen den Städten Osnabrück und Twer in Russland. Schon länger waren Osnabrücker Jugendliche nicht mehr in der etwa 450 000 Einwohner großen Stadt zwischen Moskau und Sankt Petersburg.

Doch nun sind 14 Schüler der Ursulaschule Osnabrück für neun Tage nach Twer geflogen. Sie kamen in den Familien der russischen Schüler unter, die die Twerer Schule Nr. 35″ besuchen. Begleitet wurden die Osnabrücker Jugendlichen von ihrem Schulleiter Rolf Unnerstall, Lehrer Tobias Romberg und der Referendarin Katarina Eifert, die selbst als Kind zehn Jahre in Twer gelebt hat. Die Gruppe reiste offiziell als Delegation der Stadt Osnabrück im Rahmen einer internationalen Jugendbegegnung. Delegationsleiterin war deshalb Andrea Schiltmeyer aus dem Fachdienst Jugend der Stadt Osnabrück. Mit dabei war auch Städtebotschafterin Natalie Knaub. Im Interview haben wir sie nach ihren Erlebnissen gefragt.

Welche Aufgaben haben Sie als Städtebotschafterin von Osnabrück in Twer?
Ich repräsentiere die Stadt Osnabrück als Städtebotschafterin. Ich habe sehr interessante und vielfältige Aufgaben. Dazu gehören zum Beispiel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Mitgestaltung und Organisation der Programme für Gäste aus Osnabrück und Empfang und Betreuung der Gäste. Darüber hinaus kümmere ich mich auch um Schülerbegegnungen, Musikgruppen für die Maiwoche, Praktikantenplätze, Wirtschaftskontakte und die Korrespondenz zwischen den Partnerstädten.

Was waren Ihre bisher schönsten Erlebnisse als Städtebotschafterin?
Alle Erlebnisse, die ich hier bisher hatte, waren auf eigene Art und Weise schön und besonders. Ich habe Menschen aus verschiedenen Bereichen kennengelernt. Für mich sind diese Begegnungen sehr besonders. Manche Begegnungen verändern einen persönlich, auch die Sichtweise auf bestimmte Dinge, und sie inspirieren mich für zukünftige Projekte. Neben der Begleitung der Ursulaschule war für mich auch besonders die Betreuung der Osnabrücker Delegation anlässlich eines Jubiläums des Hotels Osnabrück″ in Twer sehr interessant.

Wie wird die Partnerschaft der beiden Städte in Zukunft aussehen?
Ich hoffe, dass es weiter viele Austauschmöglichkeiten in den unterschiedlichen Bereichen geben wird, damit sich möglichst viele Menschen begegnen und sich gegenseitig kennenlernen.

Bildtext:
Osnabrücker Städtebotschafterin Natalie Knaub.
Foto:
Michael Gründel

Auf Reisen lernt man fremde Kulturen und ihre Eigenarten kennen. In Twer war das nicht anders. Über russischen Verkehr, Hunde und Baden ohne Badekappe.

Osnabrück/ Twer. Das Leben eines Hundes in der russischen Familie: Zunächst einmal sei die Größe der Hündin Kiri erwähnt, die der einer Ratte ähnlich ist. Dieser Hund lebt im neunten Stock und verlässt die Wohnung nur für Tierarztbesuche. Wie das? Nun, alles an Notdurft verrichtet die Kleine auf eine ausgelegte Windel neben dem Katzenklo. Leider hat es der süße Vierbeiner nicht so mit dem Zielen. So tritt man schon einmal mitten in der Nacht in eine Pfütze und muss den biologischen Tretminen vor der Toilette für Menschen ausweichen.

Marschrutka″ fahren für 25 Rubel: Es gibt sogenannte O-Busse (Oberleitungsbusse) in Twer, die aber deutlich seltener zu sehen sind als die den unseren Stadtteilbussen ähnlichen Marschrutki″, die man mit dem ausgestreckten Arm anhält. Sie fahren den Fahrgast so weit, wie er will. Es gibt keine Tickets. Man zahlt zu Beginn beim Fahrer 25 Rubel (etwa 30 Cent). Die Fahrt an sich ist mehr Abenteuer als Reisegenuss. Die Türen werden zu spät geschlossen und zu früh geöffnet. Jede Bodenschwelle wird mit größtmöglicher Geschwindigkeit überfahren, und die Köpfe sollten dann eingezogen werden.

Die Schneemassen: Während unseres Besuches lagen nicht nur ständig mindestens 50 Zentimeter Schnee, sondern auch Schneefall von bis zu 15 Zentimetern war Teil unseres Abenteuers. Doch diesen Schneemassen ist nicht mal eine russische Großstadt gewachsen. Es mussten Straßen gesperrt werden, um mit Radladern den Schnee aus der Stadt zu transportieren. Schwimmbadbesuch: Ein russisches Schwimmbad funktioniert grundlegend anders als in Deutschland. Geschwommen wird in Schichten von einer Stunde, die mit einem Gong wie auf dem Pausenhof limitiert werden. Leider bin ich mit Handtuch und ohne Kappe ins Schwimmbad gegangen, woraufhin mich der Bademeister lauthals angeschrien hat. Als ich dann zwar ohne Handtuch, den zweiten Versuch unternahm, das Schwimmbad zu betreten, fehlte die Badekappe. Im dritten Versuch hat es dann geklappt. In Russland müssen Handtücher grundsätzlich in der Kabine gelassen werden, und Badekappen sind Pflicht.

Wolga bequemer als Brücken: Da der längste Fluss Europas durch Twer verläuft, war dies geradezu eine Einladung für einen Winterfreund wie mich, das über 40 Zentimeter dicke Eis auf dem Strom als Abkürzung zu benutzen. Es war nicht nur ein einmaliges Erlebnis, auf einem Fluss herumzutollen, sondern auch tatsächlich schlicht angenehmer, als extra über die viel befahrenen Brücken zu laufen.

Russisches Essen: In die russische Küche habe ich mich schnell verliebt, obwohl die Familie alles dagegen unternahm. Einmal stellte mir mein Gastvater Seealgen auf den Tisch und forderte mich auf, doch mal zu probieren. Dabei bekamen meine Gastschwester und ihre Mutter fast Brechreiz. Mir schmeckten diese Algen allerdings so gut, dass ich den Topf fast aufgegessen haben. Alle weiteren Speisen, die speziell für mich gekocht wurden, waren allesamt mehr als deliziös.

Russischer Verkehr: Russland ist ein kaltes und mitleidloses Land. Dieses Klischee bestätigt sich ausschließlich im Straßenverkehr, weil dieses Land ansonsten unserem ähnlich ist. Der Verkehr ist eine Geschichte für sich, weil Unfälle alltäglich sind und im Straßengraben liegende Sattelschlepper einfach dort verbleiben, ohne dass es jemanden interessiert. Auch meterhohe Schneeverwehungen werden vom russischen Autofahrer unaufgeregt ignoriert. Nicht minder lustig und gefährlich war unsere Busfahrt nach Moskau, bei der der Busfahrer bei einem Schnellrestaurant halten wollte, dessen enge Einfahrt das Einparken aber leider nicht zuließ. Kurzerhand entschloss sich der Fahrer zum Umdrehen, und wir fuhren als Geisterfahrer entgegen der Fahrtrichtung auf der Autobahn von St. Petersburg nach Moskau. Geparkt wurde letztlich auf dem Seitenstreifen der Autobahn, und nach einer Stärkung ging es weiter.

Weitere Informationen zum Klasse!- Projekt unter www.noz.de/ klasse

Bildtext:
In Twer fahren einige O-Busse. Eine Marschrutka ist deutlich kleiner und vergleichbar mit einem VW Transporter oder Kleinbussen.
Foto:
Florian Hehmann

Osnabrück/ Twer. Die Twerer Schule Nr. 35 weist relativ große Unterschiede zu unserer Ursulaschule auf. Der offensichtlichste Unterschied ist wohl die Größe der beiden Schulen. Während die Ursulaschule aus gleich sechs Häusern besteht, ist die Schule Nr. 35 ein großes Gebäude. Der Größenunterschied macht sich auch an der Zahl der Lehrer bemerkbar.

An der Ursulaschule unterrichten mehr als 90 Lehrer, an der Schule Nr. 35 sind es halb so viele. Während eine Klasse an der Ursulaschule aus ungefähr 30 Schülern besteht, werden in der Schule in Twer nur etwa 15 in einem Raum unterrichtet. Die deutlich geringere Schüler- und Lehrerzahl ist wohl auch der Grund dafür, dass das Verhältnis zwischen dem Lehrpersonal und den Schülern deutlich familiärer ist als bei uns. Was die Einrichtung angeht, sind wir an der Ursulaschule jedoch deutlich besser ausgestattet. Bis auf die Überwachungskameras und Webcams, die sich in fast jedem Klassenraum der russischen Schule befinden, sind die Räume weniger modern. Wir haben in fast jedem Klassenraum einen Beamer und digitale Tafeln. Die russischen Jungen und Mädchen lernen ab der zweiten Klasse Deutsch, Englisch ab der siebten Klasse.

In Twer hat jeder Lehrer seinen eigenen Raum. In diesem unterrichtet er nur ein Fach. Die Schüler müssen nach jeder Unterrichtsstunde den Raum wechseln. Der Schultag beginnt um 8.30 Uhr und endet meist gegen ein Uhr mittags.

Es gibt auch eine Nachmittagsschicht, in die man gelegentlich rutscht. Eine Schulstunde dauert 40 Minuten, gefolgt von einer zehnminütigen Pause. Eine Unterrichtsstunde ist zwar kürzer, dafür müssen die Schüler aber auch samstags ran.

Bildtext:
Bereits in der zweiten Klasse haben die Schüler Deutschunterricht.
Zeichnung:
Schule Nr.35

Osnabrück/ Twer. Unsere acht Tage in Russland wären längst nicht so schön gewesen, wenn wir nicht so freundlich aufgenommen worden wären. Ab dem ersten Abendessen wurden wir wie ein vollwertiges Familienmitglied behandelt. Und schon nach den ersten Tagen haben wir uns wie zu Hause gefühlt .

Ähnlich war es in der Schule. Dort waren wir willkommen und wurden von jedem herzlich begrüßt. Sowohl die Lehrer als auch die Schüler wollten mehr über uns erfahren und haben uns in den Unterricht integriert. Die Mehrzahl der Schüler wurde im Gegensatz zu den meisten deutschen Schülern morgens von den Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht. Aufgrund der guten Deutschkenntnisse der russischen Schüler gab es keine Probleme, sich zu verständigen. Nur Englisch sprechen sie nicht so gut, da auf die Sprache nicht so viel Wert gelegt wird. Ein weiterer Unterschied sind die sportlichen Freizeitaktivitäten. Auf sie wird in Russland Wert gelegt. Am beliebtesten sind dort Eiskunstlauf und Eishockey.

Osnabrück. Diese Seite ist während des Klasse!- Projekts gemeinsam mit der Ursulaschule in Osnabrück entstanden. Die Schüler waren für acht Tage in der russischen Partnerstadt unterwegs und schreiben auf dieser Seite über ihre Erlebnisse. Lehrer Tobias Romberg und Schüler Lukas Konermann haben die Koordination der Artikel und Fotos übernommen.

Klasse! ist ein medienpädagogisches Projekt der NOZ Medien. Auf den Klasse!- Seiten schreiben Schüler die Artikel. Denn sie sind Teil des Klasse!- Medienprojekts. Sie schreiben ihre Texte entweder im Unterricht oder sind Mitglied der Jugendredaktion. Somit gibt es für alle Schüler eine Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und zu schreiben. Bei der Themenauswahl unterstützt Projektleiterin Kathrin Pohlmann von der Neuen Osnabrücker Zeitung und kommt auch in den Unterricht. So können die Schüler über Themen aus dem Unterricht schreiben, aber auch die neueste Serie rezensieren. Weitere Informationen unter der Telefonnummer: 0541/ 310-685 oder per E-Mail an die Adresse: k.pohlmann@ noz.de
Autor:
Lukas Konermann, Florian Hehmann, Luis Moritz, Linus Kappelmann, Jara Martens, Luis Waltermann


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