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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Gegenwind für die E-Bus-Linie
Zwischenüberschrift:
Initiative Bramscher Straße/Süntelstraße will Stadt und Stadtwerke bremsen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die neue E-Bus-Linie 41 soll das Flaggschiff des öffentlichen Nahverkehrs in Osnabrück werden. Aber während die Stadt und die Stadtwerke auf Busbeschleunigung setzen, wird an der Strecke gebremst. An der Bramscher Straße hat eine Initiative 470 Unterschriften gesammelt, um den verkehrsplanerischen Wahnsinn″ zu stoppen.

Osnabrück. Ab 2019 wollen die Stadtwerke mit neuen Elektrobussen zwischen Haste und Düstrup pendeln. Für die neue Linie 41 sind noch einige Hindernisse zu beseitigen, um die Fahrtzeit durch die Bramscher Straße und die Süntelstraße zu verkürzen. Zurzeit müssen die stadteinwärts fahrenden Busse noch den Umweg über die Wachsbleiche nehmen und dabei zweimal abbiegen, jetzt soll die Linie durch die Bramscher Straße direkt zum Hasetor führen. Von einer speziellen Einfädelung am Hasetor versprechen sich die Planer zwei Minuten Zeitersparnis.

Hans Lücke glaubt das nicht. Der Sprecher der Initiative Bramscher Straße/ Süntelstraße (Inibras) hält die Umgestaltung des Knotenpunkts für Geldverschwendung. Und er fürchtet einen Bypass-Effekt, dass also mit den Bussen auch mehr Autos durch die Straße fahren könnten. Unsinn, heißt es bei den Stadtwerken, das Geradeausfahren Richtung Innenstadt werde nur Bussen und Fahrradfahrern erlaubt.

Dass sich die Busse in der relativ schmalen Bramscher Straße und in der noch engeren Süntelstraße künftig begegnen sollen, findet die Initiative problematisch. Es gebe noch Gewerbetreibende im Viertel, mahnt Lücke, und die Geschäfte seien darauf angewiesen, dass auch mal vor der Tür gehalten werde. Das werde in Zukunft wohl nicht mehr gehen.

Schon jetzt lasse sich gelegentlich beobachten, dass breite Fahrzeuge auf den Gehweg auswichen, sagt der Anwohner, der Coaching, Mediation und Trainings anbietet. Er glaubt den Stadtwerken nicht, dass sie die Parkplätze unangetastet lassen wollen. Vor allem, wenn die Zahl der Busse im kommenden Jahr noch erheblich zunimmt.

Lücke rechnet vor, dass die Anwohner der Bramscher Straße und der Süntelstraße schon jetzt 200 stadtauswärts fahrende Busse täglich ertragen müssten. Mit der neuen, von der Stadt geplanten Verkehrsführung kämen 200 Busse in der Gegenrichtung dazu. Und das seien bis auf Weiteres keine leisen E-Busse, sondern laute Dieselfahrzeuge mit entsprechender Abgasfahne.

Es ist überhaupt nicht einzusehen, warum diese Busse, alle im Regionalverkehr eingesetzt, durch die enge Bramscher Straße geführt werden müssen″, heißt es in dem Schreiben, mit dem sich die Anwohner zu Wort melden. Die Initiative will die Stadtwerke bewegen, einen Teil der Busse durch die Hansastraße zu schicken. So lasse sich der Zehnminutentakt immer noch mühelos aufrechterhalten, argumentiert Lücke.

Stadtwerke-Vorstand Stephan Rolfes hält dagegen. Das Osnabrücker ÖPNV-Modell″ ziele auf eine möglichst direkte Stadt-Umland-Verknüpfung ohne Umstiege ab. Dabei würden die Busse der Linien 81, 82 und 84 zwar einen Teil der Bramscher Straße gemeinsam nutzen, doch an der Bramstraße würden sich die Wege trennen. Als reine″ Regionalbuslinien seien nur die Fahrzeuge der Linien X583 und X610 unterwegs.

Die Stadtwerke weisen darauf hin, dass die Handwerkskammer und ihr Ausbildungszentrum an der Bramscher Straße auch für ÖPNV-Kunden aus dem Umland wichtige Ziele seien. Falls bestimmte Linien über die Hansastraße gelegt würden, könnten die Busse aber nicht in der Nähe halten. Dann bleibe nur noch ein Umstieg an der Bramstraße. Dies würde eine deutliche Qualitätsminderung bedeuten und die Attraktivität des ÖPNV schmälern″, vermerkt Rolfes und warnt vor der Konsequenz, dass manche Buskunden dann lieber das Auto nehmen könnten.

Es gibt weitere Knackpunkte entlang der Linie 41. So tritt die Initiative mit Hinweis auf die Kindertagesstätte Buntstift dafür ein, dass an der Einmündung der Süntelstraße eine Tempo-30-Zone eingerichtet wird. Dieser Wunsch sei nachvollziehbar, meint Stadtwerke-Vorstand Rolfes. Wegen der baulichen Gegebenheiten werde auf dem südlichen Abschnitt der Bramscher Straße aber ohnehin langsamer gefahren.

Bordstein bleibt, wo er ist

In einem Punkt haben sich Hans Lücke und die Anwohner gegenüber den Planern durchgesetzt. Zunächst sollte der Bordstein vor dem Trödelgeschäft Second Art an der Einmündung zur Süntelstraße zurückgenommen werden. Doch das Dreieck vor dem Geschäft ist zum Treffpunkt für das Viertel geworden, seit Inhaber Thomas Gröner dort einen Tisch und einen Sonnenschirm aufgestellt hat. Das hat auch die Stadtwerke und die Stadt überzeugt. Und nun steht fest: Der Bordstein bleibt, wo er ist.

Stadtbaurat Frank Otte liegt sehr daran, dass die Linie 41 ein Erfolgsmodell wird. Die Befürchtungen der Initiative, sagt er, seien sorgfältig geprüft und Punkt für Punkt widerlegt worden. Im Vorfeld habe es einen politischen Kompromiss gegeben, der auch dem Individualverkehr Raum lasse. Wichtig sei aber, dass der öffentliche Nahverkehr seine Vorteile ausspielen könne. Und deshalb komme es jetzt darauf an, den Bus schneller und attraktiver zu machen.

Bildtext:
Ein kleiner Erfolg für Hans Lücke und die Initiative Bramscher Straße/ Süntelstraße: Der Bordstein vor dem Geschäft Second Art″ wird nicht versetzt.
Foto:
Lahmann-Lammert
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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