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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Entwicklung wurde verschlafen
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Weiterhin , Kohle mit Kohle′? Wie Osnabrück die Klimawende doch noch schaffen will″ (Ausgabe vom 5. Mai).

Die Stadtwerke Osnabrück sind am Steinkohlekraftwerk in Lünen als Kommanditist beteiligt und haben zuletzt die Einlage erhöht. Es mutet schon merkwürdig an, wenn Herr Hüls Gewinne ab circa 2022 erwartet, um damit Anlagen erneuerbarer Energien zu finanzieren, obwohl man wegen des billigen Stroms aus Solaranlagen jede Kilowattstunde mit Verlust verkaufen muss, enorme Abschreibungen erforderlich sind und vermutlich die Kraftwerkprojekte sogar noch bis 2032 subventioniert werden müssen.

Die Steinkohleanlagen des Unternehmens in Lünen leiden seit Jahren unter der Energiewende, weil sie [...] durch Wind- und Solarenergie, die dank dem Erneuerbare-Energien-Gesetz vorrangig ins Netz eingespeist werden, zunehmend aus dem Markt gedrängt werden.

Herr Hüls betonte, dass , kein Kohlekraftwerk′ Geld verdienen würde. Aber um kein Minusgeschäft zu machen, müssten fossile Brennstoffe übergangsmäßig , optimiert′ werden, da das dort verlorene Geld dann anderswo nicht ausgegeben werden und man so die Energiewende nicht organisieren und gestalten könne. Mit dem Gewinn aus dem Konsortium sollen dezentrale Erneuerbarte Energien ausgebaut werden, obwohl es derzeit schwierig sei, etwa für Windkraftanlagen geeignete Flächen zu erwerben, so Herr Hüls weiter.

Eine Bedingung für den wirtschaftlichen Betrieb eines Steinkohlekraftwerks ist eine Auslastung von 80 bis 90 Prozent. Das widerspricht der immer wieder zitierten Funktion als Grundlastträger, nämlich diese Kraftwerke nur zuzuschalten, wenn kein Wind weht und die Sonne nicht scheint. Das wiederum beinhaltet einen weiteren schnellen Ausbau der Höchstspannungsübertragungsleitungen, damit die Netze bei weiterem Ausbau von regenerativen Energien nicht überlastet werden.

Es sieht so aus, als ob die Beteiligung am Kohlekraftwerk und schon gar die Erhöhung dieser ein Fehler war, denn ein wirtschaftlicher Betrieb moderner, emissionsarmer Steinkohlekraftwerke ist unter derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht möglich. Investitionen in moderne Steinkohle- und Gaskraftwerke werden entwertet, weil der CO2-Markt keine ausreichende Lenkungswirkung entfaltet.

Ein klarer Fahrplan für den Kohleausstieg ist nicht erkennbar. Man vertraut aber wohl darauf, dass Kohle noch auf Jahrzehnte als sogenannter Grundlastträger benötigt wird und die Rahmenbedingungen verbessert werden. Da liegt doch der Gedanke nahe, dass die Stadtwerke ebenso wie die RWE den rechtzeitigen Umstieg auf erneuerbare Energien total verschlafen haben.″

Gerd Hündorf

Bissendorf
Autor:
Gerd Hündorf


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