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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Initiative benutzt „alternative Fakten″
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Eine Stadtbahn zum Sonderangebot? und dem Kommentar Zug um Zug zur Tram″ von Sebastian Stricker (Ausgabe vom 27. April).

Ich denke, es könnte lohnend sein, sich auch einmal mit dem Thema , schienenlose Straßenbahn′ zu beschäftigen, Autonomous Rail Rapid Transit (ART).″

Friedhelm Rudolph

Georgsmarienhütte

Der Gedanke, anstelle der 1960 stillgelegten Straßenbahn eine moderne Stadtbahn zu errichten, bestimmt seit Jahren die verkehrspolitische Debatte in Osnabrück.

In der im Auftrag der Planos 2013 erstellten Machbarkeitsstudie ÖPNV Osnabrück nehmen die Ausgangsbedingungen und Realisierungsmöglichkeiten eines Straßenbahnsystems sowie deren Auswirkungen auf die Verkehrsnachfrage und die Folgekosten breiten Raum ein. Dennoch behauptet die Stadtbahninitiative, diese Studie habe , das System Schiene einfach ausgeblendet′. Die Kommunalpolitik habe damit , fünf Jahre schlicht verplempert′.

Auch die Aussage, der Anteil des ÖPNV am gesamten Personenverkehr betrage in Osnabrück nur 8 Prozent, ist schlichtweg falsch. Der Machbarkeitsstudie zufolge sind es 16 Prozent. Doch werden die , alternativen Fakten′ der Stadtbahninitiative leider nicht als solche identifiziert und korrigiert, auch nicht im Kommentar zum oben genannten Artikel.

Am Beispiel von Bielefeld will die Stadtbahninitiative offenbar zeigen, dass die dortige Stadtbahn mit knapp 60 Millionen Fahrgästen pro Jahr mehr zur Verkehrsverlagerung zugunsten des Umweltverbundes beiträgt als ein reines Bussystem wie in Osnabrück. Doch das Gegenteil ist der Fall: Bezieht man das jährliche Fahrgastaufkommen auf die Bevölkerung im jeweiligen Verkehrsraum (in Osnabrück einschließlich Belm), übertrifft der Osnabrücker Stadtbusverkehr mit 209 Fahrten je Einwohner 2016 den entsprechenden Wert für Bielefeld (179).

Durch Neueinführung einer Straßenbahn in Osnabrück könnte der Machbarkeitsstudie zufolge der ÖPNV-Anteil von 16 auf 19 Prozent erhöht werden, doch erachten die Gutachter die Investitionskosten als zu hoch, um ein Nutzen-Kosten-Verhältnis über 1, 0 zu erreichen. Das wäre aber die Voraussetzung für eine Förderung aus Bundes- und Landesmitteln.

Zweifellos sind Straßen- und Stadtbahnen hinsichtlich Fahrkomfort, Zuverlässigkeit und Schnelligkeit Bussen überlegen, doch verdrängen die Befürworter des schienengebundenen Nahverkehrs gern dessen Folgekosten, für die es keine Fördermittel gibt und die sich nur bei guter Auslastung der eingesetzten Fahrzeuge betriebswirtschaftlich , rechnen′.

So betragen allein die jährlichen Instandhaltungskosten der ortsfesten Infrastruktur (wie Gleise, Oberleitung, Haltestellen) etwa ein Prozent der Investitionskosten. Geht man von einem 26 Kilometer langen Straßenbahnnetz in Osnabrück aus (wie in der Machbarkeitsstudie vorgeschlagen) und unterstellt Baukosten in Höhe von 10 Millionen Euro je Streckenkilometer sowie weitere 50 Millionen Euro für den Bau des Betriebshofs, erhöhen sich die jährlichen Betriebskosten um mindestens 3, 1 Millionen Euro, die aus dem erhöhten Fahrgastaufkommen erwirtschaftet werden müssten.″

Prof. Dr. Jürgen Deiters

Osnabrück
Autor:
Friedhelm Rudolph, Prof. Dr. Jürgen Deiters


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