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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Weiterhin „Kohle mit Kohle″?
Zwischenüberschrift:
Wie Osnabrück die Klimawende doch noch schaffen will
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Unter dem Motto Rückenwind für die Energiewende So schaffen wir die Klimaziele doch! lud die Osnabrücker Klimaallianz zu einer Podiumsdiskussion ins Rathaus, die von NOZ-Redakteur Rainer Lahmann-Lammert moderiert wurde. Vertreter von SPD und FDP fehlten.

Von Matthias Liedtke

Osnabrück. Aktueller Anlass war die Entscheidung der Stadtwerke, ihre Beteiligung am Kohlekraftwerk Lünen aufzustocken. Nach Auffassung der Klimaallianz steht dies einer entschlossenen Umsetzung der Energiewende und dem Erreichen der Klimaschutzziele der Stadt bis 2050 entgegen. Entsprechenden Gegenwind bekam deshalb Christoph Hüls als Vertreter der Stadtwerke, der den Schritt mit einer wirtschaftlichen Umschichtung des Portfolios″ erklärte und dabei betonte, dass es sich nicht um eine Investition handele, der Anteil an Kohlestrom dadurch nicht erhöht werde und man gleichzeitig aus dem Kohlekraftwerk Hamm ausgestiegen sei. Investitionen würden ausschließlich in neue, regenerative Anlagen getätigt, wobei es aber derzeit schwierig sei, etwa für Windkraftanlagen geeignete Flächen zu erwerben, so Hüls.

Klaus Kuhnke als Organisator der Klimaallianz entgegnete, dass man nicht nur sagen solle, was nicht geht, sondern mehr Mut aufbringen solle, etwas möglich zu machen. Dabei wies er darauf hin, dass der Ausstieg aus dem Atomstrom und den fossilen Brennstoffen und die Reduzierung von CO2 auf drei Sektoren stattfinden müsse, die nicht unabhängig voneinander betrachtet werden dürften, sondern miteinander gekoppelt werden müssten.

Neben der Versauberung der Stromquellen wurden deshalb auch die Bereiche erneuerbare Wärme und Umwandlung des Verkehrs thematisiert. Einig waren sich dabei die Diskussionsteilnehmer, dass bei der energetischen Sanierung von Gebäuden mehr passieren müsse.

Michael Kopatz von den Grünen wies darauf hin, dass Null Energie″ zwar auch in Osnabrück nicht zuletzt durch europäische Vorgaben Standard werden wird. Dies gelte jedoch nur für Neubauten, während bei der Bestandssanierung keinerlei Kontrolle der energetischen Ertüchtigung geschehe. Ratskollegin Verena Kämmerling von der CDU stimmte zu, dass man bei der energetischen Sanierung zumindest öffentlicher Gebäude vorankommen″ müsse. Andererseits müsse die Bauleitplanung aber einen Mittelweg″ dafür finden, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und dabei gleichzeitig die Klimaschutzziele im Blick zu behalten.

Was den Verkehr betrifft, mahnte Kuhnke an, dass die Busse nicht nur sauberer, sondern auch mehr und schneller″ werden müssten. Nur durch Vorrangschaltungen und mehr Busspuren könnten sie zu einer attraktiven Alternative zum Auto gemacht werden. Die Umstellung der Flotte auf E-Busse wurde zwar grundsätzlich begrüßt, aber auch als halbherzig kritisiert, da bis 2023 nicht alle, sondern lediglich die Hälfte aller Busse elektrifiziert werden sollen.

Hier sei man aber grundsätzlich auf einem guten Weg, wohingegen es bei Vertretern der Klimaallianz auf Unverständnis stieß, dass man seitens der Stadtwerke weiterhin mit Kohle Kohle machen″ wolle. Hüls wies den Vorwurf zurück, indem er betonte, dass kein Kohlekraftwerk″ Geld verdienen würde. Um kein Minusgeschäft zu machen, müssten fossile Brennstoffe aber übergangsmäßig optimiert″ werden, da das dort verlorene Geld dann anderswo nicht ausgegeben werden könne.

Man werde überall dort, wo es möglich sei, in regenerative Energiequellen investieren, um bis 2050 gemäß der städtischen Klimaschutzziele 80 Prozent des Stroms daraus speisen zu können, stellte der Stadtwerke-Vertreter in Aussicht.

Bildtext:
Klimaschutzziele erreichbar? Die Gefahr, die Klimaschutzziele der Stadt nicht bis 2050 zu erreichen, war Thema bei der Podiumsdiskussion der Klimaallianz im Ratssitzungssaal.
Foto:
Philipp Hülsmann
Autor:
Matthias Liedtke


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