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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bilder, die Erinnerungen wecken
Zwischenüberschrift:
Auf den Fluren des Stadthauses
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
33 bislang unveröffentlichte Schwarz-Weiß-Fotografien aus den Jahren des Osnabrücker Wiederaufbaus schmücken seit Kurzem die Flure im Erdgeschoss des Stadthauses 1.

pm/ ack Osnabrück. Da habe ich doch als Kind gespielt…″, wird der eine oder andere Stadthaus-Besucher beim Betrachten der Bilder denken, die der Osnabrücker Fotograf Bruno E. L. Nerger ab 1948 angefertigt hat. Und wer genau hinsieht, entdeckt aus heutiger Sicht Kurioses wie das Hinweisschild auf der seinerzeit kaum befahrenen Kreuzung am Heger Tor, das anzeigt, dass die Lotter Straße in Richtung Enschede und Oldenzaal führt.

Die Fotos der Dauerausstellung, die den Titel Osnabrück: Ansichten″ trägt, regen vorbeieilende Menschen dazu an, ihre Schritte zwischen zwei Behördengängen zu verlangsamen oder helfen dabei, eine Wartezeit zu überbrücken. Und gerade bei den etwas Älteren werden unwillkürlich Erinnerungen wach und mit den Schwarz-Weiß-Aufnahmen abgeglichen.

Als Bruno Nerger mit der Kamera loszog, war die Stadt noch von der Kriegszerstörung geprägt, aber der Wiederaufbau schritt Stück für Stück voran. So standen von den Bürgerhäusern am Markt nur die Fassaden, während das ebenfalls im Krieg zerstörte Rathaus bereits wiederhergestellt war. Ein besonderer Kontrast bot sich 1953 im Schlossgarten, wo rings um das Schloss noch die provisorischen Nissenhütten der Briten standen, während nebenan bereits das moderne IHK-Gebäude Gestalt annahm.

Die Bilder zeigen eine Stadt im Wandel in der Bildsprache eines Fotografen, der sich offensichtlich viel Zeit und Ruhe für seine Fotos genommen hat″, werden Nergers Fotos in einer städtischen Pressemitteilung charakterisiert. Nur selten sind auf den Aufnahmen Menschen zu sehen. Stattdessen erzählen Gebäude und Straßen Episoden der Stadtgeschichte.

Unser Vater kam 1948 nach Osnabrück und gründete ein Fotoatelier an der Langen Straße″, werden seine Söhne Axel und Uwe Nerger in der städtischen Mitteilung zitiert. Er fotografierte Architektur, oft im Auftrag des damaligen Verkehrsamtes der Stadt, oder lichtete Industrie und Produktionsstätten ab, zum Beispiel für Klöckner, Karmann, das OKD oder Hammersen. Anfang der 1960er-Jahre bis zur endgültigen Aufgabe des Ateliers wurde die Fotografie immer mehr zur Liebhaberei. Die Liebe zur Fotografie haben wir von unserem Vater geerbt.″

Daher sind auf dem Flur des Stadthauses auch einige Motive von Axel Nerger zu sehen, die dieser Mitte der Achtzigerjahre fotografiert hat, zum Beispiel die Fußgängerzone vor dem Bau der Kamp-Promenade.

Zustande gekommen ist die Ausstellung durch einen Zufall. Nach der Sanierung des Stadthauses hatte der städtische Eigenbetrieb Immobilien und Gebäudemanagement″ zunächst Bilderrahmen für die Flure des Erdgeschosses im Bürgeramt und in der Kfz-Stelle beschafft. Stadtsprecher Sven Jürgensen wiederum wusste seit Längerem vom Nerger′schen Fotoschatz und ergriff die Gelegenheit. Unterstützung bei der Digitalisierung der Kleinbild- und Glasnegative kam von der Druckerei Hinrichs aus Georgsmarienhütte.

Die Fotos können bis auf Weiteres während der Öffnungszeiten des Stadthauses angeschaut werden.

Bildtexte:
Was für ein Kontrast: Im Jahr 1953 standen rings um das Schloss noch sogenannte Nissenhütten″, in denen die Briten Armeeangehörigen und ihren Familien Dienstleistungen der NAAFI anboten, während nebenan bereits das neue Gebäude der Industrie- und Handelskammer entstand.
Die Söhne Bruno Nergers, Uwe und Axel Nerger, mit einem Porträtfoto ihres Vaters. Die Idee zu der Dauerausstellung hatte Stadtsprecher Sven Jürgensen (von links). Im Hintergrund: ein Bruno-Nerger-Foto des damaligen Schillerplatzes (der heutige Berliner Platz).
Fotos:
Stadt Osnabrück/ Bruno E. L. Nerger, Stadt Osnabrück/ Simon Vonstein
Autor:
pm, ack


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