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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Neumarkt wird zur Großbaustelle
 
Großbaustelle für mehrere Jahre
Zwischenüberschrift:
Neumarkt-Umgestaltung: Nach der Maiwoche geht′s an der Johannisstraße los
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Am 22. Mai, zwei Tage nach Ende der Maiwoche, beginnt der mehrjährige Umbau des Neumarkt-Quartiers. Der Startschuss fällt in der Johannisstraße, wo die Kanäle und Leitungen erneuert werden. Bauzeit allein dort: zwei Jahre.

Für die Kaufleute und Hausbesitzer in der Johannisstraße kommt es noch dicker: Die Bauarbeiten in der Straße dauern voraussichtlich zwei Jahre. Sie beginnen zwei Tage nach der Maiwoche. Das ganze Neumarkt-Quartier wird mindestens bis 2021 eine einzige riesige Baustelle sein.

Osnabrück. Bauamt, Stadtwerke und ein beteiligtes Unternehmen informierten die Anlieger am Montagabend über die geplanten Eingriffe, die das Leben und Arbeiten in der Straße bis zum Frühjahr 2020 erheblich beeinflussen werden. Die Kanalbauarbeiten werden in zwei Etappen 2018 und 2019 abgewickelt. Anschließend kommen die Straßenbauer und werden die Johannisstraße mit einer strapazierfähigen Betondecke versehen, die sich optisch der Bodengestaltung des neuen Neumarkts anpassen soll.

Der Umbau der Johannisstraße ist gleichsam der erste große Bauabschnitt zur Umgestaltung des Neumarktes. Der Platz soll nach einem Entwurf des Berliner Planungsbüros Lützow 7 mit einer barrierefreien, schraffierten Fläche aus Beton einen einheitlichen Charakter bekommen. Das Muster wird den Plänen zufolge in die Johannisstraße fortgeführt, um die Große Straße und die südliche Innenstadt auch optisch zusammenzuführen. Auch in der Johannisstraße werden die Busse künftig über Beton rollen, weil der auf Dauer belastbarer ist als Asphalt oder Pflaster.

Am Dienstag, 22. Mai, zwei Tage nach Ende der Maiwoche, wird die Baustelle in der Johannisstraße eingerichtet. Die Stadtwerke planen im ersten Schritt, die Kanäle sowie die Strom-, Wasser- und Gasanschlüsse auf dem Abschnitt zwischen dem Neumarkt und der Seminarstraße zu erneuern. Vorgesehen sind jeweils 50 Meter lange Baufelder, wie Daniela Fiege von der Stadtwerke-Tochter SWO Netz GmbH den Anliegern erklärte. Zwischen den Baufeldern werden die Passanten die Straße queren können, um alle Geschäfte weiter bequem zu erreichen. Die Busse allerdings bleiben draußen. Die Linien werden über Lyrastraße, Kollegienwall und Johannisfreiheit umgeleitet.

Weil unter der Johannisstraße ein Gewirr von Leitungen liegt, wollen die Stadtwerke neue Verfahren zum Einsatz bringen: Saugbagger sollen den Boden schnell und schonend aufschlürfen, anschließend werden die Löcher mit Flüssigboden wieder verfüllt.

Ende November, so der Plan, sind die Arbeiten bis zur Seminarstraße erledigt. Dann beginnt das Weihnachtsgeschäft, und die Baustelle ruht. Die Busse können dann wieder durch die Johannisstraße über eine provisorische Asphaltdecke rollen.

Der zweite Bauabschnitt beginnt im Januar 2019 und umfasst den südlichen Teil von der Seminarstraße bis zur Süsterstraße. Etwa 40 Hausanschlüsse für die Entwässerung sollen erneuert werden. Einige sind dringend sanierungsbedürftig, wie Untersuchungen im vergangenen Jahr ergeben haben, andere könnten noch fünf oder zehn Jahren halten. Wir machen das jetzt mit, damit wir nicht in ein paar Jahren die neue Betondecke wieder aufreißen müssen″, sagte Daniela Fiege.

Wenn die Stadtwerke ihren Job gemacht haben, kommen die Straßenbauer. Der Bauzeitenplan sieht vor, dass sie von Mai 2019 bis zum Frühjahr 2020 zunächst die Fahrbahn betonieren und anschließend die Gehwege pflastern. Bordsteine wird es nicht geben: Die Johannisstraße wird wie der Neumarkt barrierefrei sein. Die heute etwa 80 Kugelleuchten verschwinden ebenso wie Bänke und andere Hindernisse. Das Licht kommt künftig von oben aus sogenannten Seilhängeleuchten. Der Straßenbau in der Johannisstraße und die Neugestaltung des Neumarktes laufen zeitlich parallel.

Vier Projekte gleichzeitig

Bauarbeiter dürften in den kommenden Jahren das Bild im Quartier Neumarkt/ Johannisstraße dominieren wenn alle Vorhaben wie geplant umgesetzt werden. Tiefbauleiter Jürgen Schmidt geht davon aus, dass im Oktober mit dem Bau des Zauberwürfels auf dem sogenannten Baulos 2 vor dem Neumarkt-Carrée begonnen wird. Dort will die Hamburger Hotelgruppe Centro eine Drei-Sterne-Herberge mit 80 Zimmern einrichten. Der Abriss des früheren Sportarena-Hauses soll im Sommer beginnen, ein genauerer Termin liegt noch nicht vor. Auch dort entsteht ein Hotel. Jürgen Schmidt hält auch für möglich, dass Centerinvestor Unibail Rodamco im Oktober mit dem Abriss des alten Wöhrl-Komplexes beginnen lässt. Drei Hochbaustellen im Umkreis von wenigen Hundert Metern und zeitgleich ein komplexer Tiefbau in einer starkfrequentierten Straße: Die Baustellenlogistiker werden aufs Höchste gefordert sein.

Bildtext:
Johannisstraße.
Foto:
Jörn Martens

Kommentar
Bauhelm auf und durch

Klagen hilft nicht. Es muss getan werden. Wenn das Badezimmer renovierungsbedürftig ist, müssen Hausbewohner vorübergehend mit Staub, Lärm und einer kalten Gartendusche leben. Dass das Neumarkt-Quartier dringend renovierungsbedürftig ist und die Reparatur keinen Aufschub mehr duldet, steht außer Zweifel. Also: Bauhelm auf und durch.

Stadt und Stadtwerke tun alles, um die Bauarbeiten zu beschleunigen und die Nachteile für Kaufleute, Kunden und Busnutzer auf ein Minimum zu begrenzen. Die Baufelder werden klein gehalten und modernste Methoden eingesetzt. Trotzdem wird es Ärger geben, werden Lärm und Behinderungen unvermeidlich sein und Gewerbetreibende in der Johannisstraße wirtschaftliche Einbußen erleiden. Und wenn es wieder ganz schlimm kommt, hilft der feste Blick auf das Ziel: ein neuer Neumarkt mit architektonischer Brillanz.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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