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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Über die Sorgen eines Maiwochen-Betreibers
Zwischenüberschrift:
Eigenversorger, hohe Flächennutzungsgebühren und das Wetter bereiten Probleme
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Seit 2009 ist der Event-Unternehmer Christoph Sierp ein fester Bestandteil der Osnabrücker Maiwoche. Die hohen Flächennutzungsgebühren der Stadt und schwankende Einnahmen aus der Gastronomie bereiten ihm allerdings Sorgen.

Osnabrück. Drei Standorte wird Sierp in diesem Jahr inklusive Bühnen betreiben: die Georgstraße, den Jürgensort und den Nikolaiort. Zum Ende der vergangenen Maiwoche machte er auf die stark schwankenden und teilweise seit Jahren rückläufigen Umsätze in der Gastronomie der Maiwochen-Aussteller aufmerksam. Eine Teilschuld ordnete er den Besuchern zu, die sich abseits der Buden mit Getränken und Essen versorgen. Diese Selbstversorgungskultur″ könne einigen Ausstellern auf lange Sicht ernsthafte Finanzierungsprobleme bereiten. Die nachweislich steigenden Besucherzahlen würden sich nur unwesentlich oder gar nicht im Umsatz der Betreiber widerspiegeln. Dies teilte der Unternehmer im vorigen Jahr auf der Website der Maiwoche mit.

Vergangenes Jahr sind diese Selbstversorger schon sehr aufgefallen″, sagt Sierp jetzt im Vorfeld der Maiwoche 2018. Es ist sicher nicht zu unserem Vorteil, wenn Besucher ihr eigenes Bier mitbringen. Ein paar sind in Ordnung, aber es darf eben nicht überhandnehmen.″ Er habe schon Besucher beobachtet, die sich in mitgebrachten Plastikbechern mit Erdbeeren und Sekt ihre eigene Maibowle mischen. Auf einem Stadtfest sei dieses Verhalten für ihn völlig fehl am Platz. Wir haben als Betreiber nur die Chance, uns über die Gastronomie zu finanzieren. Wenn diese Einnahmen ausbleiben, wird es problematisch.″ Schließlich müsse er auch seine rund 150 Helfer auf der Maiwoche bezahlen. Für die hätten die schwankenden Einnahmen aber bisher keine Auswirkungen.

Welche Konsequenzen das geänderte Bühnenkonzept der Maiwoche hat, sei ebenfalls noch nicht absehbar. Neben dem Maidorf am Platz des Westfälischen Friedens fällt in diesem Jahr auch die Bühne am Neumarkt weg. Der Ledenhof wird das zweite Jahr in Folge nicht bespielt. Das Bühnenprogramm auf diesen Flächen hat bisher hauptsächlich das jüngere Publikum angesprochen″, sagt Sierp. Diese jüngeren und vermutlich weniger zahlungskräftigen Besucher werden sich nun auf die übrigen Standorte verteilen. Natürlich kann man dem Mitbringen von eigenen Lebensmitteln auf einem Stadtfest keinen Riegel vorschieben. Schließlich gibt es keine Einlasskontrollen wie beispielsweise auf dem Schlossgarten Open Air″, erklärt der Unternehmer. Er könne letzten Endes nur an die Maiwochen-Gäste appellieren, Getränke und Essen an den Ständen zu kaufen. Auf diese Weise sei das Stadtfest auf lange Sicht in der Lage weiterzuleben. Schließlich sei die Maiwoche ein Stück Lebensqualität und Osnabrücker Kultur.

Mehr Sorgen bereiten dem Gastronom die Auflagen der Stadt. Durch neue Sicherheitskonzepte und höhere Flächennutzungsgebühren sei der Betrieb auf potenziellen Veranstaltungsflächen wie dem Neumarkt nicht mehr rentabel. Wir bekommen von der Stadt die nackte Fläche zur Verfügung gestellt. Das gesamte Konzept ist Sache der Betreiber, genau wie die Finanzierung der Infrastruktur, der Bühnen und allem drumherum.″ Sierp ist aber optimistisch für die Zukunft: Ich bin sicher, dass sich das wieder ändern wird. Städte wie Münster schaffen es doch schließlich auch, ihr Stadtfest für Betreiber attraktiv zu gestalten.″ Er stehe zu diesem Zweck in ständigem Kontakt mit der Stadt Osnabrück und beteilige sich an der Diskussion rund um die Organisation der Maiwoche.

Ein weiterer finanzieller Unsicherheitsfaktor ist das Wetter. Würde es an beiden Wochenenden der Maiwoche regnen, hätte das dramatische Auswirkungen für das Geschäft″, so Sierp. Dieser Fall sei aber in den vergangenen zehn Jahre nicht eingetreten. Der Wettergott muss Osnabrücker sein″, schließt der Gastronom.

Weitere Geschichten rund um die Maiwoche 2018 lesen Sie unter noz.de/ maiwoche.

Bildtext:
Gastronom und Event-Unternehmer Christoph Sierp bewirtschaftet bei der Maiwoche 2018 die Flächen an der Georgstraße, am Jürgensort und am Nikolaiort.
Archivfoto:
David Ebener
Autor:
Bastian Rabeneck


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