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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Tüten gegen Tretminen
Zwischenüberschrift:
In Osnabrück gibt es 192 Beutelspender zur Hundekot-Entsorgung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wenn der Hund sein Geschäft erledigt, muss es anschließend entfernt werden. Es soll ja nicht als Tretmine″ auf Gehwegen und Grünstreifen liegen bleiben. Zur Entsorgung des Hundekots gibt es in Osnabrück Beutelspender allerdings nicht überall. Ein Überblick, nach welchen Kriterien diese aufgestellt werden und wie viele es davon in Osnabrück gibt.

Osnabrück. Sie sind ein Ärgernis: Hundebesitzer, die das große Geschäft ihrer Vierbeiner beim Spaziergang nicht einsammeln. Beim täglichen Geschäft der Fellnasen besteht Beseitigungspflicht. Wenn sich ein Hundehalter weigert, den Hundekot zu entfernen und dabei erwischt wird, muss er ein Bußgeld zahlen. In der Regel liegt der Betrag bei 50 Euro″, sagt Gerhard Meyering vom Referat für Medien und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Osnabrück.

Ihrer Entsorgungspflicht können Halter vielerorts ohne großen Aufwand nachkommen: In vielen Parks und anderen öffentlichen Stellen in Osnabrück, an denen häufig Hunde ausgeführt werden, gibt es sogenannte Dog Stations, aus denen man Beutel ziehen kann, um Hundehaufen leicht zu entsorgen. Und die Finger bleiben sauber.

Die Tütchenspender gibt es allerdings nicht überall. Hundebesitzerin Lisa-Marie Hafkemeyer hat etwa festgestellt, dass sie im Stadtteil Pye rar gesät sind. Dort sieht sie auf Gehwegen und Grünstreifen viele Hundehaufen aber keine Beutelstationen.

Nach Angaben der Stadt hängt die Standortentscheidung in erster Linie damit zusammen, wie intensiv eine Fläche von Hundehaltern genutzt wird und wie umfangreich die Verunreinigungen dort erfahrungsgemäß sind. Dieses Aufkommen werde auf der Basis von Anregungen aus der Bevölkerung ermittelt. In Pye sei eine Anschaffung bislang nicht infrage gekommen.

Die meisten Stadtteile sind durchschnittlich bis gut mit Beutelstationen versorgt. Viele sind in der Innenstadt, am Schölerberg und am Westerberg aufgestellt worden. In Lüstringen, der Gartlage oder am Rand von Pye befinden sich hingegen nur wenige in Nahne sogar keine einzige.

Bezahlt werden die Beutelspender nicht etwa aus der Hundesteuer, wie viele Bürger annehmen. Steuern dürfen grundsätzlich nicht an bestimmte Leistungen geknüpft werden. Nur weil sie den Hund im Namen trägt, werden aus der Hundesteuer keine Belange zum Wohle der Vierbeiner finanziert und Herrchen kann mit dem Hinweis Ich zahle schließlich Hundesteuer…″ auch keine Ansprüche für sich oder sein Tier reklamieren.

Stattdessen kommt das Geld für die Tüten aus dem städtischen Haushalt sowie vom Medienhaus Ströer, wie Monika Nestmann von der Stadt Osnabrück mitteilt. Die Firma ist Vertragspartner der Stadt und beteiligt sich an zu großen Teilen an den Beutelspendern. Das ist als Zusatzleistung Bestandteil eines Werberechtsvertrags, wie Andrea Breyther, die PR-Managerin der Firma, erklärt. Neben der Anschaffung und Wartung der Hundestationen zählen zu diesen Leistungen unter anderem die Bereitstellung des öffentlichen W-Lan-Netzes in Kooperation mit der Stadt oder auch das Entfernen wilder Plakatierung. Im Gegenzug darf Ströer im öffentlichen Raum Werbeflächen vermarkten.

Von den 192 Beutelstationen, die in Osnabrück aufgestellt sind, betreut die Firma Ströer 150. Diese wurden im Jahr 2017 durchschnittlich mit rund 19 000 Beuteln pro Woche befüllt. Im vergangenen Dezember kamen auf diese Menge an Beuteln insgesamt 6158 Hunde, die zur Hundesteuer angemeldet sind.

Die Kottüten erfüllen indessen nur dann ihren Zweck, wenn sie von Frauchen oder Herrchen auch eingesetzt werden. Das ist selbst in unmittelbarer Nähe zu Beutelstationen nicht immer der Fall, wie beispielsweise leidgeprüfte Anlieger der Grünfläche am Jahnplatz im Stadtteil Wüste zu berichten wissen.

Und selbst wenn die Säckchen benutzt werden, geschieht das nicht immer bestimmungsgemäß. In jüngster Zeit haben unsere Redaktion Schilderungen erreicht, wonach es immer wieder Hundehalter gibt, die Bellos Hinterlassenschaft zwar erst einmal brav in den Beutel füllen diesen dann aber nicht etwa in den nächsten Mülleimer werfen, sondern ihn akkurat verschlossen auf dem Rasen liegen lassen.

Bildtext:
Wenn Bello im öffentlichen Raum sein Geschäft erledigt, muss Frauchen es entfernen. In Osnabrück gibt es 192 Beutelspender, um den Hundekot zu entsorgen.
Foto:
dpa
Autor:
Frederik Tebbe


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