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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Fingerhakeln um ein besseres Gehalt
Zwischenüberschrift:
Wie Fritz Wolf Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst auf den Punkt brachte
Artikel:
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Originaltext:
Derzeit sorgen wieder Warnstreiks im öffentlichen Dienst sowie die Verdi-Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt für reichlich Gesprächsstoff. Vor einem Vierteljahrhundert standen die Tarifverhandlungen zwischen ÖTV-Chefin Monika Wulf-Mathies und Bundesinnenminister Rudolf Seiters im Fokus der Öffentlichkeit.

Osnabrück. Als reine Millimeterarbeit″ betrachtete der Karikaturist Fritz Wolf 1993 das tarifliche Fingerhakeln zwischen der Gewerkschafterin und dem Minister. Beide schweben am Verhandlungstisch in der Luft ob ihnen die Bodenhaftung fehlt? Der Zollstock belegt, wie zäh die Annäherung fortschreitet. Immerhin begegnen sich die Tarifkontrahenten auf Augenhöhe, was längst nicht für alle Wolf′schen Perspektiven auf den Tarifstreit der Jahre 1992 und 1993 gilt.

Zum Auftakt der 92er-Gespräche setzte der Karikaturist das ungleiche Paar jeweils telefonierend an einen meterlangen Verhandlungstisch, der die enorme Distanz zwischen der Gewerkschaftsforderung von 9, 5 und dem Arbeitgeberangebot von 3, 5 Prozent symbolisiert. Mit lässig übereinandergeschlagenen Knien und einem breiten Grinsen im Gesicht macht Monika Wulf-Mathies dabei den deutlich entspannteren Eindruck.

Dies ändert sich jedoch im Lauf der Gespräche: Zunächst entlockt die Gewerkschafterin Rudolf Seiters per drohender Streik-Urabstimmung sowie einem kräftigen Griff an sein Ohr eine Nachbesserung auf 4, 7 Prozent, während sie selbst die neue ÖTV-Forderung von 5, 3-Prozent präsentiert.

In einer dritten Karikatur („ Warten auf den Knall″) lässt die streitbare Tarifkämpferin ihre Muskeln richtig spielen mit wirrem Haar, aufgekrempelter Kostümjacke und einer Streikkeule in der rechten Hand. Ob solch wilder Drohgebärden fassen sich ihr Kontrahent und der deutsche Michel entsetzt an den Kopf.

Für Rudolf Seiters mag in all diesen Verhandlungsrunden jenes von Fritz Wolf 1993 in Szene gesetzte Selbstverständnis gegolten haben, das den Bundesminister aus dem Emsland unbekleidet und mit einer Aktentasche vor der Scham auf dem Weg in die Tarifgespräche zeigt. Getreu dem Motto öffentlicher Arbeitgeber: Versuchen Sie mal, einem nackten Mann in die Tasche zu greifen!

Zur Person: Hermann Queckenstedt ist Sprecher des Fritz-Wolf-Kuratoriums und Direktor des Diözesanmuseums Osnabrück.

100. Geburtstag von Fritz Wolf

Die Neue Osnabrücker Zeitung″ widmet ihrem langjährigen Hauskarikaturisten Fritz Wolf (1918–2001) zum 100. Geburtstag am 7. Mai 2018 eine Karikaturen-Serie.

Im Diözesanmuseum Osnabrück sind noch bis zum 15. Juli in der Sonderausstellung Er war ein Osnabrücker! Wolf′sche Karikaturen zu regionalen Themen zu sehen.

Bundesinnenminister a. D. Rudolf Seiters wird am Geburtstag Fritz Wolfs als Ehrengast während einer Feierstunde im Friedenssaal erläutern, wie sich ein Abiturient des Gymnasiums Carolinum als Gegenstand Wolf′schen Bildwitzes fühlt.

Weitere Informationen zum Wolf-Jubiläum erteilen das Diözesanmuseum (Telefon 05 41/ 31 84 81) sowie die Fritz-Wolf-Gesellschaft ( Telefon 01 76/ 31 11 06 63, E-Mail: post@ Fritz-Wolf.de
Autor:
Hermann Queckenstedt


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