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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
So schützt der Zoo bedrohte Tierarten
Zwischenüberschrift:
Züchtung sichert Bestand von Panda-Bären und Gibbon-Affen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ob Kleiner Panda oder Sumatra Tiger, ob Flachlandtapir oder Orang-Utan alle diese und noch viele andere Tierarten, denen man bei einem Rundgang durch den Osnabrücker Zoo begegnet, sind in freier Wildbahn

vom Aussterben bedroht. Deswegen bemüht sich der Zoo um Nachzucht am Schölerberg, beteiligt sich aber auch an Artenschutzprogrammen im Ausland.

Osnabrück. Können Zoos durch Auswilderung ihrer Tiere denn tatsächlich das Aussterben von Arten verhindern? – „ Ja, vorausgesetzt, deren Lebensräume sind noch vorhanden oder Naturschutzgebiete werden neu angelegt. Zudem muss sich dann das ökologische Gesellschaftsverständnis vor Ort verbessern.″, weiß Osnabrücks Zoodirektor Michael Böer. Dass Auswilderung funktionieren kann, erlebte er selbst unter anderem auf Mallorca. Dort habe er ein ursprünglich aus Osnabrück stammendes Mönchsgeier-Weibchen im gebirgigen Norden der Insel majestätisch in der Luft kreisen und im Horst an der Felswand Nachwuchs großziehen sehen. 1988 wurden Mönchsgeier aus dem Osnabrücker Zoo auf Mallorca und 2006 in Südfrankreich in die Wildbahn entlassen, um die dortige Population zu stabilisieren.

Wenn möglich, verfahren wir beim Artenschutz zweigleisig″, erklärt Michael Böer. Zum einen werden Arten außerhalb des natürlichen Lebensraums durch eine Zuchtgruppe im Zoo („ ex situ″), zum anderen unmittelbar am Ort des natürlichen Vorkommens der Tierart („ in situ″) geschützt. Da sich der Osnabrücker Zoo fast komplett selbst finanziere, seien die Mittel für Artenschutz außerhalb der Einrichtung allerdings beschränkter als in Tierparks, die städtisch unterstützt werden. Wir suchen unseren eigenen Weg, um den Aufgaben eines Zoos Artenschutz, Forschung und Bildung gerecht zu werden″, so Böer.

Er deutet auf eine Gruppe von pavianartigen Drills. Zusammen mit Meerkatzen und Rotbüffeln, mit denen sie auch in freier Natur den Lebensraum teilen, laufen sie auf einem 2000 Quadratmeter großen Gelände im Zoo-Areal Takamanda. Je artgerechter die Haltungsbedingungen, je wohler fühlten sich die Tiere und umso höher seien die Chancen auf Nachwuchs, so der Zoodirektor. Nur noch wenige Tausend Drills gibt es in Afrika und ihre Bestandszahlen sind weiter rückläufig. Ihr Lebensraum Regenwald wird abgeholzt, und sie werden bejagt, da das Fleisch dieser Affen traditionell als Delikatesse gilt. Mehrere europäische Zoos setzen sich für den Erhalt der Drills ein und zählen derzeit insgesamt 90 Individuen, sieben davon in Osnabrück. Neben den seit 1983 bestehenden Zuchtbemühungen unterstützt der Osnabrücker Zoo über den Verein Rettet den Drill e. V.″ ein Projekt in Nigeria. Er stellte 2016 das Jahresbudget für zwei lokale Familien, die ihren Lebensunterhalt mit der Ernte von Aframomum verdienen. Die schmackhaften und energiereichen Pflanzen werden an verletzte oder verwaiste Drills in der Rettungsstation Limbe Wildlife Centre″ verfüttert. Die Affen werden dort gepäppelt und, wenn gestärkt und gesund, wieder ausgewildert. Eine andere Affenart, die für ihren Gesang und ihre langen Schwing-Arme bekannten Gelbwangen-Schopfgibbons, konnten in den letzen 15 Jahren am Schölerberg erfolgreich nachgezüchtet werden. Acht Jungtiere sind bereits zur weiteren Fortpflanzung in andere Zoos umgezogen. Auch Gibbons gehören zu den stark gefährdeten Arten. Deswegen unterstützt der Zoo ein In-situ-Projekt der Stiftung Artenschutz in Asien. Im Kon Ka Kinh Nationalpark im zentralen Bergland von Vietnam wird zu Verbreitung des Gelbwangen-Schopfgibbons geforscht, lokales Personal wird in Tierbeobachtung geschult. Zu den umfangreichen Schutzmaßnahmen gehören auch Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung, um die Bevölkerung für das Thema Wildtierjagd und Artenschutz zu sensibilisieren.

Der Kleine Panda

Im Tigertempelgarten Osnabrücks bewegen sich die Zoobesucher zwischen gleich zwei Arten, die auf der Roten Liste der stark bedrohten Tiere geführt werden. Auf der einen Seite schleichen die Sumatra-Tiger, von denen es nur noch rund 400 in Freiheit und 200 in Zoos gibt, zwischen Bambussträuchern über die Anlage, auf der anderen klettern zwei Rote Pandas in den Bäumen.

Eine der Panda-Schwestern soll in naher Zukunft gegen ein Männchen aus einem anderen Tierpark getauscht werden, damit es in Osnabrück zukünftig kleine Panda-Babys geben wird eine Ex-situ-Schutzmaßnahme. Der Rote Panda lebt eigentlich im Himalaja. Steigende Bevölkerungszahlen und damit einhergehende Abholzung von Wäldern reduzieren seinen Lebensraum. Waldgebiete werden als Weideland und für Brennholz benötigt. Streunende Hunde stellen eine zusätzliche Gefahr für den Roten Panda dar. In einem WWF-Projekt drehte Tierfilmer Axel Gebauer eine Dokumentation über den tierischen Bergbewohner. Zusammen mit anderen Zoos übernahm Osnabrück das Sponsoring.

Der Film Der Kleine Panda Verborgen im Himalaja″ wird am 23. April um 20: 15 Uhr auf ARD gezeigt. Den Trailer kann man sich schon jetzt auf der Internetseite des Tierfilmers ansehen: www.gebauer-wildphoto.com.

Bildtext:
Schutzbedürftig sind die Gelbwangen-Schopfgibbons. Ein Elternpaar mit einem Jungtier lebt im Zoo Osnabrück.
Wer die Roten Pandas im Zoo Osnabrück entdecken will, sollte am Tigertempelgarten den Blick nach oben in die Baumkronen schweifen lassen. Häufig sitzen die Pandas hoch oben in den Ästen.
Sumatra-Tiger hält Siesta: Der Zoo unterstützt ein WWF-Projekt zum Schutz des Tigers auf der Insel Sumatra.
Fotos:
Hlawatsch, Lisa Josef
Autor:
Carolin Hlawatsch


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