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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Jüdisches Leben in der Weststadt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Im Katharinenviertel lag nicht nur die Synagoge, sondern in unmittelbarer Nachbarschaft auch die Zentrale der NSDAP („ Das braune Haus″). Im Quartier wohnten bis zu ihrer Flucht oder Deportation außerdem zahlreiche jüdische Familien neben Mitgliedern von SA-Einheiten und der NSDAP-Ortsgruppe Martinitor. Eine Führung an diesem Sonntag begibt sich auf die Spuren der NS-Zeit im Katharinenviertel″.

Im Zentrum des Viertels lag der Tennisplatz, den die jüdischen Familien nach dem frühen Ausschluss aus dem Osnabrücker Turnverein in den 1920er-Jahren betrieben haben″, erklärt Martina Sellmeyer, die durch das Viertel führen wird. Geht es um das jüdische Leben in Osnabrück und seine Auslöschung, ist Sellmeyer Expertin: Zusammen mit Peter Junk veröffentlichte sie das Buch Stationen auf dem Weg nach Auschwitz: Entrechtung, Vertreibung, Vernichtung. Juden in Osnabrück 1900– 1945″ und damit eines der Standardwerke zum Thema Judenverfolgung in der Hasestadt.

Die Führung, so Sellmeyer, soll nicht nur die jüngere Geschichte des Viertels näherbringen, sondern auch das Engagement für den Erhalt des Hauses Herderstraße 22 unterstützen. Dort lebte die jüdische Familie Flatauer. Die Geschichte ihres heute leer stehenden und heruntergekommenen Hauses zeigt, wie es damals vielen jüdischen Bürgern erging: Ihr Zuhause und all ihr Besitz wurden ihnen genommen. Die Söhne der Flatauers konnten fliehen, die Eltern wurden in Auschwitz ermordet. Der Bürgerverein Katharinenviertel will, dass das Haus in seinem derzeitigen Zustand ein Schandfleck des Viertels″, so Mitglied Hartmut Böhm eine Gedenkstätte wird. Eine Idee, die auch der Rat grundsätzlich unterstützt. Allerdings will die Besitzerin des Hauses die Immobilie nicht verkaufen. Die Führung startet um 11 Uhr und ist kostenlos. Treffpunkt ist am Haupteingang des Felix-Nussbaum-Hauses, Lotter Straße 2.
Autor:
cob


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