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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Neumarkt: Centro baut zwei Hotels
 
„Zauberwürfel″ am Neumarkt wird ein Hotel
Zwischenüberschrift:
Neues Eckgebäude vor H&M soll 2020 stehen – Sportarena weicht einem weiteren Drei-Sterne-Haus
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die Hamburger Centro Hotel Group will am Neumarkt zwei Hotels bauen. Der Bau auf der Fläche der Sportarena war bekannt, dass die Hamburger ein weiteres Haus auf dem sogenannten Baulos zwei vor H& M planen, überrascht.

Am Neumarkt in Osnabrück entsteht ein weiteres Hotel. In dem geplanten Eckhaus vor H& M, auch bekannt als Zauberwürfel″ oder schlicht Baulos 2, will die Hamburger Hotelgruppe Centro unter der Marke Boutique Hotels eine Drei-Sterne-Herberge mit 80 Zimmern einrichten.

Osnabrück. Nach dem Ninety-Nine-Hotel (3-Sterne, 131 Zimmer), das anstelle der heutigen Sportarena gebaut wird, ist es bereits das zweite Centro-Hotel an Osnabrücks wichtigstem innerstädtischen Platz. Wie die Centro Hotel Group am Dienstag mitteilte, sind die Pachtverträge mit dem Osnabrücker Immobilieninvestor Theodor Bergmann unter Dach und Fach. Noch in diesem Jahr werde mit den Bauarbeiten begonnen.

Zunächst werde das Sportarena-Haus abgerissen und durch einen siebenstöckigen Neubau mit zwei Restaurants und Tiefgarage ersetzt. Wie das Gebäude aussehen solle, entscheide sich in einem Architektenwettbewerb, dessen Ergebnis am 17. Mai feststehe. Eröffnen sollen beide Häuser im Herbst 2020.

Centro betreibt nach eigenen Angaben zurzeit 73 Hotels in Deutschland und Österreich mit einer Gesamtkapazität von 7200 Zimmern. Zur Gruppe gehören die Marken Centro Hotels, Four Side Hotels und Boutique Hotels. Ende 2018 kommt die Marke Ninety-Nine hinzu.

Unsere Boutique Hotels sind reine Garni-Hotels″, erklärte Centro-Marketingchef Rainer Schillings auf Nachfrage. Sie böten Übernachtung und Frühstück, aber keine Vollverpflegung an. Kennzeichnend seien vielmehr designorientierte Zimmer mit starkem Lokalkolorit″. Am Standort Hamburg-Flughafen sei beispielsweise das Thema Reise prägend, im Ruhrgebiet Kohle und Stahl, in Köln der Dom. Ein Leitmotiv für Osnabrück stehe noch nicht fest. Das Ninety-Nine-Hotel am Neumarkt werde das definitiv höherwertige″ Haus von beiden, so Schillings weiter. Statt auf ortstypischer Raumgestaltung liege der konzeptionelle Schwerpunkt bei der neuen Marke auf Kommunikation, Begegnung und Erlebnis″.

Vom Potenzial der Stadt als Tagungs- und Tourismuszentrum ist die Hotelgruppe grundsätzlich überzeugt. Die Hotelszene in Osnabrück braucht neue Impulse″, zitiert sie ihren Chief Executive Officer (CEO) Rahman Neiro. Die beiden Hotels werden zusätzliches Leben in die Innenstadt bringen.″ Seit 2015 sind in Osnabrück mit dem Arcona Living an der Osnabrück-Halle (108 Zimmer) und dem B& B-Haus auf der Ostseite des Bahnhofs (100 Zimmer) bereits zwei neue Hotels an den Markt gegangen. Am Alando Palais befindet sich ein Holiday Inn (158 Zimmer) im Bau.

Für das geplante Eckhaus vor H& M hatte Investor Bergmann Ende 2016 einen Bauantrag gestellt. Das einem Zauberwürfel ähnelnde Gebäude markiert die westliche Ecke des Neumarkts und rekonstruiert damit den Platz in seiner ursprünglichen Form und Ausdehnung.

Laut Bergmann wird es eine zusätzliche, achte Ebene bekommen. Für den Einzelhandel seien Untergeschoss, Erdgeschoss und erstes Obergeschoss reserviert, für das Hotel die darüberliegenden Stockwerke. Ganz oben werde es eine Bar mit Blick über die Dächer der Innenstadt geben, kündigte der Immobilienkaufmann am Dienstag an.

Bergmann setzt auf einen autofreien Neumarkt schon allein weil nach den Erwartungen der Stadt 7000 Fußgänger pro Stunde den Neumarkt überqueren würden. Da bleibe kaum noch Zeit für Autos, meint der Immobilienkaufmann, vielleicht nicht einmal für Busse. Und er ist überzeugt, dass auch das Einkaufszentrum am Neumarkt gebaut wird. Das Architekturbüro Kalla Wittfeld arbeite gerade den Bauantrag aus, den Investor Unibail Rodamco fristgerecht bis Mitte Juli einreichen werde.

Parkplätze bei Galeria

Wegen der geplanten Neumarkt-Sperrung müssen die Gäste des künftigen Boutique Hotels auf eine direkte Zufahrt mit dem Auto verzichten. Kein Problem, meint Bergmann, dafür werde es vor dem 100 Meter entfernten Ninety-Nine an der Straße Öwer de Hase″ eine Hotelvorfahrt geben.

Von dort könnten sich die Gäste ihre Koffer bringen lassen. Außerdem übernehme das Hotel Stellflächen im Parkhaus von Galeria Kaufhof. Eine gute Ergänzung, findet Bergmann, denn die Hotelgäste wollten ihre Autos ja vornehmlich nachts abstellen, und das Kaufhaus brauche sie ja nur tagsüber.

Bildtext:
Das Eckhaus auf dem Neumarkt im Entwurf. Anders als dargestellt soll es für das Boutique Hotel um ein Stockwerk in die Höhe wachsen.
Grafik:
Centro Hotel Group

Kommentar
Steht Osnabrück ein ruinöser Wettbewerb bevor?

Es ist schon eine gute Nachricht, dass es in Osnabrücks umkämpfter Mitte weitergeht. Seit der Fertigstellung des Hasehauses hat der Neumarkt nur noch mit dem Hin und Her bei der Sperrung unrühmliche Schlagzeilen gemacht. Mit den beiden Hotelbauten besteht die Chance, dass der vom Durchgangsverkehr strapazierte Platz immerhin optisch aufgewertet wird. Aber selbst ein optimistischer Betrachter kommt nicht an der Frage vorbei, was Osnabrück wohl blüht, wenn es zu einem ruinösen Wettbewerb in der Hotelbranche kommt.

Für Übernachtungsgäste gab es in Osnabrück noch nie eine so große Auswahl. In den vergangenen Jahren haben sich neue Häuser für die unterschiedlichsten Ansprüche dazugesellt wie das Arcona Living (108 Zimmer) an der Stadthalle, das Ibis Budget (148) und das B& B (100) am Hauptbahnhof. Nicht weit entfernt und im Rohbau schon gut zu erkennen ist das Holiday Inn an der Niedersachsenstraße, das sich mit seinen 158 Zimmern an ein anspruchsvolleres Publikum richtet.

Mit den beiden Centro-Hotels am Neumarkt kommen demnächst weitere 211 Zimmer auf den Markt, und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen. Es mag ein gutes Zeichen sein, dass Osnabrück von den Managern großer Hotelketten als zukunftsfähiger Standort wahrgenommen wird, und es ist erfreulich, wenn deren Marketing der Stadt neue Gäste zuführt. Aber ein ungezügeltes Wachstum wird es nicht geben, und wenn die vielen Zimmer erst am Markt sind, werden sie auch vermietet notfalls zu Billigtarifen. Ein Preiskampf würde das Ende für viele inhabergeführte Hotels bedeuten. Dabei sind sie es, die durch Individualität und Kundennähe überzeugen können. Aber angesichts der schieren Masse Beton für neue Hotelprojekte werden sie es schwer haben.
Autor:
Sebastian Stricker, Rainer Lahmann-Lammert


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