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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Tierisches Training mit Pfiff
Zwischenüberschrift:
Wie der Zoo-Nachwuchs die Schulbank drückt – Vorbereitung auf Medizinchecks
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Erst das Training, dann die Belohnung: Im Zoo Osnabrück erlernen Elefant Minh-Tan und Seehund Fenja derzeit auf spielerische Weise, sich an medizinische Routineuntersuchungen zu gewöhnen. Die Tiere machen gute Fortschritte auch wenn die Konzentration bei langen Unterrichtsstunden schon mal nachlassen kann.

Osnabrück. Es sind und bleiben Wildtiere, gerade der Seehund ist halt auch ein Raubtier″, erklärt Andreas Wulftange, wissenschaftlicher Kurator im Zoo Osnabrück. Pfleger und Tiere profitierten von dem Training: Einfache medizinische Untersuchungen könnten durchgeführt werden, zudem sei keine Narkose nötig. Diese bringe immer ein gewisses Risiko für die Tiere mit sich. Das Training funktioniere generell nur auf freiwilliger Basis, die jungen Schüler sollen den Spaß behalten″, betont Wulftange. Bei erfolgreich ausgeführten Kommandos gebe es eine Belohnung, auf Bestrafungen werde gänzlich verzichtet.

Spielerische Übungen

Pflegerin Cathi George hat im September angefangen, mit dem jungen Seehundweibchen Fenja zu trainieren. Aktuell lebt der Nachwuchs noch mit den Eltern Max und Biene zusammen. Die Seehunde erwarten die Pflegerin bereits, als sie zusammen mit Wulftange das Gehege betritt. Fenja war von Anfang an ein total neugieriger Seehund″, sagt George lobend. Sie könne das Tier ohne Probleme am ganzen Körper anfassen, im Augenblick versuche sie den Seehund dazu zu bringen, durch einen Reifen zu schwimmen. Solche Übungen hätten keinen unmittelbaren medizinischen Nutzen, würden den Tieren aber Spaß machen. Außerdem sehen wir daran, wie sie mitmachen, wie es ihnen geht und ob sie gut drauf sind″, erläutert George.

Bei dem Training arbeiten die Pfleger mit einem Stock, als Orientierungshilfe für die Tiere. Fenja soll den Stab mit ihrer Nase berühren, dafür muss sie sich flach auf den Boden legen. In dieser Position können die Pfleger die Seehunde abtasten. Bei erfolgreicher Ausführung erfolgt ein kurzer Pfiff, anschließend gibt es zur Belohnung einen Fisch. Nicht immer zeigt sich das junge Seehundweibchen vom Training begeistert, wie bei jedem Schüler fehlt manchmal die Lust am Lernen. Wer Fenja bei ihrem Training beobachten will, sollte sich beeilen: In Kürze zieht sie in einen anderen Zoo um.

Der Asiatische Elefant Minh-Tan hatte Anfang Februar seine erste Unterrichtsstunde. Das Training funktioniert hier nach einem ähnlichen System: Mithilfe von Stäben geben die Trainer ihre Kommandos, zur Belohnung gibt es Leckereien. Allerdings sei zwischen Trainer und Tieren immer eine Barriere″, verdeutlicht Wulftange den Respekt vor den Dickhäutern. Die Elefanten müssten also als Erstes lernen, ohne Scheu an die Absperrung zu treten, um mit dem Trainer in Kontakt zu kommen.

Abgucken ist erlaubt

Erfolgt dieser Ablauf ohne Probleme, könne er mit schwierigeren Lektionen beginnen, erzählt der Biologe. Das Kommando Rangu etwa, bei dem der Elefant seinen Rüssel hebt, ihn an die Stirn legt und den Kopf nach hinten neigt. Die Bewegung lasse eine Mundkontrolle zu, berichtet Wulftange. Auffällig ist die direkte Kommunikation, beim Training gibt es auch mal ein Lob für die Tiere: Elefanten nehmen eher die verbale Bestätigung an″, so der Kurator.

Wie bei allen Kindern lasse bei dem kleinen Elefanten ab und an die Konzentration nach. Trickreich ist Minh-Tan auf alle Fälle: Wenn die Mitarbeiter mit seiner Schwester Sita trainieren, nutzt er die Chance, um abzugucken. Vielleicht ist er deshalb auch schon so gut im eigenen Training″, sagt Wulftange schmunzelnd.

Alles zum Zoo im Themenportal auf noz.de/ zoo

Bildtexte:
Gut gemacht: Seehundweibchen Fenja erhält ihre Belohnung von Pflegerin Cathi George während des medizinischen Trainings.
Elefantenjungtier Minh-Tan mit Andreas Wulftange.
Fotos:
Michael Gründel
Autor:
Steffen Siekmeier


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