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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Uni-Standorte in der Kritik
Zwischenüberschrift:
Viele Informationen in Bürgerversammlung
Artikel:
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Originaltext:
Uni-Standorte in der Kritik - Viele Informationen in Bürgerversammlung

Im Mai will das Begutachtergremium seine Empfehlung über den Uni-Standort formuliert haben und an die Landesregierung geben. Das erklärte Prof. Wortmann, Vorsitzender dieses Gremiums, in der Bürgerversammlung, mit der die Meinung der Bürgerschaftüber die Standortvorschläge eingeholt wurden.
Prof. Wortmann erläuterte noch einmal das Verfahren. Drei Gutachtergruppen hatten den Auftrag, Standortmöglichkeiten in Atter, am Westerberg und im Gebiet Wüste/ Kalkhügel zu untersuchen, wobei es ihnen freigestellt war, noch weitere Standorte zu benennen. Über diese Vorschläge berät jetzt das Gremium, dem u. a. Vertreter des Landes, der Stadt, des Gründungsausschusses sowie Professoren und Planungsexperten angehören. Erst die Empfehlung dieses Gremiums wird exakter deutlich machen, wohin die Universitätsbauten endgültig kommen, wohingegen die drei Vorschläge der Gutachter nur Diskussionsgrundlagen sind.
Aus dem Gespräch ist vollends der Standort Atter verschwunden. Das wurde damit begründet, daß man in der Zeit, in der dieser Standort erörtert wurde, mit nur einer Universität in Osnabrück und nicht mit einer zweiten in Oldenburg rechnete und damit auch größere Studentenzahlen als heute berücksichtigen mußte. Außerdem spielen nach den Ausführungen in der Bürgerversammlung auch Finanzfragen eine Rolle: In Atter müßten umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen durchgeführt werden, wohingegen an denübrigen Standorten solche Einrichtungen entweder direkt vorhanden sind oder in der Nachbarschaft angetroffen werden.
Gemeinsame Auffassung der drei jetzt vorliegenden Standortvorschläge ist die Dezentralisation der Uni-Bauten im Stadtgebiet. Man erhofft sich davon ein leichteres Integrieren der Uni in das Stadtleben und will bei einem eventuellem Ausrufen eine zu starke Belastung eines einzelnen Stadtteiles vermeiden.
Hier noch einmal die Standortvorschläge der einzelnen Gruppen. Die Osnabrücker Architektengruppe will Uni-Neubauten am Westerberg, auf dem jetzigen Kromschrödergelände an der Jahnstraße und auf dem Finkenhügel errichten. Die Architektengruppe Linde aus Stuttgart schlägt 15 Projektzentren im Westerberggebiet vor, wobei als Austauschschwerpunkt Dodesheide angegeben wird. Die Gruppe Throll (Göttingen) bezieht in ihren Vorschlag ebenfalls den Westerberg ein, das Gebiet Wüste/ Kalkhügel und Gartlage/ Schinkel.
Während die Gruppe Throll am Westerberg nur das Gelände von Stahn und Finke in Anspruch nehmen will (hier soll ein Gebäude etwa so groß wie die jetzige Fachhochschule am Westerberg errichtet werden), will die Osnabrücker Gruppe das Kasernengelände und den Middelbergschen Steinbruch in Anspruch nehmen. Dabei soll die Albrechtstraße bis zum Steinbruch vierspurig ausgebaut werden. Die Gruppe Linde will am Westerberg die meisten Studenten (13 600) unterbringen, will aber auch nur das Kasernengelände benutzen. Sie räumt aber auch ein, daß die Uni-Bauten am Westerberg am teuersten kommen werden. Darum wird als Austauschschwerpunkt Dodesheide vorgeschlagen.
Die Anfragen aus der Bürgerschaft und die Kritik kreisten denn auch um die Kostenfrage. Steuerberater Bernd Albers: " Wenn die Bebauung am Westerberg am teuersten kommt, warum soll dann unbedingt hier gebaut werden, wo doch andere ebenso elegante Lösungen möglich sind? Denken sie an die Osnabrücker Steuerzahler, die mit für die Kosten aufkommen müssen, wenn die Kasernen abgerissen und Ersatzbauten erstellt werden sollen. Wo sollen am Westerberg die Autos bleiben und wo sollen Studenten und Lehrer wohnen?" Auf die Frage von Bürgermeister Dr. Scholz, ob man Zusagen für die Verlegung der Kasernen habe, wurde geantwortet, daß man vorerst mit einer solchen Möglichkeit nicht rechne und daher Uni-Bauten an dieser Stelle nur langfristig planen könne. Ratsherr Carl Möller wies auf die große Kaufsumme hin, die von der Stadt für den Ankauf des Westerbergs auf den Tisch gelegt werden mußte, während FDP-Kreisvorsitzender Karl Heinz Petersson meinte, hier würden zu viele heilige Kühe auf das Eis geschoben.
Vor weiterer Kritik an einer möglichen Westerbergbebauung betonte Beigeordneter Weber, der Stadtrat habe niemals beabsichtigt, Naherholungsgebiete aufzugeben, und Beigeordneter Nettelnstrot erklärte, der Westerberg habe zwar bis zum Kammweg hin untersucht werden sollen, eine Bebauung bis zu dieser Grenze hin sei nie beabsichtigt gewesen.
Aus dem Beurteilungsgremium wurde immer wieder darauf hingewiesen, daß der Kammweg erhalten bleiben soll, daß man nicht mit sehr viel Autoverkehr rechne, da in der Nachbarschaft Wohnungen so gebaut werden könnten, daß sie fußläufig zu erreichen seien und daß eine Dezentralisierung der Uni-Bauten im Stadtgebiet unerwünschte Entwicklungen vermeiden würde.
Vergebens wurde aus dem Publikum noch einmal eine Lanze für Atter gebrochen mit der Feststellung: " In Kürze haben wir neue Stadtgrenzen, die Planer scheinen aber nur in den alten Grenzen gedacht zu haben. Wenn die Studenten in das Stadtgebiet integriert werden sollen, dann erhebt sich jetzt die Frage, ob den Atteranern solches nicht widerfahren soll."
Ein bemerkenswertes Wort von GA-Mitglied Dahms: " Auf Grund der hohen Kosten und der Verfügbarkeitsprobleme neigen wir der Meinung zu, daß am Westerberg nur wenig bebaut werden sollte."


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