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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Hände weg vom Westerberg!
Zwischenüberschrift:
Leserbrief.
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Hände weg vom Westerberg

Hier wird eine Forderung " Hände weg vom Westerberg", die sich auf den Vorschlag der Gutachtergruppen für den Mikrostandort der Universität bezieht, unterstützt.
Was für diejenigen, die die Diskussionen über den Standort des Verfügungszentrums verfolgt haben, keine Überraschung mehr bedeutet, ist nunmehr geschehen: Die Gutachtergremien sprechen sich übereinstimmend dafür aus, daß wesentliche Teile der künftigen Universität auf dem Westerberg errichtet werden. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle mehr, wie groß der für den Westerberg vorgesehene Anteil ist, denn bei dem künftigen Raumbedarf einer Universität würde es in jedem Fall nur eine Frage der Zeit sein, ob der Berg voll beansprucht wird.
Nun ist die Situation eingetreten, daß die Verfechter des Westerberges als Standort der Universität mit nüchternen Zahlen und Argumenten aufwarten können und damit weit im Vorteil sind gegenüber denjenigen, die " nur" mit ihrem Herzen am Westerberg hängen, die nur von der Schönheit dieses Platzes reden können und die vielleicht in erster Linie des Westerberges wegen ihre Vaterstadt lieben und gern hier wohnen.
Wie aber konnte es soweit kommen? Wie ist es möglich, daß der Westerberg überhaupt eine der Alternativen werden konnte, die die Gutachtergremien zu beurteilen hatten? Warum ist von Rat und Verwaltung nicht vor dem Tätigwerden der Gutachter erklärt worden, daß dieses Gebiet für die Universität nicht in Frage kommt? Der Osnabrücker Bürger und Wähler darf sicher Antwort erwarten auf diese Fragen von den einzelnen Ratshausfraktionen, von der Stadtverwaltung und der Regierung, denn den auswärtigen Gutachtergruppen ist kaum ein Vorwurf daraus zu machen, daß sie zu dieser Entscheidung kamen, wohl aber denen, die für die Entwicklung der Stadt verantwortlich sind.
Osnabrück
Krahnstraße 3
Dr. Hans Pankoke

Wer eben noch in Sorge war, die Stadtverwaltung werde vielleicht bei der " Sanierung" der Innenstadt den smarten, so ungemein eindrucksvoll mit Hubschraubern einschwebenden Vertretern der Abbruch- und Betonunternehmern nicht genügend Widerstandskraft und bodenständige Wertmaßstäbe entgegensetzen, sieht sich nunmehr in Gestalt der Pläne, den Westerberg der Universität zu opfern, einer noch wesentlich größeren Gefahr gegenüber. Hier ist nicht nur größte Aufmerksamkeit, sondern, und zwar schon jetzt, heftigste Gegenwehr geboten. Denn einschlägige Erfahrungen in deutschen Großstädten zeigen nur zu deutlich, daß den Kommunalverwaltungen und - politikern kein Preis zu hoch ist, wenn es gilt, ein Ziel, auf das sie fixiert sind, zu erreichen.
Ein solches Ziel ist für die Stadt Osnabrück allem Anschein nach die Universität, obwohl ich stark bezweifle, daß sich die Stadtväter darüber im klaren sind, was da, insbesondere an Kosten, auf sie zukommt, und daß mit ihrem Aufbau allen Bürgern der Stadt ein Dienst erwiesen wird, denn zumindest die Mieten, wenn nicht gar alle weiteren Lebenshaltungskosten, werden steigen.
Aber davon einmal abgesehen: Es geht hier nicht in erster Linie darum, daß eine besonders schöne und weitläufige Grünfläche verschwindet, die ihren vollen Wert und ihren ganzen Reiz erst in einigen Jahren entfalten wird. Entscheidend ist vielmehr, daß der Westerberg für den Lufthaushalt der Stadt lebensnotwendig ist. Der Bürger hat nicht nur ein Recht auf Straßen und Parkplätze, sondern auch auf derartige " grüne Lungen". Wer also zuläßt, oder gar daran mitwirkt, daß Hand an den Westerberg gelegt wird, vergeht sich aufs schwerste und irreparable Weise gegen eins seiner vitalen Rechte.
Hans-Joachim Kinder
Rechtsanwalt
Mainz
Fuststraße 4


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