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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Lichtkonzept für Osnabrück im Test
 
Bewegungsmelder für Straßenlaternen
Zwischenüberschrift:
Stadt testet die Technik in Hellern und auf dem Radschnellweg nach Belm
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die Stadt testet ein neues Beleuchtungskonzept. In Zukunft sollen immer mehr Straßenlaternen an öffentlichen Wegen mit Bewegungsmeldern ausgestattet werden. Dieses Modell wird unter anderem am Radschnellweg nach Belm und am Hörner Weg im Stadtteil Hellern getestet. Dafür will die Stadt 80 500 Euro in die Hand nehmen. Hintergrund für die neuen Lampen ist ein Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses aus dem Jahr 2014. Um die Lichtverschmutzung zu reduzieren, wurden insgesamt 19 Laternen am Hörner Weg abgebaut. Darauf reagierten die Anwohner mit Kritik: Vor allem Schulkinder sind in der Dunkelheit in Gefahr, wenn sie mitten im Berufsverkehr zum Bus laufen.″ Um Sicherheit zu gewährleisten, soll nun ein umweltschonendes Lichtsystem getestet werden.

Die Stadt Osnabrück testet ein neues Beleuchtungskonzept. In Zukunft sollen immer mehr Straßenlaternen an öffentlichen Wegen mit Bewegungsmeldern ausgestattet werden. Dieses Modell wird unter anderem am Hörner Weg im Stadtteil Hellern getestet. Dafür will die Stadt insgesamt 80 500 Euro in die Hand nehmen.

Osnabrück. Wir sind dabei, neue Beleuchtungsarten an verschiedenen Orten und mit unterschiedlichen Nutzergruppen, wie Fußgängern und Radfahrern, zu testen. Am Hörner Weg in Hellern und am Radschnellweg zwischen Osnabrück und Belm werden neue LED-Lampen mit dem mitlaufenden Licht jetzt als Erstes getestet″, sagt Stadtbaurat Frank Otte. Wenn sich das System in Sachen Umweltschutz und Sicherheit bewährt, könnte es in mehreren Gebieten in Osnabrück installiert werden.″

Um den Hörner Weg besser und trotzdem energiesparend sowie umweltfreundlich zu gestalten, will die Stadt 18 LED-Leuchten aufstellen, die mit Bewegungsmeldern ausgestattet sind. Das heißt, wenn beispielsweise eine Kindergruppe die Straße entlangläuft, geht das Licht an″, sagt Otte. Das Besondere: Da die Beleuchtungsstärke gedimmt wird, wenn keiner auf der Straße ist, und in den Nachtstunden auf zehn bis 20 Prozent reduziert werden kann, sinken die Stromkosten; es gibt weniger Belastung durch CO2.″

Für die neue Beleuchtung müsse die Stadt rund 80 500 Euro ausgeben, für die Anwohner fallen laut Otte keine Kosten an.

Am Hörner Weg sind die neuen Lampen laut Otte sinnvoll eingesetzt. Hintergrund ist, dass dort im Mai 2014 zwischen der Straße Zum Dütekolk und der Hausnummer 2B die Lichter zunächst ausgegangen sind: Die Stadt hat insgesamt 19 Straßenlaternen außer Betrieb genommen. Dadurch sollte die Licht- und Luftverschmutzung reduziert werden: Rund 87 000 Kilogramm Kohlenstoffdioxid pro Jahr könnten durch das Abschalten des Lichtes eingespart werden, heißt es in der damaligen Beschlussvorlage des Stadtentwicklungsausschusses.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt begründete vor vier Jahren den Abbau damit, dass im Bereich des Hörner Weges eine dauerhafte öffentliche Beleuchtung nicht benötigt werde, da die Straße dafür nicht belebt genug sei. Doch das kritisierten immer mehr Anwohner″, sagt Otte im Gespräch mit unserer Redaktion. Das Bürgerforum Hellern habe der Stadt mitgeteilt, dass zwölf Kinder auf ihrem Weg zum Schulbus in der Dunkelheit durch den Berufsverkehr gefährdet seien. Außerdem habe sich ein Anwohner der Straße am Gesmoldsberg mit einem Schreiben an die Verwaltung gewandt und das fehlende Licht bemängelt.

Clemens Diessel aus dem Osnabrücker CDU-Kreisvorstand hielt nach Rücksprache mit den Anwohnern schon im vergangenen Oktober fest: Der Hörner Weg ist an der betroffenen Stelle abends und nachts nicht nur zu dunkel, sondern auch extrem eng und gefährlich für Fußgänger, uns geht es dabei hauptsächlich um die Kinder.″ Darauf hat laut Otte der Stadtentwicklungsausschuss reagiert: Da die Sicherheit von Kindern in Gefahr ist, ist über den Beschluss aus dem Jahr 2014 erneut beraten und einstimmig ein innovatives Beleuchtungssystem beschlossen worden.″ Dieses umweltschonende Lichtkonzept sei laut Diessel auch an anderen Straßen der Stadt denkbar, wo dauerhaft zu hell brennende Lampen stünden.

Fertigstellung

Wann die neuen Bewegungsmelder am Hörner Weg aufgestellt würden, sei noch nicht klar. Wir schreiben den Auftrag nun aus, hoffen aber, dass alles bis zum Beginn der dunklen Jahreszeit in diesem Jahr steht″, sagt Otte. Die Beleuchtung am Radschnellweg solle im Sommer in Betrieb genommen werden.

Bildtext:
Mehr Licht in der Dunkelheit: Der Hörner Weg ist bisher düster. Bis zum Herbst soll sich das durch neue LED-Leuchten ändern.
Foto:
André Havergo

Kommentar
Licht einschalten und Angst reduzieren

Mach das Licht aus, wenn du das Zimmer verlässt! Dass dauerhaft brennende Lampen auch im privaten Haushalt nicht die umweltfreundlichsten Varianten sind, das lernt jedes Kind. Ein leerer Raum braucht genauso wenig Licht wie eine unbelebte Straße. Die Beleuchtung dort nachts zu reduzieren ist im Hinblick auf die Umwelt sicher sinnvoll. Dennoch sollte die Stadt frühzeitig etwas tun, wenn es um die Sicherheit von Menschen und erst recht von Kindern geht, die sich morgens auf dem dunklen Weg zur Schule befinden. Auch Erwachsene, darunter Radfahrer und Fußgänger, kennen das Gefühl, in der Dunkelheit verunsichert eine Straße zu überqueren, Angst zu haben, von einem Auto, Bus oder Lastwagen übersehen zu werden und unter die Räder zu geraten. Wenn Gefahren und Ängste durch mehr Licht verringert werden können, dann haben die Bürger recht: Es muss so schnell wie möglich wieder eingeschaltet werden.

Das neue Konzept der LED-Leuchten mit Bewegungsmelder kann ein innovatives Konzept sein, was sich schon auf vielen privaten Grundstücken bewährt. Sicher auch für mehrere Straßen in Osnabrück eine Idee, die bisher noch ziemlich düster sind. Diese Investition schont auf Dauer die Umwelt und hoffentlich auch den städtischen Geldbeutel.
Autor:
Catharina Kronisch


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