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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wohnheim soll doch gebaut werden
 
Rückzieher vom Rückzieher
Zwischenüberschrift:
Studentenwerk Osnabrück will Wohnheim im Wissenschaftspark offenbar doch bauen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Beim Bau des geplanten Studentenwohnheims im Osnabrücker Wissenschaftspark bahnt sich eine weitere Kehrtwendung an. Nach Informationen unserer Redaktion will das Studentenwerk Osnabrück nun doch an dem Vorhaben festhalten. Erst Ende Februar hatte es seinen sofortigen Rückzug aus dem Millionenprojekt verkündet. Angeblich sei das 124-Plätze-Haus mit der festgelegten Nettokaltmiete von 5, 30 Euro pro Quadratmeter und Monat nicht mehr rentabel zu betreiben. Jetzt zeichnet sich beim Studentenwerk ein Sinneswandel ab: Offenbar sollen die befürchteten Einnahmeverluste unter anderem durch Einsparungen am Gebäude kompensiert werden.

Unterdessen beantragten mehrere Ratsfraktionen Akteneinsicht bei der Stadt, deren Tochtergesellschaft OBG Vertragspartnerin des Studentenwerks ist.

Das neue Wohnheim im Osnabrücker Wissenschaftspark wird jetzt offenbar doch vom Studentenwerk Osnabrück gebaut. Nach Recherchen unserer Redaktion plant es einen sofortigen Wiedereinstieg in das vor zwei Wochen urplötzlich für beendet erklärte Millionenprojekt.

Osnabrück. Ende Februar war das Studentenwerk Osnabrück mit sofortiger Wirkung aus dem geplanten Wohnheimbau im Wissenschaftspark ausgestiegen dabei hatte es die Einladungen zum ersten Spatenstich am 19. März längst verschickt. Als Gründe für das Aus führte der öffentlich-rechtliche Dienstleister, der in der Stadt mehr als 2000 Wohnplätze für Studenten vorhält, konjunkturbedingte Preissteigerungen sowie unvorhersehbare Kosten″ an. Die mit der Osnabrücker Beteiligungs- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (OBG) vereinbarte Nettokaltmiete von 5, 30 Euro pro Quadratmeter lasse sich bei dem Millionenprojekt an der Albert-Einstein-Straße nicht halten. Kostendeckend seien 6, 48 Euro. Doch die OBG lehnte eine Abweichung vom Vertrag ab, woraufhin das Studentenwerk die Brocken zunächst hinwarf.

Voreiliger Ausstieg

Voreilig, wie sich nun herausstellt. Denn nach Informationen unserer Redaktion wird derzeit hinter den Kulissen alles unternommen, um das Vorhaben zu retten.

Darauf deuten auch Äußerungen hin, die am Dienstagabend im Rat fielen. Beim Thema Studentenwerk und Wohnheimbau werde sich in Kürze alles fügen″, sagte SPD-Fraktionschef Frank Henning, als es eigentlich darum ging, in Osnabrück über ein Auszubildendenwerk nachzudenken, das Lehrlinge aller Art beherbergen könne. Außerdem auffällig: Nacheinander beantragten die Fraktionen von CDU, SPD und UWG/ Piraten im Fall Albert-Einstein-Wohnheim Akteneinsicht bei der Stadt.

Auf Nachfrage legte Henning am Mittwoch nach: Ich gehe davon aus, dass das Studentenwerk doch baut.″ Anscheinend sei bei Geschäftsführung und Verwaltungsrat in den Tagen nach dem Eklat die Erkenntnis gereift, dass angesichts immenser finanzieller Vorleistungen ein Komplettverzicht so kurz vor Baubeginn dem Osnabrücker Studentenwerk unter Umständen größeren wirtschaftlichen Schaden zufügen könnte als mögliche Einnahmeverluste wegen angeblicher Unterdeckung.

OBG bleibt hart

OBG-Chef Thomas Fillep rät dem Studentenwerk ebenfalls zum Rückzieher vom Rückzieher: Es wäre sinnvoll, jetzt nicht abzubrechen″, sagte er unserer Redaktion am Mittwoch. Klar sei aber auch, dass die einmal getroffenen Vereinbarungen bestehen bleiben müssen. Wir rücken kein Jota vom Vertrag ab.″ Andernfalls mache sich die OBG für die unterlegenen Bieter angreifbar. Dazu gehört in erster Linie das Osnabrücker Stephanswerk, welches bei der Ausschreibung 2016 nur knapp das Nachsehen hatte.

Sondersitzung geplant

Für Montag, so heißt es aus anderer Quelle, sei wegen der aktuellen Entwicklungen beim Wohnheimbau im Wissenschaftspark eine Sondersitzung bei der OBG anberaumt. Dann solle auch das Studentenwerk erklären, wie es den Kontrakt einzuhalten gedenkt. Möglichkeiten, die Rentabilität des Objekts zu erhöhen, bieten sich dem Vernehmen nach vor allem durch einen abgespeckten Bau. So verschlinge im bisherigen Entwurf allein die Fassade über eine Million Euro.

Das Studentenwerk war am Mittwoch zu keiner Stellungnahme bereit.

Von der turbulenten Vergabe bis zum abgeblasenen Bau: Alles über das Skandalwohnheim im Osnabrücker Wissenschaftspark lesen Sie bei uns im Internet auf noz.de/ os

Bildtext:
Traumhaus oder Luftschloss? So stellt sich das Studentenwerk Osnabrück seine neue Anlage (Arbeitstitel Albert-Einstein-Wohnheim) im Wissenschaftspark vor. Sie soll über 124 Plätze verfügen.
Foto:
Architekturbüro Plan.Concept

Kommentar
Kopflos

Beim Wohnheimprojekt im Osnabrücker Wissenschaftspark jagt eine Peinlichkeit die nächste. Erst der skandalöse Versuch von Teilen der Politik, dem Studentenwerk das teure Grundstück auf dem Westerberg weit unter Wert zuzuschustern. Dann, knapp zwei Jahre nachdem sich das Studentenwerk bei einer förmlichen Ausschreibung regulär durchgesetzt hatte, der Knall auf Fall verkündete Ausstieg aus dem Millionenprojekt wenige Wochen vor dem geplanten Spatenstich im März. Jetzt die kaum weniger plötzliche Kehrtwende.

Auch wenn das Studentenwerk das sogenannte Albert-Einstein-Wohnheim nun tatsächlich doch bauen sollte: Aus dieser Nummer kommt es nicht heil heraus.

Wie kopflos haben Geschäftsführung und Verwaltungsrat anscheinend gehandelt, als sie Ende Februar das Prestigeprojekt wegen angeblicher Unwirtschaftlichkeit mit sofortiger Wirkung für beendet erklärten. Mag die 2016 vertraglich vereinbarte, konkurrenzlos günstige Miete von 5, 30 Euro inzwischen auch unrentabel sein: Das Studentenwerk mit seinen knapp 30 Anlagen und 2000 Wohnheimplätzen hätte den Verlust leicht an anderer Stelle wettmachen können. So bleibt mindestens ein gewaltiger Imageschaden für die Einrichtung, aber auch für die handelnden Personen.
Autor:
Sebastian Stricker


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