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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Besuch im Gedächtnis der Region
Zwischenüberschrift:
Das Landesarchiv in Osnabrück hütet zahlreiche Schätze
Artikel:
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Originaltext:
Wenn am 3. März Tag der Archive ist, öffnet auch der Standort Osnabrück des Niedersächsischen Landesarchivs seine Türen und viele der ungezählten Akten. Beispielsweise die einiger Entnazifizierungen aus der Region.

Osnabrück. Er war Mitglied der Geheimen Staatspolizei″ (Gestapo), erst in Münster, später in Osnabrück, und ließ zwischen 1937 und 1945 jüdische Bürger in Konzentrationslager deportieren. Alles fein säuberlich notiert und doch wurde der Mann nach dem Krieg im Entnazifizierungsprozess als unbelastet eingestuft.

Wie es dazu kommen konnte, kann man am Tag der Archive am kommenden Samstag im Standort Osnabrück des Niedersächsischen Landesarchivs erfahren. Dort wird der Fall des Mannes exemplarisch in der Führung Verbrecher, Mitläufer, stille Helden″ als Beispiele zur in diesem Fall nicht geglückten Entnazifizierung in Osnabrück und im Emsland dargestellt.

Die Führung konzipiert hat Thomas Brakmann, der im Archiv für die rund 57 000 Entnazifizierungsakten von Personen aus der Region Osnabrück, dem Emsland und der Grafschaft Bentheim verantwortlich ist. „, Bürgerrechte und Demokratie′ lautet das diesjährige Motto des bundesweiten Aktionstags, da lag das Thema nah auch weil wir hier viele Akten zu der Zeit haben und diese sehr gefragt sind. Wer beispielsweise wissen will, was sein Vater oder Großvater während der Herrschaft der Nationalsozialisten gemacht haben, kann hier vielleicht Antworten finden″, sagt er. Ein Trend zur eigenen Erkundung der Familiengeschichte sei durchaus zu erkennen, sagt auch Birgit Kehne, Leiterin des Standorts Osnabrück des Landesarchivs. Ohne Archive verliert eine Gesellschaft ihr Gedächtnis″, findet sie.

Das Gedächtnis″ in der Schlossstraße ist umfangreich. Hier befinden sich Unterlagen aus den staatlichen Institutionen der Stadt Osnabrück und der Landkreise Osnabrück, Emsland und Grafschaft Bentheim, zudem auch Archivgut kommunaler Herkunft wie etwa der Stadt und des Landkreises Osnabrück, und das Universitäts- und Hochschularchiv Osnabrück. Guts-, Adels- und Wirtschaftsarchive sind ebenfalls wichtige Bestände, und davon gibt es viele, denn glücklicherweise für uns Archivare war der Adel in unserer Region immer sehr streitsüchtig und hat viele Prozessakten hinterlassen″, erzählt Kehne und lacht.

Eigentlich haben wir hier jeden Werktag einen Tag der offenen Tür″, so Kehne weiter, denn das Archiv steht jedem Bürger montags bis freitags offen. Nur anmelden muss man sich. Der Aktionstag diene daher auch eher dazu, hinter die Kulissen zu blicken, den Stahlskelettbau des Hauses zu bestaunen und zu testen, ob tatsächlich jedes mit Kartons voller Akten gefüllte Stockwerk unterschiedlich riecht, so wie es der Hausmeister laut Kehne behauptet.

Bildtexte:
Eine Führung zum Tag der Archive hat Thomas Brakmann konzipiert.
Rund 57.000 Entnazifizierungsakten von Personen aus der Region Osnabrück, dem Emsland und der Grafschaft Bentheim finden sich in der Schloßstraße.
Ohne Archive verliert eine Gesellschaft ihr Gedächtnis″, sagt Birgit Kehne, die Leiterin des Archivs.
Fotos:
Michael Gründel

Tag der Archive

Alle zwei Jahre findet der Tag der Archive statt. Von 10 bis 16 Uhr kann man am 3. März in der Schlossstraße 29 in Osnabrück eine Zeitkapsel für Osnabrück gestalten, an der Führung zu Verbrecher, Mitläufer, stille Helden. Fallbeispiele zur Entnazifizierung in Osnabrück und im Emsland″ um 12 und um 14 Uhr und an einer stündlich stattfindenden Magazinführung teilnehmen. Junge Besucher können zudem Siegel gießen und ein Wappen malen.
Autor:
Corinna Berghahn


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