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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Centerinvestor trennt sich von Chefmanager
 
Wieder Chefwechsel bei Center-Investor
 
Ein Sporthaus für 35 Millionen Euro
Zwischenüberschrift:
Unibail Rodamco trennt sich überraschend von Michael Hartung – Folgen für Osnabrück?
 
Sportprominenz gestern zu Gast bei L&T
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Centerentwickler Unibail Rodamco und der auch für Osnabrück zuständige Geschäftsführer Michael Hartung haben sich mit sofortiger Wirkung getrennt. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag. Die Trennung sei einvernehmlich erfolgt, so der Sprecher. Entwicklungschef Hartung hatte erst vor einem Jahr das Management in der Deutschland-Niederlassung des französischen Konzerns übernommen. Sein erklärtes Ziel war es, das Einkaufszentrum am Neumarkt voranzubringen. Unterdessen hat das Modehaus L& T das Sporthaus mit Hasewelle und Fitnessstudio fertiggestellt und mit Mitarbeitern, Gästen und hoher Sportprominenz das Ende der Bauarbeiten gefeiert.

Centerinvestor Unibail Rodamco hat sich überraschend von Geschäftsführer Michael Hartung getrennt. Damit verliert die Stadt Osnabrück erneut einen wichtigen Ansprechpartner beim Projekt am Neumarkt.

Osnabrück/ Hamburg. Wie Unternehmenssprecher Julian Kalcher am Donnerstag bestötigte, haben sich der französische Konzern und Michael Hartung mit sofortiger Wirkung getrennt. Der Schritt kommt überraschend, denn Hartung, Entwicklungschef (Chief Development Officer) von Unibail Rodamco Germany, sollte noch am Mittwoch die jüngsten Pläne für das milliardenschwere Überseequartier in Hamburg vorstellen. Zu den Hintergründen der Trennung wollen sich beide Seiten nicht äußern. Die Trennung ist in beiderseitigem Einvernehmen erfolgt, Herr Hartung wird dem Untrnehmen weiterhin beratend zur Seite stehen″, so der Unibail-Sprecher. Hartungs Ausscheiden habe nicht mit aktuellen Projekten zu tun.

Hartung hatte vor genau einem Jahr den Job bei Unibail Rodamco in Düsseldorf angetreten. Er vertrat bislang das Hamburger Projekt nach außen und hatte die Federführung das geplante Einkaufszentrum am Neumarkt. In einem NOZ-Gespräch im September 2017 verhehlte Hartung nicht, dass das Projekt Oskar″ (so der Arbeitstitel) im Konzern keine große Priorität genoss. Oskar″ wurde überlagert von den Arbeiten am Überseequartier in Hamburg, wo Unibail Rodamco ein neues Viertel mit 200 Geschäften, 650 Wohnungen, drei Hotels und 64 000 Quadratmeter Bürofläche baut. Der französische Konzern investiert dort rund eine Milliarde Euro.

Dagegen erscheint das Osnabrücker Einkaufszentrum mit geplanten 16 500 Quadratmetern Verkaufsfläche und einem Investitionsvolumen von 130 Millionen Euro wie ein Zwerg. Gleichwohl hängt für Osnabrück eine Menge dran, denn die leer stehenden Immobilien an diesem zentralen Platz verkommen zusehends.

Welche Folgen der Weggang von Michael Hartung für Oskar″ konkret haben wird, ist noch nicht abzusehen. Hartungs Nachfolger wird sich zunächst einarbeiten müssen, was erneut Zeit kosten dürfte. Und die Zeit könnte für den Investor bald knapp werden, denn seit dem Entscheid des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Lüneburg vom 15. Januar tickt die Uhr. Das OVG hatte vier Normenkontrollklagen gegen die Bebauungspläne 525 (Neumarkt) und 600 (Einkaufszentrum) abgewiesen. Sobald die Urteile rechtskräftig sind, läuft die im Durchführungsvertrag vereinbarte Frist. Das heißt: Unibail Rodamco muss binnen 128 Tagen einen Bauantrag stellen. Die unterlegenden Kläger haben noch bis kommende Woche Zeit, Rechtsmittel einzulegen. Am gestrigen Donnerstag trafen Unibail-Vertreter mit OB Wolfgang Griesert zusammen, um über den Bauantrag zu sprechen. Kommende Woche soll es einen weiteren Termin geben.

Das dritte Mal

Es ist das dritte Mal, dass sich die Stadt auf einen neuen Gesprächspartner einstellen muss. Im Februar 2017 nahm Chefentwickler Ulrich Wölfer plötzlich Abschied, der zusammen mit dem damaligen Projektmanager Björn Reineking wichtigster Ansprechpartner für die Stadt gewesen war. Drei Monate später, im Mai 2017, wurde auch Reineking von Oskar″ abgezogen, und der neue Entwicklungschef, Michael Hartung, erklärte Osnabrück zur Chefsache. Hartung verbreitete Optimismus: Das Projekt Oskar ist in Bewegung″, versicherte er im September 2017 in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Neues zum Neumarkt auf der Themenseite noz.de/ neumarkt

Bildtext:
Entwicklungschef Michael Hartung hat Unibail Rodamco verlassen.
Foto:
Oliver Blobel

Kommentar
Vertrauen verloren

Für das Neumarkt-Projekt ist der erneute Chefwechsel nicht gerade förderlich. Wieder ein neuer Ansprechpartner, wieder neue Gespräche, wieder das Bemühen, Vertrauen aufzubauen.

Und das Vertrauen zumindest großer Teile der Öffentlichkeit in die Versprechungen des Investors hat in den vergangenen Monaten und Jahren doch arg gelitten. 2015, so hieß es ursprünglich, sollte das Einkaufszentrum ans Netz gehen. Schon lange lässt sich Unibail Rodamco nicht mehr auf Zeitpunkte festlegen. Inzwischen hat Mitbewerber L& T mit dem spektakulären Sporthaus Realitäten geschaffen, die dem Investor zu denken geben dürften. Kann das geplante Center im Duett mit L& T zusätzliche Anziehungskraft in die weitere Umgebung ausstrahlen oder wird es im Schatten von L& T bleiben? Diese Frage werden sie sich auch bei Unibail Rodamco stellen.

Osnabrück. L& T-Marketingchef Bernhard Fischer rutschte es während der Pressekonferenz am Donnerstagmittag heraus: „... das modernste Sporthaus der Welt″. Gestern Abend feierte das Modehaus intern das Ende der Bauarbeiten mit Sportprominenz auf Weltniveau: mit Skirennläufer Felix Neureuther, Ex-Fußballnationalspieler Matthias Sammer und Hindernisläuferin Gesa Krause. ARD-Sportkommentator Tom Bartels moderierte, und DJ-Star Felix Jaehn legte anschließend zur großen Party in der Tiefgarage auf.

Jahrzehntelang gehörte es zum Selbstverständnis des Familienunternehmens Lengermann und Trieschmann (L& T), mit Taten statt Worten zu überzeugen. Jetzt müssen die Worte den Taten angepasst werden: Das Sporthaus mit 5500 Quadratmeter Verkaufsfläche, der stehenden Hasewelle zwölf Meter unter dem Hase-Niveau, der Arena mit hundert Sitzplätzen und einem Fitnessstudio, das Training in dünner Luft wie auf 2500 Meter Höhe ermöglicht mit diesem Angebot rücken L& T und Osnabrück auf zur Klasse der großen Metropolen. Die großen Sportartikelhersteller wie Puma oder Adidas behandeln Osnabrück nun fast wie London, Paris, Tokio″, wie Geschäftsführer Thomas Ganter sagte. Sie liefern ausgewählte Artikel, die es sonst nur in den sogenannten Key-Citys″ dieser Welt gibt.

Die Exklusivität ist nur die eine Seite. Die andere: Wir wollen die Bandbreite des Sports vom Breiten- bis zu Profisport abbilden″, sagt Mark Rauschen. Er will die Investition als unsere Antwort auf den Onlinehandel″ und als klares Bekenntnis zum Standort Osnabrück″ verstanden wissen. Wir bieten nicht mehr nur Einkaufsmöglichkeiten an, sondern sehen uns auch als Teil der Freizeitindustrie, wir sind Publikumsmagnet und Treffpunkt für die ganze Region.″

Vom Sporthaus werde die gesamte Innenstadt profitieren, so Rauschen: Wir können unsere Rolle als Oberzentrum nur dann langfristig sichern, wenn wir es schaffen, auch Menschen aus weiter entfernten Orten nach Osnabrück zu locken.″ Es zeige sich schon, dass die stehende Welle weit über die Region hinaus ausstrahle, so Rauschen. Die ersten Anmeldungen fürs Wellenreiten kamen aus Hannover.″

35 Millionen Euro hat das Familienunternehmen in das Projekt und die damit verbundenen Veränderungen investiert. 70 Arbeitsplätze sind im Sporthaus entstanden, damit beschäftigt L& T jetzt über 600 Menschen.

Fast alle, so schien es, waren am Abend dabei, als die L& T-Führungsmannschaft, die Gesellschafter, Sportpromis und Surfer gemeinsam auf den Knopf drückten und die Welle in Gang setzten. Zuvor hatten die deutsche Rekordhalterin über 3000 m Hindernis, Gesa Krause, der aktuell verletzte Felix Neureuther und Privatier Matthias Sammer über Rückschläge und Höhepunkte ihres Sportlerlebens berichtet. Alle drei staunten: Wahnsinn, was hier entstanden ist″, sagte Neureuther, Ich bin nur enttäuscht, dass es keinen Skihang gibt.″ Sammer bescheinigte Osnabrück jetzt 1. Liga″ zu sein, Gesa Krause griff auf ein Wort zurück, das zuvor Mark Rauschen benutzt hatte: Einfach geil.″

Die Idee, das Modehaus zur Herrenteichsstraße zu erweitern, kam schon 2005 auf, als das Modehaus das frühere Wilhelmstift erwarb. Zuerst entstand das Parkhaus, dann lagerte L& T die Logistik in den Fledder aus und nahm einen Neubau in Angriff, der eine Komplexität hatte, wie wir es bislang nicht kannten″, sagte Geschäftsführer Alexander Berger.

Das Sporthaus wird am Samstag um 10 Uhr für die Kunden geöffnet. Um 10.30 ist die offizielle Freigabe der Welle mit Oberbürgermeister Wolfgang Griesert geplant.

Bilder von der Eröffnungsparty und ein Video vom Wellenreiten auf noz.de

Bildtext:
Der Blick von der 5. Etage auf die Hasewelle.
Foto:
David Ebener
Autor:
Wilfried Hinrichs


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