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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Stabilat vor Ort nutzen″
 
Für ein besseres Klima über der Stadt
Zwischenüberschrift:
Müllverbrennung inklusive: Die zwölf Vorschläge des Wuppertaler Umwelt-Instituts
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Das Wuppertaler Öko-Institut schlägt ein Programm zur CO2 - Reduktion für Osnabrück vor. Der Vorschlag mit den größten Auswirkungen ist der Bau eines Kraftwerks zur Verbrennung von Trockenstabilat aus der Herhof-Anlage. Die Kurzfassung des Gutachtens wird heute dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt präsentiert. Insgesamt werden zwölf Projekte im Hinblick auf ihre Klima-Auswirkungen beschrieben. Ausgeklammert werden deshalb zunächst Energiesparinvestitionen in Stadtgebäude.

Osnabrück. 16 Seiten, die es in sich haben: Mit diesem eng bedruckten Papier stellt das Wuppertaler Öko-Institut heute dem Ausschuss für Stadtentwicklung ein Maßnahmenpaket zur CO2 - Reduktion für die Stadt Osnabrück vor. Der gewichtigste Vorschlag mit den größten Auswirkungen darin überrascht: Es ist der Bau eines Kraftwerks zur Verbrennung von Trockenstabilat aus der Herhof-Anlage.
Das Wuppertal Institut, eine unabhängige Beratungsgesellschaft für Klima, Umwelt und Energie, hat im Oktober 2007 mit den Arbeiten für einen Maßnahmenkatalog zur CO2 - Reduktion begonnen. Die Bundesumweltstiftung förderte dieses Gutachten, dessen Langfassung auf 150 Seiten einen detaillierten Katalog für Energieeinsparung und Klimaschutz auf dem Stadtgebiet vorstellt .
In der Kurzfassung, die heute (17 Uhr, Stadthaus, Raum 717) dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt präsentiert wird, beleuchten die Gutachter zunächst zwölf Projekte im Hinblick auf ihre Klima-Auswirkungen, auch unter Kosten-Nutzen-Aspekten. Ausgeklammert werden deshalb zunächst Energiesparinvestitionen in städtische Gebäude sowie der Bereich der Energiedienstleistungen durch die Stadtwerke.
Die Bandbreite der Vorschläge erstreckt sich dabei über drei Bereiche: Estens die Beratung zur Verhaltensänderung, etwa mit Hilfe eines Quartiersanierungsbetreuers in strukturschwachen Stadtgebieten, die Beratung sozial schwacher Haushalte, Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs oder die Einstellung eines„Energiesparscouts″ für städtische Liegenschaften.
Zweitens soll die Investition in energiesparende Techniken gefördert werden: Austausch von Heizungspumpen, Investition in energiesparende Modelle bei Neuanschaffungen, Erdgas und Flüssiggas als Brennstoff für städtische Fahrzeuge oder auch die Sanierung von Schulen mit Hilfe von Bürgerkapital″.
Und als dritte Säule schlagen die Umweltgutachter den Umstieg auf CO2 - günstigere Formen der Energieerzeugung vor: Zum Beispiel mit Hilfe von Holzhackschnitzelheizungen für öffentliche Gebäude oder den Betrieb einer Biogasanlage auf Basis der städtischen Grüncontainer und (ab 2016) auch der Biotonne.
Die Auswirkungen all dieser Ansätze sind schwer zu beziffern. Sie liegen zwischen wenigen Kilogramm pro Haushalt und einigen Tausend Tonnen im Jahr. Hochgerechnet dürfte die Summe bei 8000 bis 10 000 Tonnen CO2 - Einsparung pro Jahr liegen.
Die bei weitem effektivste Maßnahme″, so das Wuppertal-Institut, wäre dagegen der Vorschlag eines Kraftwerks zur Verbrennung von Ersatzbrennstoffen (Trockenstabilat aus der Herhof-Anlage) zur Erzeugung von Strom und Prozesswärme: Bei einem 100-Megawatt-Kraftwerk beziffert das Gutachten den Einspareffekt auf bis zu 100 000 Tonnen CO2 jährlich.
Dazu zwei Zitate aus dem Gutachten: Nach einer Studie des Umweltbundesamtes sei das Konzept unter der Voraussetzung einer effizienten Wärmenutzung und einer effizienten Abgasreinigung als insgesamt sehr positiver Ansatz zu werten″. Wichtig sei dabei die Abnehmerfrage, zum Beispiel in der Papierindustrie: Für die Papierherstellung werden große Mengen Prozesswärme und Strom gebraucht, weshalb bei diesem Industriezweig die spezifischen Vorteile der Kraft-Wärme-Kopplung besonders gut genutzt werden können.″
Derzeit beträgt der gesamte CO2 - Ausstoß in Osnabrück unter Berücksichtigung der privaten Haushalte, Verkehr, Gewerbe und Industrie 1, 6 Millionen Tonnen CO2 . Deshalb schreibt das Wuppertal-Institut der Stadt Osnabrück auch eine ernste Mahnung ins Stammbuch. Es gebe noch erheblichen Nachholbedarf zur Reduzierung des CO2 - Ausstoßes, um die Ziele des Klimabündnisses zu erreichen.″ Die Debatte ist eröffnet.
Autor:
Frank Henrichvark


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