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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Nur Adenauer war nicht amüsiert
Zwischenüberschrift:
Umfangreiche Schau in Osnabrück würdigt Leben und Werk des Karikaturisten Fritz Wolf
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Weit über 30 000 Karikaturen in mehr als fünfzigjähriger Schaffenszeit hatte der überregional bekannte Karikaturist Fritz Wolf nach seinem Tod 2001 hinterlassen. Gestern hätte er seinen 90. Geburtstag gefeiert.
Von den ersten Gehversuchen als Karikaturist bis zur täglichen Meisterschaft reicht das Spektrum der großen Ausstellung Fritz Wolf die Kunst der Karikatur″, mit der die Fritz-Wolf-Gesellschaft und die Sparkasse Osnabrück in seiner Wahlheimatstadt an das Leben und Werk des Zeichners erinnern.
Knapp und präzise hat er die politischen Themen aufgespießt immer mit liebevoller Ironie″, sagte die niedersächsische Staatsministerin Cora Hermenau, die Ministerpräsident Christian Wulff bei der gestrigen feierlichen Eröffnung vertrat. Wulff verbinde sehr viele persönliche Erinnerungen mit dem herausragenden Karikaturisten″, sagte sie. Dazu gehöre auch eine Zeichnung in der Schau aus der Kohl-Ära, auf der der Kanzler den damals jungen Wilden der CDU″ in Gedanken übers Knie legen will. Bis zu seinem Tod hat Fritz Wolf alle Kanzler der Bundesrepublik erlebt und ihre Politik täglich für unsere Zeitung mit spitzer Feder begleitet.
Doch nicht jeder Politiker blieb so gelassen beim Anblick seiner satirischen Kommentare wie Wulff, auch das dokumentiert die Schau: So war Konrad Adenauer 1965 gar nicht amüsiert über die Veröffentlichung des Bands Adenauer S( M) ein Leben″ und beschwerte sich prompt in einem Brief an den Verleger: Ihren Karikaturenband [. . .] finde ich recht wenig gut. Er ist z. T. direkt beleidigend [. . .]″. Zahlreiche Originale der politischen Tageskarikaturen des in Mülheim an der Ruhr geborenen Wolf laden zu einem humorvoll-nachdenklichen Blick zurück ein: vom ersten Kanzler bis zu den ersten Krisen von Rot-Grün. Auch internationale Themen wie Ölkrisen, Radikalismus und Europa finden sich wieder.
Auf manchen Bildern lässt sich auch anhand sichtbarer Korrekturen der Schaffensprozess nachspüren. Natürlich fehlen die bekannten Bilder aus der Provinz″ des Männekes Malers″, wie sich Wolf selbst bezeichnete, nicht. Über Jahrzehnte waren die Geschichten über kleine und große Probleme unserer Gesellschaft in den Illustrierten Stern″ und Brigitte″ erschienen. Seine Karikaturen sind Zeitdokumente″, sagte Dr. Josef Bernhard Hentschel, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Osnabrück. Er war begnadet: Er hat aus aktuellem Anlass seine Bilder geschaffen doch hat er sie für die Ewigkeit gezeichnet″, fügte Osnabrücks Oberbürgermeister Boris Pistorius hinzu.
Zur Ausstellung haben die Fritz-Wolf-Gesellschaft und - Stiftung Osnabrück einen gleichnamigen, opulent bebilderten und liebevoll gestalteten Erinnerungsband herausgegeben, der den Menschen Fritz Wolf und die bewegte Zeit, in der er lebte, näherbringt. Neben den Autoren Gisela und Dieter Burkamp, die Lebensweg und Arbeitsweise – „ sein Gütezeichen war ein souveräner, zupackender, etwas ruppiger Strich″ höchst lesenswert und informativ nachzeichnen, kommen Weggefährten zu Wort. Darunter der frühere Chefredakteur unserer Zeitung, Franz Schmedt. Für ihn steht der Name Fritz Wolf für eine Form der Karikatur, die auf die schwierigste Art Wirkung erzielt: Sie trifft, ohne zu verletzen.″
Osnabrück: Forum der Sparkasse, Wittekindstr. 17–19. Bis 13. Juni. Geöffnet Mo. Mi. 8.30 bis 16.30 Uhr, Do. 8.30 bis 17.30 Uhr und Fr. 8.30 bis 16.00 Uhr. Gisela und Dieter Burkamp: Fritz Wolf die Kunst der Karikatur″. 336 S., Rasch-Verlag. 36 Euro.

Bildtext:
Wie sicher ist die Rente? Fritz Wolfs Karikaturen sind heute noch aktuell, wie Marcus Wolf, Vorsitzender der Fritz-Wolf-Gesellschaft, der niedersächsischen Staatsministerin Cora Hermenau bei einem Ausstellungsrundgang bewies.
Foto:
Egmont Seiler
Autor:
Elke Schröder


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