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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Mönche im Dauerstreit mit der Stadt
Zwischenüberschrift:
Die Klosterkaserne und die Dominikanerkirche mit dem Bürgergehorsam
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. 1907 wurde diese Postkarte verschickt, auf der gleich drei Gebäude der Osnabrücker Stadtgeschichte zu sehen sind: der Bürgergehorsam, die Klosterkaserne und die Dominikanerkirche.
Der Blick geht entlang dem ehemaligen Kaiserwall (heute Hasetorwall) in Richtung Hase. Rechts steht die Dominikanerkirche. Das heute entwidmete Gotteshaus war Teil einer Klosteranlage, die in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gegründet wurde. Errichtet ist es im gotischen Stil.
Bischof Konrad von Rietberg (1270–1297) holte damals Dominikaner nach Osnabrück, um die Kirche gegenüber dem Rat der Stadt zu festigen. Die Mönche bezogen das Kloster zum heiligen Kreuz″ um 1295. Nach mehreren Unterbrechungen wurde das Klostergebäude erst im 15. Jahrhundert vollendet.
Um das Kloster entbrannten mehrere Auseinandersetzungen. Anfang des 14. Jahrhunderts untersagte das Domkapitel von St. Peter den Osnabrückern, an den Gottesdiensten der Dominikaner teilzunehmen und sie mit Lebensmitteln zu versorgen. Offenbar war den Domherren das Kloster zu mächtig geworden. Durch Schenkungen hatte sich das Klostergelände vergrößert.
1521 kam es zu Konflikten mit dem Rat der Stadt, der sich der Lehre Luthers angeschlossen hatte. Die Ordensbrüder sollten ihr Kloster Bedürftigen als Hospital und Wohnstätte überlassen und keine Gottesdienste abhalten. Doch die Mönche saßen Plünderungen und eine mehrjährige Blockade aus. Während des Dreißigjährigen Krieges erhielt das Kloster seine Stellung zurück.
1795 wurde es als Unterkunft für Soldaten genutzt, von 1803 bis 1805 diente es dem französischen Militär als Magazin und später als Kaserne des Osnabrücker Infanterieregiments Nr. 78.
Ab 1966 nutzte die Stadt das restaurierte Gebäude für Kunstausstellungen und Konzerte, es fanden aber auch Geflügelausstellungen in der gotischen Halle statt. 1991 wurde die Kirche in Kunsthalle Dominikanerkirche umbenannt und ist seither allein Ausstellungen bildender Kunst und gesellschaftlichen Veranstaltungen vorbehalten.
Der Turm im Hintergrund der Fotos ist der sogenannte Bürgergehorsam. 1517 bis 1519 errichtet, ist er der jüngste der großen Wehrtürme der Stadt und ein Teil der Verteidigungsanlage der mittelalterlichen Stadt. In diesem Gefängnis verbüßten zugleich straffällige Bürger geringe Disziplinar- und Polizeistrafen.

Bildtexte:
Blick auf den Bürgergehorsam und die alte Kaserne - so steht es unten auf dieser historischen Postkarte, die im Jahr 1907 von Osnabrück nach Minden verschickt wurde. Die Ansichtskarte stammt aus der Sammlung unseres Lesers Dieter Mehring aus Moers.
Zwischen Frühlingsgrün sind der Bürgergehorsam (links) und die Dominikanerkirche zu sehen.
Foto:
Michael Hehmann
Autor:
Marie-Luise Braun


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