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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Klimaschützer rütteln am Müll-Tabu
Zwischenüberschrift:
Umwelt-Institut: Verbrennung des Herhof-Trockenstabilats verbessert die CO2 -Bilanz
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Nach sieben Jahren kommt ein heftig umstrittenes Thema erneut auf die Tagesordnung. Im März 2001, es war der Höhepunkt der Debatte um die kommende Müllentsorgung in Stadt und Landkreis Osnabrück, hat der Stadtrat einen einstimmigen Beschluss gefasst: Eine energetische Verwertung (Verbrennung) des Herhof-Trockenstabilats im Stadtgebiet sollte nicht zulässig sein. Jetzt scheint möglich zu werden, was damals nicht sein durfte .
In der kommenden Woche wird das renommierte Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt, Energie eine Umweltbilanz der Stadt Osnabrück vorlegen. Das Öko-Institut habe darin auch Überraschungen parat, so heißt es bereits jetzt bei Politik und Umwelt-Verwaltung: Unter anderem weisen die Gutachter auf die um 80 Prozent günstigere CO2 - Bilanz bei der Verbrennung des Herhof-Trockenstabilats gegenüber fossilen Brennstoffen hin. Und sie nehmen auch die zusätzlichen Lkw-Transportwege aufs Korn, die zurzeit bei der Entsorgung des anfallenden Trockenstabilats am Fürstenauer Weg entstehen.
Derzeit verarbeitet die Herhof-Anlage im Hafen maximal 85 000 Tonnen Hausmüll im Jahr aus Stadt und Landkreis. Dabei entstehen jährlich rund 45 000 Tonnen sogenanntes Trockenstabilat, die als Ersatzbrennstoff in der Zementindustrie verfeuert werden. Allein 30 000 Tonnen werden per Lkw bis nach Itzehoe gefahren.
Dem Vernehmen nach zahlt Herhof bei den Abnehmern derzeit noch zu. Auch hat die Firma langfristige Abnahmeverträge geschlossen. Angesichts der steigenden Energiepreise gibt es aber eine vermehrte Nachfrage nach solchen Energieträgern bei Firmen, die über geeignete Feuerungsanlagen verfügen und einen hohen Kraft-Wärme-Bedarf haben.
Vor diesem Hintergrund haben sich auch die Spitzen der im Rat vertretenen großen Fraktionen mit dem Thema beschäftigt. Es gebe erste Vorüberlegungen″ auch zu potenziellen Abnehmern, so bestätigte gestern Oberbürgermeister Boris Pistorius. Gleichzeitig mahnte er zu einer sachlichen Diskussion, wenngleich das Thema in der Vergangenheit auch hochgradig emotional besetzt gewesen sei: Durch die derzeitige Beschlusslage ist die Stadt in einer vorteilhaften Position.″ Pistorius bezog sich dabei auf den einstimmigen Ratsbeschluss vom März 2001, wonach eine Verbrennung des Herhof-Stabilats auf Stadtgebiet ausgeschlossen wurde.
Ähnlich äußerten sich gestern der SPD-Fraktionsvorsitzende Ulrich Hus und Josef Thöle für die CDU. Zunächst einmal müsse das Thema überhaupt im zuständigen Ratsausschuss (der Ausschuss für Stadtentwicklung tagt am 15. Mai) auf den Tisch kommen: Es war nicht einfach, die Herhof-Anlage auf Stadtgebiet durchzusetzen, obwohl eigentlich damals der Landkreis am Zuge gewesen ist″, so sagte Hus, und gerade weil dies ein emotional belastetes Thema ist, plädiere ich für eine sachliche Diskussion.″
Und Josef Thöle betonte, es habe im Jahr 2001 gute Gründe″ für die einstimmige Ratsentscheidung gegeben: Da müsste es jetzt schon sehr gute Gründe″ geben, einen solchen Beschluss umzustoßen.
Sabine Bartnik (Grüne) sagte ebenfalls, ihre Partei stehe erst noch am Anfang der Diskussion″ und es müssten verschiedene Aspekte abgewogen werden.
Einzig die FDP hat sich bereits festgelegt: Es sei wirtschaftlich und umweltpolitisch vorteilhaft, die Nutzung des Ersatzbrennstoffes in der Region zuzulassen″, erklärte Thomas Thiele in einer Pressemitteilung.

Bildtext:
So sieht das Trockenstabilat aus: eine Aufnahme aus der Herhof-Anlage Osnabrück im Jahr 2006.
Foto:
dpa
Autor:
Frank Henrichvark


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