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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Pannenmobil wird zum Studienobjekt
Zwischenüberschrift:
Stadtwerke Osnabrück verschenken ausgemusterten Elektrobus nach Recklinghausen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Kaufen wollte den kleinen Italiener keiner mehr. Aber geschenkt nahm ihn die Westfälische Hochschule Recklinghausen mit Kusshand. Sie will den 2016 in Osnabrück ausgemusterten Mini-Elektrobus wieder aufpäppeln. Und so ihren Studenten ganz viel über Nutzfahrzeugtechnik beibringen.

Osnabrück. Der Breda Menarinibus M200 E-Zeus ein sechs Meter kurzes, aber vier Tonnen schweres Fahrzeug italienischer Bauart mit Platz für 22 Passagiere war der erste akkubetriebene Linienbus in Deutschland. Er verband auf einem gut eineinhalb Kilometer langen Rundkurs zunächst das Marienhospital und das Christliche Kinderhospital mit dem Neumarkt.

Im Liniendienst erwies sich der Kleinserien-Wagen jedoch als äußerst unzuverlässig. Wegen dramatischer Reichweitenverluste und katastrophaler Ersatzteilversorgung war er mitunter monatelang außer Betrieb. Nach sechs Jahren hatten die Stadtwerke genug: Mit 56 190 Kilometern auf dem Tacho zogen sie den einst 220 000 Euro teuren Mini-Elektrobus im Herbst 2016 aus dem Verkehr.

Anschließend verbrachte der in Wahrheit also gar nicht so göttliche E-Zeus geraume Zeit in der Garage. Und alle Versuche, den kleinen Italiener auf dem Gebrauchtmarkt loszuwerden, schlugen fehl. Bis einem Stadtwerke-Mitarbeiter der rettende Einfall kam: Verschenken statt verkaufen!

Valentin Wübbelsmann, Absolvent des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen an der Westfälischen Hochschule (WH) in Recklinghausen, schlug seine Alma Mater als Empfängerin der Bus-Spende vor. Er hatte den Kontakt zu seinem damaligen Professor Guido Mihatsch nie abreißen lassen. Und der willigte dankbar ein.

Ein Tieflader brachte das fahruntüchtige Vehikel daraufhin von Osnabrück ins Ruhrgebiet, wo ihm jetzt neues Leben eingehaucht wird.

Wir wollen den Bus nicht nur wieder flottmachen, sondern ihn auch noch ein wenig aufhübschen″, kündigte Mihatsch in der Hochschulzeitschrift Trikon″ an. Angehende Wirtschaftsingenieure sollen an dem Fahrzeug mit Batterien und Strom experimentieren und elektrotechnische Bauteile untersuchen. Außerdem bekommt der Bus ein schickes Design″ im Stil der Westfälischen Hochschule. Als rollendes Aushängeschild für den Campus Recklinghausen soll er dann auf den dortigen WH-Studienschwerpunkt von Automobilwirtschaft und Fahrzeugtechnik hinweisen.

Bildtext:
Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul aber unter die Motorhaube. Professor Guido Mihatsch gewährt einen Blick ins Innenleben des Elektrobusses.
Foto:
Westfälische Hochschule Recklinghausen
Autor:
Sebastian Stricker


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