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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Karnevalisten zelebrieren den Ossensamstag
 
24 Personen ärztlich behandelt
 
Nach dem Umzug eine heiße Hühnersuppe
Zwischenüberschrift:
Polizei muss vor allem am Haarmannsbrunnen eingreifen
 
Feiern unter Freunden: Ossensamstagspartys der „Blauen Funken″ Eversburg und des Rheinländer Carnevals-Clubs
Artikel:
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Originaltext:
Osna helau!″: Zum 42. Mal sind am Samstag Karnevalisten durch die Osnabrücker Innenstadt gezogen von der Johanniskirche zum Rathaus, wo sie Oberbürgermeister Wolfgang Griesert in üblicher Manier den Rathausschlüssel abnahmen. 12 000 bis 15 000 Menschen verfolgten den Karnevalsumzug, schätzt die Polizei das ist ein neuer Tiefpunkt bei den Besucherzahlen. 2017 waren es noch rund 20 000 Narren. Die Polizei nahm diverse Strafanzeigen auf, etwa wegen Körperverletzung. Insgesamt blieb es aber friedlich. 24 Menschen wurden vor Ort ärztlich behandelt, darunter vier Minderjährige, die zu viel Alkohol getrunken hatten.
Foto:
Gert Westdörp

12 000 bis 15 000 Besucher haben laut Polizeischätzungen am Ossensamstag den Karnevalszug live an der Strecke verfolgt. Die Stimmung war gut, das Wetter hielt. Und am Ziel nahmen die Narren erwartungsgemäß Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) den Rathausschlüssel ab.

Osnabrück. Im Schneeregen kam der Wagen der diesjährigen Stadtprinzessin Gaby I. (Rittmeister) am Startpunkt vor der Johanniskirche an. Doch bereits vor dem Beginn des 42. Osnabrücker Karnevalsumzugs ebbte der Regen ab, und es blieb auch trocken. Trotzdem gingen die Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr weiter nach unten: 2017 hatte die Polizei rund 20 000 Narren entlang des Zuges geschätzt. 2007 waren es noch 100 000.

Gegen 13 Uhr startete das Vorprogramm in der Familienzone an der Johanniskirche mit De Muggenblazers″ aus der niederländischen Partnerstadt Haarlem sowie Kindersänger Frank Acker („ Frank und seine Freunde″). Letzterer feierte eine kleine Party mit seinen Zappeltieren und vielen Maskottchen.

Dann ging es nach einem Countdown von René Herring los. Herring ist der Präsident des Bürgerausschusses Osnabrücker Karneval, kurz: BOK. Doch nach wenigen Metern stoppte der Zug schon wieder. Der Wagen von Frank und seinen Freunden″ wollte nicht mehr. Wie gut, dass genügend Helfer vom Technischen Hilfswerk (THW) in der Nähe standen und Starthilfe per Muskelkraft geben konnten.

Die Schwestern Saskia Ortmann und Wiebke Brinkmann waren als Einhörner verkleidet und überrascht, dass diese Verkleidung in diesem Jahr offensichtlich nicht mehr so beliebt war wie 2017. Stattdessen gab es viele Erdbeeren. Aber auch so mancher Clown, wandelnde Biergläser, Raubkatzen und Mickymäuse waren unterwegs.

Viele Zuschauer freuten sich bereits darauf, hinterher noch auf dem Markt oder in den Kneipen der Altstadt zu feiern. Aber ganz gesittet″, sagte ein Besucher namens Jean-Paul, der sonst in Köln feiert. Für den Ossensamstag hatte er nur Lob: Das ist klasse hier, sehr abwechslungsreich. Alles ist sehr friedlich, und ich sehe nur fröhliche Menschen.″ Jean-Paul hatte sein Förster-Kostüm aufgrund der kalten Temperaturen daheim gelassen. Sein Begleiter Clemens war trotzdem im Clownskostüm unterwegs: Das habe ich seit zehn Jahren, aber jetzt gibt es seinen Geist auf″, sagte er und blickte auf seine ramponierten Schuhe. Kalt war ihm offensichtlich nicht.

Carolin Behn, Tänzerin der Grün-Weißen-Garde, hatte einen Tipp gegen den Frost: Ich habe beheizbare Sohlen in meinen Schuhen.″ Zudem trug sie zwei Strumpfhosen übereinander und darüber lange Stulpen. Behn gehörte zu einer der knapp ein Dutzend Tanzgarden des Umzugs.

Ebenfalls mit dabei waren 77 Gruppen, darunter 36 Motivwagen, sowie fünf Spielmannszüge. Der Mottowagen der wahren Trump-Freunde″ war der einzige wirklich politische Wagen in diesem Jahr. Ihm vorweg lief Präsident Trump″ mit einer Fahne in der Hand, auf der stand: Me First″. Mit einem T1-Bulli von 1964 folgte weiter hinten Schüssel-Schorse, der Comedy-Klempner von NDR 1. Er musste zwischendurch Gas geben, um den Anschluss nicht zu verpassen.

Traditionell endete der Zug vor dem Osnabrücker Rathaus auf dem Jeckenmarkt. Dort bereiteten sich die Karnevalisten singend und schunkelnd auf den Rathaus-Sturm vor. Der Osnabrücker Finanzvorstand Thomas Fillep und Bürgermeister Wolfgang Griesert fühlten sich von der Osnabrücker Stadtwache gut beschützt.

Griesert kapituliert

Doch wenig später musste Griesert kapitulieren. In diesem Jahr sei die Niederlage besonders bitter, stellte der Oberbürgermeister fest: Die Stadtwache hatte den Auftrag, mindestens zwei Stunden durchzuhalten, aber es gab zwei Überläufer.″

Glück für die Stadtprinzessin, der Griesert sogar erlaubte, im Friedenssaal zu randalieren: Denn den werden wir sowieso renovieren.″ Gaby I. wiederum kündigte Frauenpower″ im Rathaus an. Und sie wurde politisch, als sie ankündigte, die AfD zu verbieten″. Mit Blick auf die Regierungsbildung in Berlin urteilte sie: Die kriegen nix gebacken.″ Den Osnabrücker Ratsmitgliedern warf sie beim Neumarkt Hin und Her″ vor und Steuergeld zu verschwenden. Allerdings war sie optimistisch, was den VfL Osnabrück angeht: Die Rückrunde wird famos, Lotte, Preußen und Meppen lassen wir hinter uns, die Deppen.″

So bunt war der Ossensamstag: Viele Bilder und ein Video gibt es auf noz.de/ os

Bildtexte:
Hoch das Bein! So können sich die Funkenmariechen wenigstens warm tanzen.
Karnevalsprinzessin Gaby I. hat zwar keinen Prinzen an ihrer Seite, dafür jedoch den Rathausschlüssel in der Hand.
Der einzig wirklich politische Beitrag im Zug: Ein Fake Donald Trump proklamierte sein Motto Me First″ („ Ich zuerst″).
Fotos:
Gert Westdörp

Osnabrück. Auch wenn der Ossensamstag in diesem Jahr überwiegend friedlich vonstattenging, hatten die Einsatzkräfte gut zu tun. Vor allem am Haarmannsbrunnen mussten die Beamten eingreifen, wie aus einer Pressemitteilung der Polizei hervorgeht.

Im Vergleich zum Vorjahr machte sich allerdings die gesunkene Zahl der Narren bei den Einsatzkräften bemerkbar zumindest sie dürften sich über den Besucherrückgang gefreut haben. 20 000 Feiernde hatte die Polizei beim Ossensamstag 2017 geschätzt in diesem Jahr waren es nur 12 000 bis 15 000.

Körperverletzungen und Beleidigungen: Sowohl während als auch nach Ende des Karnevalsumzuges wurden der Polizei körperliche Auseinandersetzungen im Innenstadtbereich und besonders am Haarmannsbrunnen gemeldet, heißt es in der Mitteilung. Die Polizei nahm diverse Strafanzeigen auf. Vor dem Theater wurde ein Böller gezündet, viermal leisteten Menschen Widerstand gegen Polizeibeamte, in drei Fällen wurden Beleidigungen angezeigt, in einem Fall eine Bedrohung, zählte Hamker auf.

Sonstige Delikte: Ein Narr muss sich wegen des Tragens von Hoheitszeichen der deutschen Polizei verantworten, so Hamker weiter. Merke: Sobald polizeiliche Ärmelwappen zum Kostüm gehören, hört der Spaß auf. Ebenfalls verboten ist das Mitführen von Waffen; die Polizei nahm Anzeigen wegen des Tragens eines Gasrevolvers und eines Schlagstocks auf. Die Beamten erteilten darüber hinaus diverse Platzverweise, so Hamker, und zwei Personen wurden in Gewahrsam genommen. Nicht erwischen konnten die Polizisten einen Exhibitionisten, der am Haarmannsbrunnen blank zog.

Alkohol: In der Sanitätsstelle an der Domschule wurden laut Mitteilung 24 Personen ärztlich behandelt. Sechs von ihnen wurden in Krankenhäuser gebracht. Von den 24 Personen waren acht unter 18 Jahre alt, vier von ihnen hatten zu viel Alkohol getrunken. Ein 20-Jähriger erreichte den traurigen′ Höchstwert von 2, 7 Promille″, schreibt die Polizei.

Aufräumen: Schon kurz nach dem Ende des Umzugs waren am Neumarkt die Reinigungstrupps unterwegs. Die für Osnabrücker eher ungewohnt kurze Sperrung des Neumarktes konnte so für den Verkehr dementsprechend schnell wieder aufgehoben werden.

Ruhige Nacht: Im Verlauf der Nacht kam es nicht zu weiteren nennenswerten Eskalationen″, so die Polizei.

Osnabrück. Die Partys nach dem Umzug haben Tradition am Ossensamstag. Während die Zaungäste des Straßenkarnevals in den Altstadtkneipen weiterfeierten, ließen die Blauen Funken″ Eversburg und der Rheinländer Carnevals-Club den Tag in Gaststätten am Stadtrand ausklingen.

Petra Minneker, die gute Seele″ der Blauen Funken, wie Vereinspräsident Carsten Kandelhart verriet, tischte in Klattes Speisekammer eine hausgemachte Hühnersuppe auf. Die meisten der 45 Gäste kamen um 17 Uhr direkt vom Umzug in der Innenstadt. Während der Session organisiert die Karnevalsgesellschaft fünf verschiedene Veranstaltungen. Die traditionelle Fete am Abend des Ossensamstags ist fester Bestandteil. Hier steht die Geselligkeit im Vordergrund, ein festes Programm gibt es im Gegensatz zu der Proklamation des Prinzenpaares, der sogenannten Prinzenverbrennung sowie der Damen- und Herrensitzung nicht. Außer Vereinsmitgliedern stießen auch die Line Dancer aus Lotte zu der feiernden Truppe, Stammgäste seit mehreren Jahren.

Carsten Kandelhart, seit fünf Jahren Präsident der KG Blaue Funken″, zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Karnevalssession: Der Spaß an der Freude steht bei uns im Vordergrund. Wir sind eine Gemeinschaft und sind immer füreinander da.″

Bunte Girlanden, deutsche Schlager und reichlich Kostüme: Im nahe gelegenen Restaurant Hackmann in Atter kam der Rheinländer Carnevals-Club (RCC) zur Party am wichtigsten Tag der Osnabrücker Narren zusammen. Hier war wieder jeder willkommen, und so mischten sich nicht nur Jung und Alt, sondern auch kostümierte Karnevalisten mit neugierigen Restaurantbesuchern. Rainer Möllers, der Vereinsvorsitzende des RCC, war gut gelaunt: Hier kommen alle mal vorbei″, sagte er, als das Prinzenpaar der Blauen Funken″ Eversburg die Gaststätte betrat.

Nach eisigen Stunden beim Karnevalsumzug wärmten sich die Gäste bei Schnitzel und Bier, später auch Musik und Tanz auf. Auch die Mitglieder des RCC waren schon länger unterwegs: Einen eigenen Wagen für den Umzug hatte der Verein in diesem Jahr zwar nicht, viele liefen trotzdem mit. Der Vorsitzende Möllers stand auf dem Prinzenwagen. Er blickt bereits auf viele Feten und Umzüge zurück: Bis 2015 war er neun Jahre lang der Präsident des Bürgerausschusses Osnabrücker Karneval (BOK), noch einige Zeit früher außerdem Karnevalsprinz.

Heute ist er als Ehrenpräsident immer noch reichlich in das bunte Treiben involviert. Schließlich steckt hinter den närrischen Tagen eine Menge Organisation.
Autor:
Claudia Sarrazin, sdo, dk, siwi, schae


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