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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Grünes Licht für die perfekte Welle
 
In Osnabrück hat der Wall Priorität
Zwischenüberschrift:
Beispiel Münster: Ampeln passen sich der Verkehrslage an
 
Adaptive Ampelsteuerung soll in diesem Jahr zum Thema werden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Münster/ Osnabrück. Die Stadt Münster hat sie schon, Osnabrück will sie ebenfalls: eine adaptive Ampelsteuerung. Die bringt Ampeln dazu, aufeinander abgestimmt zu schalten, so dass der Verkehr fließt und sich möglichst keine Autoschlangen vor einer roten Ampel bilden. In Münster wird nach und nach die ganze Stadt damit ausgestattet. Osnabrück will die adaptive Schaltung demnächst auf Teilstreckeneinführen.
Wenn Ulrich Zelke Besuchern das Allerheiligste der Münsteraner Verkehrssteuerung zeigt, führt der Weg in den Keller des Stadthauses 3. Dort schließt Zelke, der im Tiefbauamt für das Verkehrssteuerungssystem zuständig ist, einen Raum auf. Darin stehen mehrere Schränke, diese wiederum sind vollgestopft mit Geräten. Grüne Lämpchen blinken, Ventilatoren surren, bunte Kabel verbinden eine Buchse mit der nächsten.
Der riesige Rechner sorgt dafür, dass nur wenige Schritte vom Stadthaus entfernt nicht das Chaos ausbricht. Dort führt der Albersloher Weg entlang. Der Rechner steuert die 24 Ampeln an der sechs Kilometer langen Strecke. Der Albersloher Weg ist der erste Straßenzug in Münster mit einer adaptiven Ampelsteuerung die Stadt Münster spricht von einer Modellachse. Nach und nach sollen sämtliche Hauptstraßen Münsters damit ausgestattet werden. Fast acht Millionen Euro (Stand 2003) will sich die Stadt das kosten lassen.
Das Gegenteil der adaptiven Schaltung sind feste Ampelphasen, die berechnet und programmiert sind. Es ist zwar möglich, zu bestimmten Tageszeiten die Phasen zu verändern beispielsweise im morgendlichen Berufsverkehr oder in der Nacht. Aber all das muss vorher feststehen.
Die adaptive Schaltung macht die Ampeln hingegen flexibel. Laufend analysiert der Rechner die Verkehrslage und misst beispielsweise mit Sensoren in der Fahrbahn, wie viele Autos auf dem Albersloher Weg unterwegs sind. Dann rechnet der Computer verschiedene Schaltszenarien durch und verteilt die Grünzeiten″, beschreibt Ulrich Zelke. Ungefähr jede Viertelstunde kann sich auf diese Weise die Signalsteuerung ändern. Am Ende steht eine grüne Welle, und Autofahrer müssen nicht mehr so oft vor einer roten Ampel halten. Allerdings: Eine hundertprozentige grüne Welle kann es nicht geben. Die Vorgabe in Münster lautet, dass 75 bis 95 Prozent der Autos ohne Halt durchfahren können. Gleichzeitig sollen beispielsweise Passanten nicht allzu lange an Fußgängerampeln warten. Das Ziel sind attraktive Werte für alle Verkehrsteilnehmer″, sagt Andreas Pott.
In den Kinderschuhen
Die Stadt Münster ist bislang zufrieden mit der adaptiven Ampelsteuerung. Wir haben erste Testfahrten unternommen, die gezeigt haben, dass der Verkehr auf dem Albersloher Weg jetzt flüssiger fließt″, sagt Andreas Pott, Verkehrsplaner bei der Stadt Münster. Eine wissenschaftliche Untersuchung soll in den kommenden Monate fundiert klären, ob sich das neue System auf dem Albersloher Weg bewährt hat.
Die adaptive Ampelschaltung steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen″, weiß Jürgen Schmidt, Leiter Straßenbau bei der Stadt Osnabrück. Was dieses System eines Tages leisten könnte, verdeutlichen Überlegungen in Münster. Dort soll die Ampelsteuerung mit anderen Verkehrsinformationen kombiniert werden.
Beispielsweise könnte der Verkehrsrechner berücksichtigen, dass eine Autobahn bei Münster gerade gesperrt ist und die Autos eine Umleitung durch die Stadt fahren. Oder das Parkleitsystem meldet freie Plätze nur noch in einem bestimmten Parkhaus in der Stadt. Die Strecke dorthin wird dann durchlässiger gemacht.
Schon jetzt können ins Münsteraner System Informationen über Veranstaltungen beispielsweise in der Halle Münsterland eingespeist werden.

Bildtexte:
Viel los auf dem Osnabrücker Wall: Eine adaptive Ampelschaltung könnte dazu betragen, dass der Verkehr mehr fließt als stockt.
Grüne Welle am Bildschirm: Ulrich Zelke (links) und Andreas Pott von der Stadt Münster zeigen, wie der Rechner die Verkehrslage analysiert und Ampeln Steuert.
Fotos:
Gert Westdörp, Buchkremer

Osnabrück. Auch in Osnabrück beschäftigen sich die Verkehrsplaner mit der adaptiven Ampelschaltung. Klar ist aber schon jetzt: Quantensprünge wird die Stadt damit nicht erleben. Wir sind technisch schon jetzt relativ weit″, sagen Franz Schürings, Leiter des Fachbereichs Städtebau. Die rund 200 Ampeln im Osnabrücker Stadtgebiet sind teilweise recht intelligent″: Mit Hilfe spezieller Sensoren erkennen sie, ob an einer Kreuzung viel oder wenig los ist. Dann werden die Grünphasen automatisch angepasst.
Der neue Verkehrsrechner, den Osnabrück vor einigen Jahren angeschafft hat, ist grundsätzlich in der Lage, Ampeln adaptiv zu steuern. Eine solche flexible Schaltung würde es möglich machen, dass mehrere Ampeln hintereinander sich verständigen″. Dann weiß eine Signalanlage schon vorher, dass viele Autos auf sie zurollen. Auf diese Weise kann diese Welle möglichst ohne Wartezeiten über eine Strecke geleitet werden.
Die Vorteile: Der Verkehr fließt gleichmäßiger, und das Ampelsystem wird insgesamt leistungsfähiger. Im Idealfall sinkt die Schadstoffbelastung in der Innenstadt.
Konkrekte Entscheidungen gibt es noch nicht″, sagt Franz Schürings. Demnächst wird sich allerdings der Stadtentwicklungsausschuss mit dem Thema beschäftigen und möglicherweise noch in diesem Jahr Beschlüsse fassen. Dann könnte die adaptive Schaltung zuerst auf Teilen des Walls und angrenzenden Straßen eingerichtet werden.
Auf dem Wall mit seinen 22 Ampeln gibt es schon jetzt eine grüne Welle allerdings nur in eine Richtung. Dies gilt für Autos, die im Uhrzeigersinn fahren (Hasetor Richtung Hauptbahnhof). „ Eine grüne Welle bedeutet eben nicht, dass jeder überall ohne Halt durchkommt″, erklärt Franz Schürings.
Vor einigen Jahren wurde über das Thema Ampelschaltung in Osnabrück heiß diskutiert vor allem im Wahlkampf 2001. Der Einsatz von CDU und FDP für die Autofahrer war ein Grund für den Wahlsieg von Schwarz-Gelb.
Autor:
Jens Buchkremer


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