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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zwanzig Louisdor für die Heilung
Zwischenüberschrift:
Das Marienhospital im Wandel der Zeit
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Mit einer Spende von jährlich zwanzig Louisdor aus ihrer Privatschatulle unterstützte Königin Marie von Hannover das 1859 gegründete Marienhospital. Im November des Jahres hatte die protestantische Landesfürstin das Namenspatronat des katholisch geführten Krankenhauses übernommen.
Die Gründung des Marienhospitals (MHO) fiel genau in die Zeit, in der in Osnabrück die Cholera grassierte. Bereits sieben Jahre zuvor hatte Dr. Vezin, damals leitender Arzt der städtischen Krankenanstalt, auf die Notwendigkeit einer weiteren Einrichtung hingewiesen.
Er wollte, dass ein solches Haus in christlichem Sinne geführt wird. Die Idee wurde vom Piusverein aufgegriffen und umgesetzt. Bis heute unterstützen Nonnen des Borromäer-Ordens als Krankenpflegerinnen die Arbeit der Ärzte und des Pflegepersonals. Ihre Klausur befindet sich im ersten und zweiten Stock der Gebäude auf den beiden Bildern. Hinter den Bogenfenstern ist die Krankenhaus-Kapelle zu finden.
1859 wurde das MHO zunächst im Stadtdechantenhaus von St. Johann eingerichtet. Der erste Patient wurde am 20. August des Jahres eingeliefert. Es war ein Junge, der an Nervenfieber″ erkrankt war. Einen Tag später folgte der erste Cholerakranke.
In der Dechanei war lediglich Platz für 30 Betten, so dass 1860 an der Pfaffenstraße ein Neubau errichtet wurde. Zwei Jahre später wurde die Dechanei erweitert. Die Unterbringung war spartanisch: Als Betten dienten damals Holzgestelle, die mit Strohsack, Matratze aus Pferdehaar, Wolldecke und Oberbett ausgestattet waren. Das Bad″ befand sich in einem Bretterverschlag im ersten Stock, Latrinen gab es in beiden Stockwerken. Geheizt wurde mit Kohle vom Piesberg.
Die historische Aufnahme des Neogotischen Gebäudes ist zwischen 1877 und 1929 angefertigt worden. Dies belegen Phasen des stetigen Um- und Ausbaus des MHO.
1877 erhöhte ein Neubau die Anzahl der Betten auf über 100. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das MHO bei Bombenangriffen zerstört, der schlimmste erfolgte am Qualmsonntag″ 1945, so genannt in Anspielung auf den Palmsonntag, an dem die Bomben fielen. Nach dem Krieg wurde das MHO wieder aufgebaut und stetig erweitert. Immer wieder wurden Nachbargrundstücke zur Erweiterung der Anlage aufgekauft. Im April 2006 schließlich wurde der bisher letzte neue Funktionstrakt zusammen mit dem neuen Haupteingang an der Bischofstraße eröffnet.
Die historische Aufnahme stammt von unserem Leser Dieter Mehring aus Moers.

Bildtexte:
Dieses neogotische Gebäude des Marienhospitals wurde zwischen 1877 und 1928 aufgenommen. Es stand an der Johannisfreiheit.
Die Kapelle des Marienhospitals befindet sich heute hinter den Rundbogenfenstern im Erdgeschoss.
Fotos:
Ansichtskarte, Jörn Martens
Autor:
Marie-Luise Braun


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