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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Pfand-Mehrwegbecher sollen Müllberge verkleinern
Zwischenüberschrift:
Konzept in der Umweltstiftung vorgestellt – Gastronomen reagieren mit wohlwollender Skepsis
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Mehrweg statt Einweg″ soll zukünftig die Devise lauten, wenn Heißgetränke im To go″-Becher ausgeschenkt werden. Ein Konzept für ein entsprechendes Mehrwertsystem in Osnabrück ist jetzt in der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) vorgestellt worden.

Experten schätzen, dass weltweit jährlich drei Milliarden Einwegbecher anfallen. Auch in Osnabrück bringen sie an manchen Tagen die Müllbehälter in der Innenstadt zum Überquellen. Grund genug für die Stadt Osnabrück, sich um eine Eindämmung der Wegwerfbehältnisse zu bemühen, mit dem Ziel, diese künftig durch deutlich langlebigere Becher zu ersetzen. Der Rat hat im Dezember beschlossen, eine entsprechende Initiative der Universität zu unterstützen.

Über das Wie″ informierten sich jetzt Interessierte, darunter viele Gastronomen, aus erster Hand. Die Moderation übernommen hatte Ratsmitglied Kerstin Albrecht (Bund Osnabrücker Bürger). Sie begrüßte neben Klaus Rudolph von der Westerkappelner Firma K. Rudolph Automatenservice GmbH Hans Baxmeier von der Firma Logicycle, die als Anbieter gemeinsam das Konzept eines Mehrwert-Systems präsentierten.

Zuvor war es aber an Stadtbaurat und Umweltdezernent Frank Otte, die unter dem Aktionsnamen PapplOS 2018″ firmierende Idee zu loben, für die Oberbürgermeister Wolfgang Griesert als Schirmherr gewonnen werden konnte.

Etwas verhaltener fiel der Begrüßungskommentar von DBU-Vertreter Andreas Skrypietz aus, der sich nach der Länge der Transportwege für die Becher erkundigte. Dass in jedem Fall Bedarf besteht, die gegenwärtige Müllmenge zu reduzieren, führte Hans Schröder vom Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) aus, denn diese sei, wie auch in anderen Städten, zuletzt stark angestiegen.

Leicht, handlich und gut zu reinigen, so lauten die wichtigsten Kriterien für den Mehrwert-Becher″, betonte Konzeptmitentwickler Klaus Rudolph, der auch gleich die Befürchtung langer Transportwege zerstreuen konnte. Wie die Pfandkette″ im Einzelnen funktionieren könnte, führten er und Hans Baxmeier mit Verweis auf das seit Langem etablierte Flaschenpfand aus. Langfristiges Ziel sei es, dem Verbraucher eine bundesweite Rückgabemöglichkeit der mit 50 Cent Pfand zu Buche schlagenden Becher zu ermöglichen.

Um Teil des LogiCUP″-Mehrwert-Systems zu werden, müssen sich Gastronomen einmalig anmelden. Mittels einer App besteht danach Kontakt zu dem Systemanbieter. Rudolph und Baxmeier betonten, dass die Umstellung durchaus eine Umsatzbelebung mit sich bringen könne, wenn künftig auch umweltbewusste Konsumenten, die bislang bewusst auf To go″-Getränke verzichteten, zu dem zu 100 Prozent recycelbaren Becher griffen.

Kritische Nachfragen zum Mehrwertsystem wurden vonseiten einiger Gastronomen aufgeworfen, die vor allem Fragen des zusätzlichen Arbeitsaufwands betrafen. Dieser sei zwar vorhanden, räumten die Firmenvertreter ein, doch würden die Vorteile des Systems überwiegen. Zwar konnten sie mit diesem Resümee keine Begeisterung wecken, die wohlwollende Skepsis der Teilnehmer ließ aber auch keine grundsätzlichen Vorbehalte erkennen.

Bilstext:
Langfristig sollen die LogiCup″-Mehrwegbecher bundesweit zurückgegeben werden können.
Foto:
S. Hehmann
Autor:
cby


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