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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Klein Henry ist vom Gold geblendet
Zwischenüberschrift:
Das neue Diözesanmuseum und der Chorsaal begeistern die ersten Besucher
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Endlich hat Osnabrück seinen Schatz wieder: Nach fünf Monaten Umbauzeit wurde am Samstag das Diözesanmuseum freigegeben. Auch der wertvolle Domschatz kann dort nun wieder besichtigt werden. Gleichzeitig weihte Bischof Bode auch den neuen Chorsaal am Dom ein. Oberbürgermeister Boris Pistorius bezeichnete das umgestaltete Areal als ein neues Zentrum für die Osnabrücker aus Stadt und Land″.
Gedränge. Der neue Probensaal, ein ellipsenförmiges Bauwerk mit Kupferhaupt, ist geräumig. Wenn aber alle Mitglieder der Domchöre zur ersten Chorsaalbefüllung″ anrücken, wird es wieder eng. Es hilft nichts: Die Tür muss zu″, ruft Johannes Rahe von seinem Platz auf der Bühne die überfüllten Ränge hinauf, sonst funktioniert die Klimaanlage nicht.″ Mit einem eigenen Arbeitszimmer, wo er wenigstens seinen riesigen Kopierer″ hätte unterbringen können, wurde es am Ende nichts. Trotzdem sprudelt jetzt, beim ersten gemeinsamen Singen, die Freude über die endlich abgeschlossenen Bauarbeiten nur so aus dem Chorleiter heraus. Alles ist fertig, es riecht nach Holz.
Eigentlich, so sahen es die Planungen vor, bietet der neue Probensaal am Dom Platz für 200 Sänger. Heute scheinen es beinahe doppelt so viele. Zur Begrüßung ein gemeinsames Lied, dann folgen die technischen Details. Die Tür ist jetzt geschlossen, und unter den Stuhlreihen steigt kühle Frischluft in den Saal. Die Klimaanlage funktioniert. Eine Fußbodenheizung gibt es auch. Kein Luxus-Extra, wie Rahe versichert, sondern eine Investition, die den Domchor in ein neues Zeitalter katapultiert. In diesem Räumen wird künftig barfuß geprobt″, sagt Rahe. Die versammelten Sänger reagieren zunächst mit Gelächter. Rahe meint es jedoch ernst. In Skandinavien sei das schon lange üblich.
Das erste gemeinsame Singen im neuen Kupferkessel wollte niemand verpassen. Aber auch sonst herrscht am Nachmittag Hochbetrieb rund um den Dom. Grund zum Feiern gibt es gleich doppelt. Mit einem Gottesdienst und einer feierlichen Prozession hatte Bischof Bode zuvor außer dem Chorsaal auch das neu gestaltete Diözesanmuseum eingeweiht. In der Feierstunde im Forum der Ursulaschule nennt Staatssekretär Josef Lange beide Projekte äußerst gelungen″. Oberbürgermeister Pistorius freut sich, dass nach all den Jahren der Domschatz wieder aus seinem Versteck herausgegeben″ sei. Ausdrücklich lobt er das Konzept der Ausstellung, das nicht mehr nach Gegenständen sortiert ist, sondern chronologisch durch die Kirchengeschichte führe. Sigrid Maier-Knapp-Herbst, Präsidentin der Klosterkammer Hannover, liegt der neue Chorsaal am Herzen, und sie ist dankbar für jeden Raum, in dem Kinder ihre Stimme zu eigenständiger Verantwortung erheben können″.
Nachmittags müssen Chorsaal und Museum den Prüfungen der Öffentlichkeit standhalten. 2100 Besucher werden es am Ende des Tages sein. Das Resümee der Besuchermassen: Klasse! Negative Stimmen: bis auf ein bisschen Murren in der Warteschlange zur Garderobe Fehlanzeige.
Hermann Stickel sitzt erschöpft neben seiner Enkelin. Was für ein Tag! Erst das ganze Museum besichtigt, einmal im Chorsaal vorbeigeschaut und schließlich noch das Kinderprogramm mitnehmen. Während Lotta in ihre Buntstifte vertieft ist, blättert Opa im Ausstellungskatalog: Wirklich interessant″, sagt er. Besonders beeindruckt habe den Rentner die erste Etage des Diözesanmuseums. Wie man sich fühlt, wenn man über eine kleine Brücke in das Herz-stück der Ausstellung vordringt, bringt der vielleicht jüngste Besucher des Eröffnungstages noch etwas besser auf den Punkt. Das Gold der Schatzkammer″ blendet so sehr, dass der 16 Monate alte Henry, der von seiner Mutter durch die Ausstellung getragen wird, einen Hustenanfall erleidet. Vielleicht macht aber auch nur der Schnuller wieder Probleme.

Bildtexte:
Einer der jüngsten Besucher: Der 16 Monate alte Henry erlebte das neue Diözesanmuseum auf dem Arm seiner Mutter.
Drangvolle Enge herrschte beim ersten gemeinsamen Singen im Chorsaal.
Bischof Bode segnete jeden Raum.
Fotos:
Jörn Petring
Autor:
Jörn Petring


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