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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Uni-Zentrum am Westerberg?
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Uni-Zentrum am Westerberg? - Eindrücke von der Westerberg-Begehung durch den Bürgerverein Nordwest

Die Berichterstattung stellt m. E. die Gründe der Differenzen nicht deutlich genug heraus; ich möchte versuchen, die Meinungen zu verdeutlichen. Den Osnabrücker Eingesessenen schien das Vertrauen zu Rat und Verwaltung offenbar insoweit abhanden gekommen zu sein, daß sie nicht mehr glaubten, daß festgestellte Grundzielsetzungen wirklich eingehalten werden. Die am 17.3.1959 von Herrn Oberbürgermeister Kelch und Stadtdirektor Voßkühler unterzeichnete " Satzung für die landschaftliche und bauliche Gestaltung des Westerberges" enthält den Passus: " Die Kuppe des Westerberges soll zu einer Naherholungs- und Verbindungsgrünfläche zum Heger Holz für die Bevölkerung ausgestaltet werden..." Hier geht und ging es also nicht um " Privilegien für wenige Bürger", wie der ASTA es fälschlich ausdrückte, sondern um das Wohl einer breiten Öffentlichkeit.
Aber ach, wie schnell wandelte sich die Meinung der Stadtverwaltung zur Erhaltung grüner Lungen - dem grünen Finger sollte bald ein dicker Aufwuchs verpaßt werden in Gestalt eines vielgeschossigen Hochhauses mit naturgemäß großer Menschen- und Kraftfahrzeugmassierung an der einzigen Stelle, wo schon vor der Westerbergbrücke der Blick über die Stadt nach dem Teutoburger Wald offen ist.
Studierende der Ing.-Akademie legten bei der Westerbergbegehung überzeugend dar, wie knapp dort die Räumlichkeiten wären, z. B. EDV-Lehranlagen könnten nicht untergebracht werden. Um dieser ersten Not zu wehren, sollen nun einige tausend Quadratmeter bisher nicht als Baugebiet ausgewiesener Boden zur Verfügungsfläche kommen, um für zunächst angenommen ca. 1200 Studenten schnell Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen. Um gleichzeitig den bisher nicht vorhandenen Parkraum zu beschaffen, wird bei der Ing.-Akademie ein Parkhaus über und in der Erde erwogen.
Die Masse der Teilnehmer bei der Westerbergbegehung sagte etwa: " Wie kann man in solche Enge das Kernstück der zukünftigen Universität legen wollen? Es werden doch sicher aus 1200 Studenten bald 2200 oder 3200!" Ein Zuruf lautete demgemäß: " Und wann wird der ganze Rest des Westerberges zugebaut?"
Alle Osnabrücker hatten Angst vor den räumlichen und finanziellen Zwangsläufigkeiten bei fehlerhafter Weichenstellung für das Uni-Zentrum und das Aufgeben des früher beschworenen Landschaftsschutzes, s. Westerbergbauordnung. Deshalb wollten sie keinen Fußbreit Boden über das bisher Freigegebene noch zum Baugebiet schlagen. Die Studierenden sahen wohl weniger das, was später aus allem wird, als verständlicherweise das schnelle Anfangen. Nur einem ganz kleinen Teil wird möglicherweise Osnabrück zum späteren Lebensraum.
Das Ergebnis der Westerbergbegehung war, keine Investierungen unserer finanziell aufs äußerste angespannten Stadt in kostspielige Fehlentwicklungen, die bei Uni-Zentrum im gewachsenen Stadtgebiet unausweichlich sind. Weiterhin auch kein bißchen von den ohnehin schon viel zu kleinen offenen Erholungsflächen unserer Stadt zusätzlich preisgeben, auch nicht am Westerberg. Andere Städte haben ebenfalls Lösungen gefunden, ohne ihren Naherholungsraum zu beschneiden. Osnabrück
Offenbachstraße 20
August Gußmann


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