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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Anbrechende Dunkelheit ließ Westerbergbegehung des Bürgervereins Nordwest abbrechen - Mehrheit für Erhaltung der Grünflächen
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Ernste Diskussionen und harte Debatten auf dem Westerberg - Anbrechende Dunkelheit ließ Westerbergbegehung des Bürgervereins Nordwest abbrechen - Mehrheit für Erhaltung der Grünflächen

  Osnabrücks Bürgervereine machen es sich nicht leicht. So lud der Bürgerverein Nordwest zu einer Ortsbegehung des Westerberges ein, um dessen Erhaltung die Osnabrücker seit Jahrzehnten ringen. Bürgervereinsvorsitzender Ratsherr Carl Möller konnte am Sonnabend weit über 100 Teilnehmer zu dieser Begehung begrüßen: Mitglieder des Bürgervereins Nordwest und der Interessengemeinschaft Caprivistraße/ Albrechtstraße, Studenten der Fachhochschule und Vertreter der Stadtverwaltung. Es gab ernste Diskussionen. Meinung und Gegenmeinung prallten hart aufeinander.
Am Sedanplatz, wo die Begehung begann, wurde die Verkehrssituation verdeutlicht. Die Bürgerschaft forderte die Wiederanlage eines Zebrastreifens an der Albrechtstraße. Falls dieses nicht möglich ist, sei dringend eine Signalanlage zu installieren. Oberamtsrat S. Schiemann (Ordnungsamt) nahm zu den Richtlinien, in welchen Fällen Zebrastreifen zulässig sind, Stellung. Er versprach, die Angelegenheit zu überprüfen.
Bürgervereinsvorsitzender Möller sprach den Stadtwerken seinen Dank dafür aus, daß in Höhe des Hauses Natruper Straße   Nr. 95 eine Haltestelle eingerichtet wird. Ein Student machte den Vorschlag, die Verkehrsinsel auf dem Sedanplatz mit Blumenschmuck zu versehen.
Das Gelände am alten Steinbruch wurde als nächster Punkt   besichtigt. Im Gespräch über die ehemalige Fläche der   Stadtgärtnerei für die ein Bebauungsplan erstellt ist, sagte   Carl Möller, daß Rat und Verwaltung die Vorstellung des   Bürgervereins teilweise verwirklichten. Im unteren Teil der   Fläche erfolge in Kürze eine konzentrierte Bebauung, während   im oberen Teil die Bauweise aufgelockert sein werde. Leider   mache das Gelände augenblicklich keinen guten Eindruck, weil   verbotswidrig Müll, Sperrgut und sogar Bauschutt abgeladen   wurden. Aus Gründen der Ordnung wäre dringend die Einebnung   der restlichen noch brachliegenden Gärten erforderlich.   Besichtigt wurde auch der Verbindungsweg   Schöllerstraße / Corsicaskamp. Hier wurde eine Verbesserung der   Beleuchtung gefordert. Auch müßten Absperrungen vorhanden   sein, damit Mopeds den Gehweg nicht befahren können.
Am Wasserturm (Gutenbergstraße) fand die nächste " Rast" statt In einer Erläuterung des Grünflächenplanes wurde festgestellt, daß nach wie vor Fußgängerwege vom Rißmüllerplatz über den Westerberg zum Heger Holz führen sollen. Trotz Erweiterung des Wasserturmgeländes bis zum Steilabhang soll der vorgesehene Fußweg angelegt werden.
Unzufrieden äußerten sich viele Teilnehmer über den starken Autoverkehr auf dem Westerberg. Es kamen Vorschläge, einige Straßen zu Sackgassen zu machen und die Blumenthalstraße für den Fahrverkehr zu sperren. Erregte Debatten wurden über den Plan geführt, wonach zwischen Kaserne und Steinbruch ein achtgeschossiges Wohnhaus errichtet werden soll. Nach Meinung der Bürgervereinsmitglieder müssen die Grünflächen erhalten bleiben und die einmalige Aussicht gesichert sein. Einige sprachen sich für den Abbruch der Caprivikasernen aus. Um Klarheit über die allgemeine Meinung zu haben, führte der Bürgerverein in luftiger Höhe eine Abstimmung durch: Der weitaus größte Teil der Begehungsteilnehmer sprach sich für Erhaltung der Grünflächen und gegen den Bau eines Hochhauses aus.
An der Ecke Caprivistraße und Edinghäuserweg gab es dann die härtesten Rededuelle. Es ging um den Bau des allgemeinen Verfügungszentrums für die Universität. Zunächst nahm Vorsitzender Carl Möller zu der Antwort des Oberstadtdirektors aufgrund einer Anfrage des Bürgervereins Stellung. Die Antworten wären unvollständig und irreführend; sie könnten zu gefährlichen Illusionen verleiten. Es gehe bei der Vorbehaltsfläche für ein Ergänzungsgebäude der Fachhochschule und der Ausweisung einer Fläche für das Aufbau- und Verfügungszentrum um grundverschiedene Dinge. Nach Ansicht des Bürgervereins sollte gründlich geprüft werden, ob es sinnvoll ist, das allgemeine Verfügungszentrum an einen Platz zu stellen, der nicht mit dem Standort der übrigen Universität identisch ist... Der ASTA der Fachhochschule vertritt dagegen die Auffassung, daß am Westerberg der günstigste Platz für das allgemeine Verfügungszentrum der Universität ist. Hierbei sei zu bedenken, daß die Einrichtungen zum Studienbeginn 72/ 73 errichtet sein müßten.
Stadtbaurat Klöcker erklärte, vom Grundsatz her wäre die Stadt damit einverstanden, daß auf dem vorgesehenen Gelände am Westerberg die erforderlichen Gebäude errichtet würden. Wenn die Planungen begännen, werde die Stadt in jedem Fall die Belange der Bürgerschaft vertreten. Drei Standorte für die Universität ständen zur Diskussion. Eine Übergangslösung wäre   dringend erforderlich.

Alle anstehenden Probleme wurden temperamentvoll diskutiert Die hereinbrechende Dunkelheit sorgte für ein Ende der Debatten. Dann mußte auch die weitere Westerbergbegehung abgebrochen werden.

Bürgerverein Nordwest: Im Interesse der Universität Osnabrück - Auf der Suche nach anderen Wegen - Erklärung des Bürgervereins Nordwest zur Stellungnahme des Oberstadtdirektors

Der Bürgerverein Nordwest hatte bekanntlich in einer Pressekonferenz acht Fragen an Oberstadtdirektor Fischer gerichtet, die der Verwaltungschef dann in der Neuen Osnabrücker Zeitung beantwortete. Diese Antwort genügt dem   Bürgerverein nicht. Der Bürgerverein verteilte daher während   der Begehung des Westerberges, zu dem er eingeladen hatte ...   nachstehende Erklärung.
" Die Antwort des Oberstadtdirektors auf die acht Fragen des Bürgervereins Nordwest wegen des Standortes für das Uni-Verfügungszentrum ist unvollständig und irreführend und könnte zu gefährlichen Illusionen verleiten. Der Vermerk einer Vorbehaltsfläche für ein evtl. später einmal notwendig werdendes Ergänzungsgebäude der Ingenieurakademie auf der Landwirtschaftsfläche des Westerberges und die Ausweisung eines Sonderbaugebietes eines Aufbau- und Verfügungszentrums für die neue Universität Osnabrück sind zwei grundverschiedene Dinge. Das erstere ist das Ende einer abgeschlossenen Planung, und in seiner Größenordnung überschaubar und begrenzt. Das zweite steht am Anfang einer Entwicklung, die in ihren Ausmaßen noch gar nichtüberschaubar ist. Bisher sind weder das Raumprogramm, noch die Abmessung der zu errichtenden Gebäude vom Land beschlossen und der Stadt Osnabrück bekannt, so daß weder das offene Problem der Geländeerschließung geklärt, noch der Bedarf der benötigten Stellplatzflächen geklärt werden kann. Erst dann kann Rat und Verwaltung dazu Stellung nehmen.
Auch die Darstellung über die Ratssitzung vom 28.9.1971 ist irreführend. Der Rat hat bei vier Enthaltungen lediglich die Neuaufstellung und erneute Auslegung des Bebauungsplans Nr. 153 beschlossen, gleichzeitig aber eindrücklich dargelegt, daß starke Bedenken gegen den Plan beständen, diese aber erst nach Ablauf des Auslegungsverfahrens im Rat behandelt und diskutiert werden sollten. Damit sind auch die Antworten auf unsere Fragen vier und fünf falsch, denn das Auslegungsverfahren hat gerade erst begonnen und wird noch bis Mitte November d. J. andauern, so daß die in diesem Verfahren vorgetragenen Bedenken dem Rat noch gar nicht bekannt sein können. Wie er es immer getan hat, wird er diese Bedenken und Anregungen sehr sorgfältig prüfen und abwägen. Der Oberstadtdirektor wollte doch wohl nicht den Eindruck erwecken, als wenn die Beteiligung der Bürger im Auslegungsverfahren vom Rat zu einer Farce gemacht würde.
Die Beantwortung unserer Frage sechs ist nicht nur Angelegenheit des Landes. bei Einschaltung der städtischen Bauverwaltung hätte der Oberstadtdirektor durchaus die Möglichkeit zu erkennen, daß die endgültige Fertigstellung eines so großen Bauvorhabens bis zum 1. Oktober 1972 wohl kaum mehr zu realisieren sein dürfte, nachdem noch so viele Probleme nicht geklärt sind und noch nicht einmal das Raumprogramm festliegt.
Aus dieser Erkenntnis heraus dürfte die Beschäftigung mit der Frage sieben sehr dringend werden, nämlich im Interesse der Universität Osnabrück nach anderen Wegen zu suchen, um rechtzeitig zum Wintersemester 1972/ 73 die erforderlichen Räume bereitzustellen.
Abschließend möchten wir unsere Frage acht wiederholen, ob es richtig und sinnvoll ist, das Aufbau- und Verfügungszentrum an einen Standort zu stellen, der sicherlich nicht identisch ist mit dem Standort der übrigen Universität und aller dazugehörigen Nebengebäude sowie der Wohnbebauung, an einen Standort, der durch die Kosten für zusätzliche Erschließungsmaßnahmen und notwendige Parkbauten finanziell derartig zusätzlich belastet ist, daß dafür das Doppelte an Funktionalbauten errichtet werden könnte."


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