User Online: 1 | Timeout: 15:21Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Standbuchung bei Nachtflohmarkt
 
Flohmarkt nur noch mit Anmeldung
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker Rat beschließt Standbuchung und Verlegung an den Ledenhof
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Stadt Osnabrück zieht ihren Nachtflohmarkt auf links: Im Mai findet er erstmals am Ledenhof und rings um die Katharinenkirche statt. Wer dort seinen Trödel verkaufen möchte, muss im Vorfeld einen Stand buchen. Das sieht die neue Flohmarktordnung vor, die der Rat jetzt gegen die Stimmen von CDU und FDP bei Enthaltung von BOB beschlossen hat. Die Standbuchung war Wunsch der Verwaltung, da das Kassieren der Gebühren am Abend bislang einen hohen Personalaufwand erforderte und beim letzten Nachtflohmarkt kaum zu schaffen gewesen sei. Einige Standbetreiber hatten Glück und mussten deshalb gar nichts zahlen. Die Standvergabe soll über ein elektronisches Buchungssystem erfolgen. Den Link will die Stadt sechs Wochen vor dem Flohmarkttermin freischalten.

Die Zeiten des spontanen Standaufbaus und Trödelverkaufs auf dem Osnabrücker Nachtflohmarkt sind vorbei. Ab sofort müssen Verkäufer ihre Stände im Vorfeld buchen. Das sieht die neue Flohmarktordnung vor, die der Rat jetzt gegen die Stimmen von CDU und FDP bei Enthaltung von BOB beschlossen hat.

Osnabrück. Damit wird der Nachtflohmarkt seinen Charakter grundlegend ändern. Der nächste Markt findet im Mai statt und zwar nicht wie seit 1994 in der Fußgängerzone rings um die Große Straße, sondern erstmals am Ledenhof und an der Katharinenkirche inklusive Reichwein-Platz, Redlingerstraße und Hakenstraße bis zum Kamp.

Über diesen Ortswechsel bestand schon seit November Einigkeit zwischen Verwaltung und den Fraktionen. Unstrittig war auch eine Anpassung der Uhrzeiten an die gängige Praxis. Seit Jahren hat sich der Flohmarkt schleichend immer weiter in Richtung des späten Samstagnachmittags verschoben. Eine Überarbeitung der Flohmarktordnung, die den Startzeitpunkt bislang auf 21 Uhr am Samstag festgelegt hatte, war daher überfällig. Ab jetzt dürfen Standbetreiber auch offiziell am Samstag bereits um 17 Uhr mit dem Aufbau beginnen allerdings nicht wie bislang dort, wo Platz ist, sondern nur auf einer vorab gebuchten Fläche.

Die Standbuchung war Wunsch der Verwaltung, da das Kassieren der Gebühren am Abend bislang einen hohen Personalaufwand erforderte, wie Frank Otte, der als Verwaltungsvorstand auch für den Bereich Ordnung verantwortlich ist, im vergangenen Jahr erläutert hatte. Wir haben beim letzten Mal fast nicht genügend Mitarbeiter zusammenbekommen, die wir nachts losschicken konnten″, hatte Otte im November im Ausschuss für Feuerwehr und Ordnung gesagt. Einige Standbetreiber hatten Glück und mussten deshalb gar nichts zahlen.

Nummerierung

Ein Buchungssystem funktioniert laut Verwaltung nur, wenn die Stände vor Beginn des Aufbaus mit Nummern auf dem Boden markiert werden können. In der Großen Straße vor den Geschäften wäre das schwer möglich am Ledenhof schon. Überhaupt waren diese Überlegungen erst der Anlass für eine Verlagerung des Marktes.

Die Standvergabe soll über ein elektronisches Buchungssystem erfolgen. Den entsprechenden Link will die Stadt immer sechs Wochen vor dem Flohmarkttermin freischalten. Die Stände bekommen alle eine einheitliche Größe: drei Meter Länge und zwei Meter Tiefe für 20 Euro. Maximal zwei Stände dürfen pro Person gebucht werden. Bislang waren auch kleinere Stände für zehn Euro möglich diese fallen fortan weg. Die Bezahlung erfolgt bei der Buchung, die erst dann verbindlich ist. Als Bestätigung bekommen die Händler ein E-Ticket, das sie am Flohmarkttag bei Kontrollen vorzeigen müssen.

Wer im Internet nicht fit ist, bekommt die Möglichkeit, an zwei Tagen, die die Stadt rechtzeitig in der Zeitung und auf osnabrueck.de bekannt geben will, einen Standplatz beim Fachbereich Bürger und Ordnung zu erwerben.

Städte wie Münster und Georgsmarienhütte arbeiten schon lange mit Registrierungen, nur in Osnabrück galt bislang das Windhundprinzip, das CDU und FDP wegen des spontanen Charakters auch gern beibehalten hätten. Nur konnten sie sich damit gegen die übrigen Fraktionen nicht durchsetzen. Nur BOB enthielt sich in der Ratssitzung am Dienstag.

Was nicht in der Flohmarktordnung steht: Für Kurzentschlossene sei weiterhin vorgesehen wie zuvor von der Verwaltung vorgeschlagen eine freie Fläche abzugrenzen, bestätigte Sandra Solf, Leiterin des Fachbereichs Bürger und Ordnung, unserer Redaktion auf Anfrage.

Platz wäre an dem neuen Standort am Ledenhof für etwa 500 bis 580 Stände, hieß es Ende vergangenen Jahres aus der Verwaltung. Beim Nachtflohmarkt im Herbst 2017 hatte die Stadt nur 313 Stände registriert, im Frühjahr 2017 waren es 502.

Der Nachtflohmarkt findet an jedem ersten Samstag im Mai und an jedem zweiten Samstag im September statt und lockt Tausende Besucher in die Innenstadt. Nach einem Jahr will die Verwaltung analysieren, wie die Änderungen ankamen.

Der Nachtflohmarkt und seine Vorgeschichte: Mehr dazu lesen sie auf noz.de/ os

Bildtext:
Der Osnabrücker Nachtflohmarkt findet weiterhin an jedem ersten Samstag im Mai und an jedem zweiten Samstag im September statt künftig jedoch am Ledenhof und mit Standbuchung im Vorfeld.
Foto:
Archiv/ Michael Gründel

Kommentar
Mit der Spontaneität ist es aus

Wenn es regnet, heißt es für Osnabrücker Flohmarkthändler künftig: Pech gehabt. 20 Euro für ihren vorab gebuchten Stand sind in jedem Fall weg.

Zusammen mit der Verlegung aus der Fußgängerzone an den Ledenhof ist der Wandel tief greifend.

Ob nun im Positiven oder im Negativen, wird sich zeigen.

Bislang schwankte die Zahl der Stände und der Besucher je nach Wetterlage erheblich. Im September 2016 beispielsweise war Regen angekündigt. Resultat: Die Stadt registrierte lediglich 409 Stände. Im Mai 2016 wiederum herrschte herrlichstes T-Shirt-Wetter. Ergebnis: 605 Händler bauten ihre Tapeziertische auf.

Für 500 bis 580 Stände wird laut Verwaltung Platz sein am neuen Standort am Ledenhof, rings um die Katharinenkirche, den Koggestrand, in der Haken- und in der Redlingerstraße. Wer seinen Trödel verkaufen will, muss sich frühzeitig dafür entscheiden. Mit der Spontaneität, die den Nachtflohmarkt bislang auszeichnete, ist es aus.

Skepsis ist da durchaus angebracht, aber zumindest einen Versuch ist es wert. Nach einem Jahr will die Verwaltung Bilanz ziehen, zurückrudern kann die Stadt dann immer noch.
Autor:
Sandra Dorn


Anfang der Liste Ende der Liste