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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Todesurteil kurz vor Kriegsende
Zwischenüberschrift:
„Stolpersteine″ für verfolgte Kommunisten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Bisher sind 17 Stolpersteine in der Stadt verlegt worden, die an das Schicksal Osnabrücker Bürger erinnern, die Opfer des Nationalsozialismus geworden sind. In der Wiesenbachstraße 24 sind zwei zu finden: für Lissy Rieke und Heinrich Hackmann.
Die am 18. August 1913 in Osnabrück als Luise Johanna Rieke geborene Lissy schloss sich als junges Mädchen dem Kommunistischen Jugendverband (KJVD) an. 1933 ging sie nach Holland und fand Arbeit im Zentralkomitee der Partei im Amsterdamer Exil. Von dort aus fuhr sie häufig ins Ruhrgebiet, wo sie illegale Tätigkeiten ausübte.
In Dortmund lernte sie der damals achtjährige Erwin Semnet kennen, der bei seiner Oma lebte. Lissy war eine zarte, kleine Person, die immer lächelte.″ Semnets Ehefrau Marianne übernahm die Patenschaft für den Stolperstein. Ich habe in Archiven nach ihrem Namen geforscht und habe viel Material und auch Fotos gefunden″, sagt sie. Stolpersteine nennt sie Meilensteine in der Aufarbeitung des Nationalsozialismus″.
Lissy Rieke wurde nach einem Besuch in Osnabrück 1943 von der Gestapo auf dem Duisburger Bahnhof verhaftet. Sie hatte im Widerstand illegales Material weitergeleitet. In der Gerichtsverhandlung nahm sie alle Vorwürfe auf sich, wodurch ihre Mitangeklagten gerettet wurden. Das Todesurteil gegen sie wurde am 5. Januar 1945 vollstreckt.
Heinrich Hackmann war von 1926 bis 1933 KPD-Funktionär in Osnabrück. Sofort nach Beginn des Nazi-Regimes begannen gegen ihn Repressalien, vor allem Hausdurchsuchungen. Auch Hackmann wurde denunziert und ins Gerichtsgefängnis Osnabrück eingeliefert. Ein Sondergericht in Hannover verurteilte ihn 1942 zu drei Jahren Haft wegen Heimtücke″ und entzog ihm die Bürgerrechte. Die Strafe verbüßte er in den Gefängnissen Werl und Münster. In Letzterem starb er am 25. April 1944 an Herzschwäche, die durch Hunger und Entbehrungen verursacht wurde. Hackmann war zu diesem Zeitpunkt auf 40 Kilogramm abgemagert, ein Gnadengesuch seiner Familie war abgelehnt worden. Pate seines Stolpersteins ist Rainer Reckers.

Bildtext:
Ein Mahnmal für Lissy Rieke und Heinrich Hackmann: In der Wiesenbachstraße sind vor dem Haus mit der Nummer 24 zwei Stolpersteine verlegt worden.
Fotos:
Jörn Martens
Autor:
iza


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