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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Roy will wieder raus
Zwischenüberschrift:
Für den Ausbrecher-Wolf im Zoo kein Zurück mehr ins Rudel
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Sein Freiheitsdrang ist ungebrochen: Zwei Wochen nach seinem erneuten Ausbruch aus dem Zoo springt Wolf Roy immer wieder in die Gehegewand. Es ist, als wolle er es auch noch ein drittes Mal versuchen.
Dazu wird es aber nach menschlichem Ermessen nicht kommen. Das Gehege ist allseitig geschlossen und sehr stabil. So stabil, dass darin schon Tiger gelebt haben. Und dennoch: Wieder und wieder nimmt der Ausbrecherkönig einen kurzen Anlauf. Dann hängt Roy für einen Moment mit allen vier Pfoten am Draht und lässt sich wieder fallen. Aber das Gehege ist wohl vier Meter hoch, die Abdeckung nach oben wird er so nie erreichen.
Dass der vierjährige Roy durch seine beiden Ausflüge einen unbändigen Freiheitsdrang entwickelt habe, sei doch wohl sehr menschlich gedacht″, sagt dagegen Zoodirektorin Dr. Susanne Klomburg. Natürlich hat er Erfahrungen gemacht. Aber niemand kann sagen, ob diese Erlebnisse so positiv waren, dass er jetzt daran anknüpfen will.″ Die Verfolgung, Betäubung, Transport all das sei doch eher negativ besetzt: Ich habe den Eindruck, er ist jetzt einfach nur aufgeregt und etwas wirr.″
Immerhin wurde Roy nach seinem ersten Ausflug vor gut sechs Wochen noch freudig von seinen Rudelgenossen begrüßt: Die Rückkehr war damals völlig stressfrei″, so berichtete Klomburg gestern. Derzeit würde sie den Rüden allerdings nicht wieder in das Rudel der verbliebenen fünf Grauhunde zurücksetzen. Denn Roy war einmal der Leithund am Schölerberg. Und diese Eigenschaft müsste er sich vermutlich erst wieder erkämpfen oder er wird grausam gedeckelt: Es würde viel Unruhe geben″, fürchtet Susanne Klomburg, es gibt für ihn kein Zurück.″
Deshalb denkt die Zoodirektorin bereits über Alternativen nach, während sie das verbliebene Rudel der fünf Wölfe in der großen Anlage betrachtet: Am besten wäre es, wenn er in einem anderen Zoo zusammen mit einem Weibchen ein neues Rudel bilden könnte.″
Alles andere wäre vergleichsweise unerfreulich: ein Leben als Einzelgänger etwa. Oder ein Auswilderungsprojekt in den Weiten der Lausitz zum Beispiel, wo mittlerweile mehrere Rudel ihre Fährten ziehen. Derzeit steht Roy bereits als Vermittlungskandidat auf einer Internet-Plattform, mit der Zoos und Tierparks Informationen über jene Tiere austauschen, die sie gerne abgeben würden. Wir haben Anfragen gestartet, aber bislang noch keine Lösung gefunden″, sagte Susanne Klomburg gestern, die Ausgangslage ist ja auch nicht ganz einfach.″
Die fünf verbliebenen Wölfe in der großen Anlage am Schölerberg, so bedeutet der Umkehrschluss, werden in dieser Rudelkonstellation zusammen bleiben. Dass sie es dem Ausbrecher Roy nachtun und ebenfalls über den Zweimeterzaun mit vierfacher Elektrozaunbekrönung setzen, scheint nicht zu befürchten. Immerhin zirkulieren darin mittlerweile auch 9900 Volt. Erfahrung macht klug: Die Tierpfleger haben die Spannung erhöht.

Bildtexte:
Klimmzüge am Gehegezaun macht der Wolfsrüde Roy derzeit immer wieder.
Friedlich und vertraut lebt das Rudel der verbliebenen fünf Wölfe am Schölerberg.
Fotos:
Herrmann Pentermann
Autor:
Frank Henrichvark


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