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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Diskussion zu Briten-Flächen hat begonnen
 
Bürgerbeteiligung fast ohne Bürger
Zwischenüberschrift:
Abzug der Briten: Auftaktveranstaltung zum Perspektivplan Konversion
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Das Interesse war mäßig. Und vielen Teilnehmern ging es mehr um Probleme vor ihrer Haustür als um die Diskussion von Ideen, wie sich die bald verlassenen Kasernen und Siedlungen mit Leben erfüllen können. Auf diesen Nenner lässt sich die erste Bürgerbeteiligung zum Konversionsprojekt″ nach dem Abzug der Briten aus Osnabrück bringen: An der Veranstaltung im Haus der Jugend nahmen zwar mehr als 100 Personen teil, aber darunter waren die professionellen Stadtplaner einerseits und die Verfechter einer Westumgehung andererseits in der Mehrheit. So blieb wenig Raum für die von OB Pistorius gewünschte breite Diskussion, welche Ziele die Stadt mit der Herausforderung durch die frei werdenden Flächen überhaupt verbinden könnte.

Osnabrück. Ein Wissenschaftspark auf dem Kasernengelände, Platz für Wohnhäuser, Gewerbehallen und Freizeiteinrichtungen, eine Arena für Großveranstaltungen und mehr Grün solche Ideen wollten die Stadtplaner mit den Bürgern diskutieren. Aber das Interesse war mäßig. Und vielen Teilnehmern ging es mehr um Probleme vor ihrer Haustür.
Die Briten gehen, und die Osnabrücker sprudeln vor Ideen, wie sich die verlassenen Kasernen und Siedlungen mit Leben erfüllen können. Dieses etwas euphorische Bild zeichnete Moderator Jörg Faltin beim Forum 1, mit dem die Bürgerbeteiligung für die Konversionsplanung eröffnet wurde. Im Haus der Jugend saßen zwar über 100 Teilnehmer, unter ihnen waren allerdings viele bezahlte″, wie es ein Zuhörer ausdrückte, also Architekten, Planer und Beobachter aus der Immobilienszene.
Denen, die sich zu Wort meldeten, ging es eher um die hübschen Reihenhäuser am Westerberg, die schon bald von den Briten geräumt werden. Aber auch um die Verkehrsbelastung an Mozartstraße, Lieneschweg und Gluckstraße, die durch neue Planungen eher noch steigen würde. Diskutiert wurde die Frage, ob sich das Verkehrsproblem mit dem Bau einer Westumgehung lösen lasse und ob die Stadt dieses Ziel überhaupt ernsthaft verfolge.
Dabei ging es Oberbürgermeister Boris Pistorius und dem professionellen Projektteam nicht so sehr um Details am Rande. Ziel des Forums sollte es sein, eine breite Diskussion anzustoßen, aus der die besten Ideen für die Stadtentwicklung hervorgehen.
Welche Ziele die Stadtplaner im Auge behalten sollten, legte die ehemalige Münchner Stadtbaurätin Prof. Christiane Thalgott ihren Osnabrücker Kollegen ans Herz. Die Bevölkerungszahl schrumpfe zwar, aber nicht unbedingt die Zahl der Haushalte. Es sei einfach, neue Siedlungen zu bauen, aber schwer, eine Verkleinerung zu planen.
Wenn die Menschen immer älter würden, ihre Lebensarbeitszeit aber unverändert bleibe, dann bedeute das unter dem Strich weniger Einkommen für den Einzelnen. Es bleibt weniger Geld für Spaß″, fasste Thalgott zusammen. Und das werde sich auch in der Stadtplanung niederschlagen.
In München habe es sich bewährt, bei Wohnungsbauprojekten immer ein Drittel für die unteren und mittleren Einkommensschichten zu reservieren, erklärte die Städtebau-Professorin.
Kinder und Familien zu fördern sei unerlässlich, aber dabei solle der Blick nicht nur auf das Baby und den Sandkasten gerichtet werden. Innerhalb von 13 Jahren werde aus dem Kleinkind ein Disco-Gänger, vermerkte Christiane Thalgott.
Allen, die sich von schönen Plänen beeindrucken ließen, goss sie ebenfalls Wasser in den Wein. Die Erfahrung zeige, dass bis zur Realisierung oft 20 Jahre vergingen. Und Bauen sei auch nicht jedermanns Sache, im Gegenteil: Die meisten Menschen hassen Baustellen!
Wer macht mit?
Die Arbeit zum Perspektivplan Konversion wird jetzt in Workshops fortgesetzt, die an jeweils drei Nachmittagen stattfinden. Am Anfang steht jeweils ein Besichtigungstermin. Das nächste Forum zum Perspektivplan Konversion findet am Mittwoch, 14. Mai, um 18 Uhr im Haus der Jugend statt.
Weitere Informationen unter www.osnabrueck.de/ konversion

Bildtext:
Was wird aus den Briten-Häusern am Westerberg? Diese Frage bewegt viele, die Konversionsplanung als Ganzes aber nur wenige.
Foto:
Jörg Martens

Kommentar
Macht doch Spaß

Ein ganzer Saal voller Menschen, die Ideen einbringen und angeregt diskutieren. Die einfach kommen, ohne sich davon irgendwelche persönlichen Vorteile zu versprechen das würde der Stadt guttun. Und genau das sollte der Sinn der Bürgerbeteiligung für die Neuordnung der britischen Kasernenflächen sein.
Diese Konversionsplanung wird Osnabrück zweifellos verändern. Ob sich die Lebensqualität dadurch verbessert oder verschlechtert, steht und fällt mit dem Engagement der Stadtbewohner. Das Recht auf Bürgerbeteiligung ist nicht vom Himmel gefallen, es musste erkämpft werden.
Schade nur, wenn die Bürger zu Hause bleiben. Oder lieber ins Fitness-Studio gehen. Es gibt ja genug Angebote mit höherem Fun-Faktor, als zweieinhalb Stunden im Haus der Jugend auf einem wackligen Stuhl zu sitzen.
Die Stadt hat zwar hochkarätige Planer ins Boot geholt. Aber es noch nicht geschafft, eine andere Botschaft zu vermitteln: Es macht Spaß, das Osnabrück von morgen zu planen. Man trifft nette Leute. So kommt mehr Leben in die Stadt!
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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