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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Nordamerika-Tierwelt im Herbst komplett
Zwischenüberschrift:
2017 mehr als eine Million Besucher im Osnabrücker Zo
Artikel:
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Originaltext:
Der Zoo hat 2017 mehr als eine Million Besucher gezählt. Ein großer Erfolg und dennoch stellen ihn notwendige Verbesserungen in den Gehegen vor finanzielle Herausforderungen.

Osnabrück. Zoogeschäftsführer Andreas Busemann stellte am Donnerstag die Bilanz und die sich derzeit im Bau befindende Nordamerika-Tierwelt Manitoba″ vor.

2017 waren rund 1 020 000 Besucher zu Gast im Osnabrücker Zoo. Busemann sagte, signifikant mehr Besucher könnten im Laufe des Jahres nicht erreicht werden, da das Einzugsgebiet erschöpft sei. Osnabrück sei schließlich keine Metropole, und in der Region konkurriere man mit anderen zoologischen Einrichtungen. 2017 erzielte der Zoo Eintrittserlöse in Höhe von 5, 75 Millionen Euro.

Ein Drittel davon ist durch Jahreskarten entstanden, der Rest durch Tageskarten. Langfristig sei geplant, noch mehr Tageskunden das Jahresangebot schmackhaft zu machen. Die gesamten Erlöse betrugen 7, 6 Millionen Euro. Darin enthalten sind unter anderem 75 Prozent Einnahmen durch den Eintritt, 11 Prozent Sponsoring-Gelder und 5 Prozent Spenden. Den Einnahmen stehen 7, 2 Millionen Euro Ausgaben gegenüber, Abschreibungen nicht eingerechnet.

In den nächsten fünf bis sieben Jahren will der Zoo seine Gehege und Anlagen auf ein zeitgemäßes, gemeinsames Niveau bringen. Das Löwengehege, die Volieren, die Seelöwen- und künftig auch die Elefantenanlage sollen saniert, erweitert und verbessert werden. Zudem ist ein Ausbau der Baumkronenpfade geplant, die eine naturidentische Tierpräsentation ohne Gittersituation″ ermöglichen und die waldige Lage des Zoos nutzen sollen. Da er im Vergleich zu den Konkurrenten in Münster, Emmen oder Hannover nur geringfügig von der Stadt bezuschusst wird, ist der Zoo verstärkt von den eigenen Einnahmen abhängig.

Deshalb setzt der Zoo dieses Jahr noch mehr auf Aktionen wie den gerade laufenden Winterzauber″, dessen zweite Auflage 2019 mit einem Weihnachtsmarkt Ende des Jahres vorbereitet werden soll. Auch die Zoo-Lights″ werden wiederholt, diverse weitere Events vorbereitet. Zugunsten der Löwenanlage sind Fundraising-Projekte mit dem Verein Löwen für Löwen″ geplant.

Ein Großprojekt nimmt der Zoo bereits jetzt in Angriff. Nachdem vergangenen Herbst bereits der erste Teil der Nordamerika-Tierwelt Manitoba″ eröffnet wurde, in dem Waldbisons, Schwarzbären und Hudson-Bay-Wölfe leben, wird derzeit der zweite Teil der Landschaft gebaut. In diesen 0, 5 Hektar großen Bereich werden die Schnee-Eulen, Polarfüchse und Bartkauze des Zoos ziehen. Außerdem werden Kanadische Biber, Stinktiere, Baumstachler (auch bekannt als Neuweltstachelschwein) und Waldmurmeltiere hier zu sehen sein, die der Zoo dazu in seinen Bestand aufnimmt.

Am Baumstachler etwa, so berichtet Zoo-Mitarbeiter Tobias Klumpe, besteht seit 2016 verstärktes zoologisches Interesse. Über die Beschaffung der Tiere verhandelt der Zoo derzeit mit europäischen und kanadischen Kollegen laut Klumpe werden die Waldmurmeltiere derzeit nur sechsmal europaweit gezeigt, die Kanadischen Biber etwa sechs- bis zwölfmal.

Für die Gestaltung von Manitoba 2″, so der Arbeitstitel, hat der Zoo große Ambitionen. Direktor Michael Böer strebt für das entstehende Gelände ein annähernd natürliches Bild aus kanadischen Nationalparks″ an. So soll die sich derzeit noch im Bau befindende Schnee-Eulen-Scheune an eine alte verfallene kanadische Scheune erinnern. Den Bibern wird eine Biberburg″ zur Seite gestellt jene Wohnbauten, die die Nagetiere in freier Wildbahn aus herbeigeschlepptem Material wie Ästen, Zweigen und Steinen errichten.

Das Gelände auf dem Schölerberg werde im Ganzen eine Walddynamik″ simulieren. Die Zäune der Tiergehege sollen kaum sichtbar sein, damit das Gefühl entstehe, man würde tatsächlich durch die kanadische Natur laufen und links und rechts Tiere entdecken. Böer nutzt dazu das Wort Immersion″: den Gästen werde ein Eintauchen in die Manitoba-Szenerie ermöglicht.

Im Sommer fertig

Manitoba 2″ wird voraussichtlich im Sommer fertiggestellt sein. Die Tiere sollen nach und nach einziehen, im Herbst ist die Landschaft dann komplett. Auf ein Datum will sich der Zoo noch nicht festlegen, da nicht absehbar ist, wann genau die neuen Tiere ihren Weg nach Osnabrück finden. Zudem stellt die detailgetreue Gestaltung der Gehege das Team vor große Herausforderungen.

Darüber hinaus sorgt die Witterung am Schölerberg für Probleme: Feuchte Böden erschweren die Arbeit, die Schäden des Sturmtiefs Friederike vergangener Woche müssen beseitigt werden denn auch im Zoo sind einige Bäume umgestürzt.

Bildtexte:
Noch im Bau ist der zweite Teil der Nordamerikalandschaft Manitoba 2″, wo unter anderem Kanadische Biber, Stinktiere, und sogenannte Baumstachler einziehen sollen.
Stellen die Nordamerika-Tierwelt Manitoba 2″ vor: (von links) Tobias Welzel, Albert Brokamp, Angelika Mösche, Michael Böer, Hans-Jürgen Schröder und Tobias Klumpe. Im Hintergrund: ein Baum, der vom Sturmtief Friederike entwurzelt wurde.
Fotos:
Egmont Seiler
Autor:
Frederik Tebbe


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